exemples+konzepte
Methoden und Materialien zum Sprachenlernen im Tandem –
der Beitrag des Deutsch-Französischen Jugendwerks zur Entwicklung der Fremdsprachendidaktik

Dr. Fritz Kerndter, ehem. Leiter des Sprachreferats des DFJW
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Erste Tandem-Kurse für Sprachlehrer

In Zusammenarbeit mit CREDIF und CAVILAM initiierte das DFJW schon 1965/66 Kurse für Französischkursleiter, zur Ausbildung in der besonderen Methodik des "avsg-Unterrichts" (audio-visuel et structuro-global). Ähnliche Lehrgänge für die Leiter von Deutschkursen folgten – die bald danach erfolgte Integration beider Kurstypen war die erste Verwirklichung des Tandem-Prinzips in Programmen des DFJW, wo Deutsche und Franzosen, in diesem Falle Sprachlehrkräfte, gemeinsam sich mit neuen Fragestellungen der Fremdsprachendidaktik und -methodik befassten, ihre Erfahrungen austauschten und sich gegenseitig sprachlich und fachlich halfen.

Diese positive Entwicklung im Bereich des (allerdings nach wie vor auf Längerfristigkeit angelegten!) Sprachunterrichts konnte jedoch nicht darüber hinweg täuschen, dass für den Alltag der deutsch-französischen Begegnung noch kein wirksames sprachliches Instrument zur Verfügung stand, das bessere Kommunikation zwischen Deutschen und Franzosen während einer zeitlich begrenzten Begegnung gewährleistet hätte. Techniken der animation (für die es kein deutsches Wort gab – und gibt...) und der Gruppendynamik, die sich Ende der 60-er Jahre entwickelten, zeigten ihre Grenzen, wo in einer deutsch-französischen Gruppe die Möglichkeit fehlte, unterschiedliche Positionen und Gruppenprobleme zunächst einmal überhaupt zu versprachlichen und dann bis zur Kompromissfindung auszutragen. Es konnte nachgewiesen werden, dass Vorbehalte und Vorurteile gegenüber den Partnern aus dem anderen Land sich nach den Begegnungen bei den Teilnehmern oft eher verstärkt hatten – was vielfach ausschließlich dem Mangel an sprachlicher Kommunikation zugeschrieben wurde. Zwei Grundgedanken beherrschten daher die pädagogischen Überlegungen jener Zeit: Sprachdefizite musste man evtl. durch Dolmetscher beheben können (entsprechend den Gepflogenheiten in Politik und Diplomatie...); ferner sollte eigentlich das gemeinsame Tun von Deutschen und Franzosen, die Beschäftigung mit einer gleichen Aufgabe, das gegenseitige Engagement und die Solidarität bewirken können, die als Ziele des Austauschs definiert waren.

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