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Deutsch-französisches Theaterprojekt
Gymnasium im Bildungszentrum Halle (Niedersachsen)
Lycée Fénélon La Rochelle (Charente-Maritime)
Begegnung vom 12. - 20.12.1996 in Halle
32 französische und 32 deutsche Teilnehmer
Bericht
Ziel und Inhalt unseres Programms basierten in erster Linie auf einer intensiven Probenarbeit beider Theatergruppen unserer Gymnasien zur späteren Aufführung des Stückes von Molière "Der Bürger als Edelmann" in mehreren Städten Deutschlands. Am Schüleraustausch nahmen alle Schüler des Grundkurses Klasse 11 teil. Die Schüler, die nicht als Schauspieler fungieren, bereiteten die Gestaltung eines traditionellen deutschen Weihnachtsmarktes vor.
Auf dem Weihnachtsmarkt sangen unsere Schüler deutsche Weihnachtslieder, verkauften typische Weihnachtssymbole und versuchten sich im Braten von Thüringer Rostbratwürsten und von Kartoffelpuffern. Alle Schüler des Grundkurses nutzten insbesondere die Monate vor der Reise dazu, Vokabeln und Ausdrücke zu wiederholen bzw. zu lernen, um in den verschiedensten Situationen in der Lage zu sein, sich in der Fremdsprache zu verständigen.
Den meisten Schülern gelang es, in den Familien zu einer Atmosphäre beizutragen, die ein echtes Interesse an den Besonderheiten eines jeden Landes zum Gegenstand der Unterhaltung werden ließ. Während des Aufenthaltes in La Rochelle ermöglichten uns die Gastgeber zwei Exkursionen, die uns nach Cognac und auf die Ile de Re führten. Bei den Exkursionen wurden wir von französischen Lehrern begleitet, die uns sehr differenziert mit den Besonderheiten der Stadt Cognac, in einer dreistündigen Führung mit der Herstellung des "Eau de vie" und mit der lle de Re bekannt machten.
Interessiert folgten die Schüler den Erläuterungen bei der Stadtrundfahrt in La Rochelle. Ein besonderes Erlebnis war auch der Besuch des in Frankreich bekannten ozeanographischen Museums.
Hauptgegenstand des Aufenthalts in La Rochelle war die Probenarbeit für das Theaterstück. An vier Abenden von 19 h 00 - 22 h 30 Uhr erfolgte intensivste Theaterarbeit mit Unterstützung der Theaterabteilung des dortigen Theaters und des Kulturzentrums "Carré Amelot".
Beide Theatergruppen, sowohl die deutsche wie auch die französische, lernen das Stück in beiden Sprachen. In La Rochelle erfolgte die Probenarbeit in erster Linie in französischer Sprache. Gleichzeitig entstanden Videos der gesamten Probenarbeit, die für unsere Schüler überspielt wurden, damit sie jetzt im Januar die Möglichkeit haben, anhand der Videos ihre Proben zu gestalten.
Zeitplan
Sommer 1996
Die Teilnehmer der Theatergruppen haben den Text genommen und eine französische und eine deutsche Version erstellt.
Anfang September -13. Dezember
Auf beiden Seiten treffen sich die Gruppen einmal wöchentlich. Jede Gruppe arbeitet für sich, es besteht ein Informationsaustausch zwischen beiden Schulen und es finden Treffen der beteiligten Lehrer statt.
Eine erste Zusammenfassung findet Mitte Dezember 1996 statt.
Bis dahin proben die Deutschen unter der Leitung von Frau Spitzner und Frau Knaut und es werden Videokassetten zur Verfolgung der Fortschritte ausgetauscht.
Die Franzosen proben zweimal wöchentlich den Text in den zwei Sprachen und erarbeiten mit ihren Lehrern eine Inszenierung.
Die technische und bühnenbildnerische Seite entsteht mit der Erarbeitung des Textes.
Videokassetten werden weiterhin ausgetauscht.
Ein musikalisches Projekt entsteht
Eine Gruppe beginnt mit der Arbeit am Bühnenbild unter Leitung von M. Rault, dem Techniker des Centre Culturel Carré Amelot
Eine Gruppe Erwachsener aus beiden Ländern gibt sprachliche Hilfestellung
Mme Lescure und Mlle Billy entwerfen Kostüme
Eine Gruppe von Schülern einer BTS-Klasse für Direktionsassistenten erledigt die verwaltungstechnische Seite, entwirft einen Tournéeplan, beschafft Mittel, gibt ein Programm heraus, bereitet die Plakatierung vor, etc.
Unser Projekt wird bereits in den vor uns liegenden Wochen fortgesetzt. Die Schüler unseres Gymnasiums fahren am 2. Februar für eine Woche gemeinsam mit den französischen Schülern nach Halle in Westfalen, um ihre Probenarbeit unter besseren räumlichen Bedingungen fortzusetzen. In dieser Woche werden ebenfalls die Kostüme genäht.
Am 7. Februar beginnt die Theatertournee in Halle im Thalia-Theater. Weitere Vorstellungen erfolgen am 8.,9. und 10. Februar 1997 in Berlin, am 11. und 12. Februar in Hamburg, am 13.2. in Meppen,am 14.2. in Melle, am 15.2. in Halle/Westf. Unser gemeinsamer Austausch verläuft seit fünf Jahren sehr erfolgreich. In diesem Jahr erfährt er eine erneute Steigerung durch das gemeinsame Theaterprojekt.
Waltraud Spitzner
Französischlehrerin |