| Methoden und Materialien zum Sprachenlernen im Tandem der Beitrag des Deutsch-Französischen Jugendwerks zur Entwicklung der Fremdsprachendidaktik Dr. Fritz Kerndter, ehem. Leiter des Sprachreferats des DFJW Die große Zahl der vom Deutsch-Französischen Jugendwerk geförderten Begegnungen führte schon ab Mitte 1964 zu Überlegungen über die mit dem Jugendaustausch verbundenen Sprachprobleme. Im Regierungsabkommen über die Einrichtung des DFJW, vom 22. Juli 1963, war der Auftrag, das Jugendwerk solle u.a. zum "Ausbau außerschulischer Einrichtungen zur Förderung der gegenseitigen Sprachkenntnisse" beitragen, sehr allgemein formuliert; die ersten vom Kuratorium des DFJW erlassenen Förderungsrichtlinien enthielten ebenfalls nur die generelle Empfehlung, dass auf Sprachschwierigkeiten bei den Austauschteilnehmern geachtet und ggf. besondere Sprachkurse eingerichtet werden sollten. Diese offiziellen Texte, aus denen sich die Förderungspolitik des DFJW herleitete, beinhalteten naturgemäß keine didaktisch-methodische Reflexion über die Art und Weise, wie Sprachkenntnisse vermittelt werden sollten. Grundsätzlich schienen Unterrichtsstil und Inhalte des schulischen Fremdsprachenunterrichts jener Jahre in beiden Ländern nicht sonderlich geeignet, den Teilnehmern schnell zu praktisch anwendbaren und auch der Sprachwirklichkeit entsprechenden Kenntnissen zu verhelfen. Der vor allem in Frankreich fast ausschließlich auf die Vermittlung von Grammatikwissen ausgerichtete, sich früh an literarischen Texten orientierende Unterricht bot den jungen Franzosen kaum eine ausreichende sprachliche Grundlage für die Bewältigung von Alltagssituationen im Kontakt mit Deutschen. In Deutschland stellte sich vor allem in einigen Bundesländern im Süden und Südwesten (wohl aufgrund traditionell enger Beziehungen zu Frankreich, teilweise noch als Nachwirkung der französischen Besatzung in der Nachkriegszeit sowie schließlich der Grenznähe) die Situation etwas günstiger dar. Modernere Lehrbücher vermittelten den Schülern ein etwas lebendigeres Frankreichbild, mehr Lehrkräfte verfügten über gute, an der französischen Gegenwartssprache orientierte Sprachkenntnisse. Problematisch war allerdings die bereits damals sich verstärkende Position des Englischen als erste schulische Fremdsprache und die Konkurrenzsituation zwischen Französisch und Latein, das vielfach Französisch auf den wenig effektiven dritten Platz der Schulfremdsprachen verdrängte. Viele Jugendliche aus den traditionell auf den angelsächsischen Raum ausgerichteten nördlichen Bundesländern verfügten über keinerlei Französischkenntnisse. Inhaltsverzeichnis: Erste Tandem-Kurse für Sprachlehrer Ausbildung von "Gruppendolmetschern" Materialien und Unterrichtsexperimente mehren sich Sprachanimation gleichzeitig für Anfänger und Fortgeschrittene Spracharbeit mit Berufstätigen rückt in den Vordergrund Das Ende der Materialentwicklung für Tandem-Kurse? Noch nicht... Von der Landeskunde zum interkulturellen Lernen Deutsch-französischer Austausch das große Praxisfeld für Sprachvermittlung Neue Formen der Tandemspracharbeit mit Erwachsenen |
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