
Umfangreichste Datensammlung zu internationalen
Jugendbegegnungen vorgestellt
Die Fachhochschule Köln
(Forschungsschwerpunkt Nonformale Bildung) war am 27.02.2012 Gastgeber für die
Buchpräsentation „Begegnung schafft Perspektiven“ des Deutsch-Französischen
Jugendwerks (DFJW), des Deutsch-Polnischen Jugendwerks (DPJW) und des Projekts
Freizeitenevaluation
„Diese Begegnung wird in meinem Herzen eingraviert bleiben“ – so beschreibt
ein 15-jähriger Jugendlicher seine Erfahrungen bei einer internationalen
Jugendbegegnung. In einem deutsch-französisch-polnischen Forschungsprojekt
wurden in den letzten Jahren über 5.000 Jugendliche zu ihren Erfahrungen befragt.
Die Ergebnisse des Projekts „Evaluation Internationaler Jugendbegegnungen“
stellte das Forscherteam am 27.02.2012 in der Fachhochschule Köln einem
international besetzten Auditorium vor.
Als Gastgeber wies Prof. Dr. Andreas Thimmel, Leiter des Forschungsschwerpunkts
Nonformale Bildung an der FH Köln, darauf hin, welche wichtigen
Bildungsleistungen sich bei internationaler Jugendarbeit ergeben können. Dies
bestätigte Stephan Erb, der als Geschäftsführer des DPJW mittlerweile auf 20
Jahre Aktivitäten im deutsch-polnischen Jugendaustausch zurückblicken kann.
Auch Generalsekretär Dr. Markus Ingenlath hob aus Sicht des DFJW die Bedeutung
wissenschaftlicher Evaluation hervor.
Die Autoren des im Herbst 2011 in drei Sprachen erschienenen Buchs, Dr.
Wolfgang Ilg und Judith Dubiski, stellten in ihrem Vortrag dar, inwiefern der
Buchtitel „Begegnung schafft Perspektiven“ seine Berechtigung hat. „46% der
Jugendlichen bereisen anlässlich einer Jugendbegegnung erstmals das Gastland.
Die Erfahrungen dort führen zu einem intensiven Kennenlernen der Sprache und
der Kultur – Beziehungen zu Gleichaltrigen sind hier der Schlüssel“, so das
Autorenteam. Überraschender Effekt einer Jugendbegegnung: Etwa zwei Drittel der
Jugendlichen stimmen der Fragebogen-Aussage zu: „Nach dieser Begegnung könnte
ich mir vorstellen, auch länger (mindestens drei Monate) in das Partnerland zu
gehen“.
Die rund 70 versammelten Experten diskutierten am Nachmittag in drei
Arbeitsgruppen die in der Publikation hervorgehobenen Schwerpunktthemen Diversität,
Mobilität und Identität. In einer Podiumsdiskussion stellten sich Forscher aus
Deutschland (Prof. Dr. Andreas Thimmel – FH Köln, Prof. Dr. Astrid
Messerschmidt – PH Karlsruhe), Frankreich (Dr. Verena Aebischer – Universität
Paris X) und Polen (Dr. Agnieszka Łada – Institut für öffentliche
Angelegenheiten Warschau) den Fragen aus dem Plenum und entwickelten
Zukunftsperspektiven. „Das Evaluationsinstrument ist für uns eine große Hilfe
bei der Auswertung und Vorbereitung von Jugendbegegnungen“, resümierte Michael
Schill (Europa Direkt e.V. Dresden), der die Seite der Praxis auf dem Podium
vertrat. Rolf Witte (Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung e.V.
Remscheid), der die Veranstaltung moderierte, zog am Ende ein positives Fazit: Die
hier präsentierten Daten seien als umfangreichste empirische Studie ein
wichtiger Ausgangspunkt für Theorie und Praxis internationaler
Jugendbegegnungen.