Frühe Sprachvermittlung
Enseigner dans l’école de l’autre :
regards croisés d’instituteurs

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...und es geht weiter! Ich empfand diese zwei Jahre als sehr dicht und für meine Aufarbeitung der vorherigen Kulturerfahrungn mit Frankreich als bedeutend und entscheidend. Der Unterschied zwischen mal eben 2-3 Wochen ins andere Land "reingucken" und dem Leben eines anderen Alltags über 2 Jahre hinweg liegt auf der Hand.
Ohne zu Zögern wäre ich noch ein weiteres Jahr hiergeblieben, die Söhne mussten aber eingeschult werden. Vor der Abreise war mir aber klar, dass die Verbindung nicht abreissen durfte.
Ich bereitete deshalb einen Austausch vor, den ich nach dem Schulbeginn in Berlin durchführte. Zwei weitere folgten bis 1993.
Damit ergab sich die Möglichkeit Schülern ein Stück französischen Alltag in den Gastfamilien erleben zu lassen, den sie nicht nur sprachlich meistern mussten. Das Eriernte im Unterricht stand auf dem Prüfstein und musste sich bewähren. Und ich konnte ihnen ein Stück meiner Begeisterung für, wie man so schön sagt, "Land und Leute" praktisch vor Ort vermitteln.
Ein Austausch ist dann nicht nur ein Höhepunkt innerhalb des zweijährigen Fremdsprachenunterrichts (in Berlin geht die Grundschule bis zur 6. Klasse, die erste Fremdprache wird in Klasse 5 gewählt), sondern er steuert viel zur Motivation der Schüler beim sich Aneignen der Sprache bei. Und insgeheim hoffe ich, dass diese Erfahrungen im anderen Land die Schüler ein Stück gegen Vorurteilsbildungen immun machen. Dies wäre ein konkreter Schritt auf dem Weg zu einem offenen Verhältnis zwischen den Bürgern eines zukünftigen Europas und nicht nur eine inhaltsleere Floskel, wie man sie nur allzuoft von "Berufenen" hört.

Berlin
Prag
Normandie
Als sich mir 1993 die Gelegenheit bot, nach der Ôffnung des "Eisernen Vorhangs", nach Prag zu gehen, zögerte ich nicht. Auch wenn dieser Aufenthalt wie angedeutet ganz anders verlief, so trug er weiter dazu bei, aufmerksam gegenüber den eigenen kulturgeprägten Anschauungen und "Wahrheiten" zu sein.
Die Normandie war zwar sehr weit, aber ich konnte sie ein Stück nach Prag holen: In Zusammenarbeit mit dem Institut Français de Prague erarbeitete ich eine Fotoausstellung, die bei den Alliances Francaises in verschiedenen Städten der tschechischen Republik gezeigt wurde.
Ein Berliner, der über die Normandie eine Fotoausstellung in der tschechischen Republik macht, ja, so kann ich mir Bausteine für einen grenzüberschreitenden, kulturellen Austausch gut vorstellen.


Ein Koffer
in der
Normandie
Nun sitze ich seit 10 Tagen an diesem Text und hoffe, dass ihn andere mit kritischem Interesse lesen werden.
Das Wetter gab sich endlich einen sommerlichen Ruck, die ersten selbstgefangenen Makrelen wurden schon im Garten gegrillt, so mancher Pastis mit den Fischern gekippt und die Vorbereitungen für meine neue Fotoausstellung "Panoramiques de la Mer" laufen an.
Was will ich mehr? Ich hoffe, dass mir weiter genug (Lebens)Zeit bleibt nach Coutainville zu kommen, dass ich mich immer mal wieder "einmischen" kann und dass es mir mit einer Französischklasse doch noch mal gelingt hierher zu kommen.


Nachtrag Ferienende! Die Ausstellung ist vorbei und ich konnte wieder mit Befriedigung feststellen, dass über Fotos nicht nur Kommunikation stattfindet, sondern auch Begegnungen zwischen den unterschiedlichsten Menschen ermöglicht werden, die über das Ereignis einer Ausstellung hinausgehen.

Günter Krauke

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