tandem Sprachanimation in deutsch-französischen Jugendbegegnungen
Redaktion und Übersetzung: Fabienne BAILLY, Bettina OFFERMANN in Zusammenarbeit mit Isabelle DAMAY, Ullrich NALBACH und dem Referat "Interkulturelle Ausbildung" des DFJW
DFJW/OFAJ © 2000
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Inhaltsverzeichnis

5.5. Bemerkungen

Die Ergebnisse der Sprachanimationsaktivitäten lassen sich nicht am tatsächlich feststellbaren Spracherwerb messen. Darüber hinaus wäre es illusorisch zu glauben, dass sich eine Sprache in ein oder zwei Wochen erlernen lässt. Daher beruht die Auswertung von Sprachanimation vorrangig darauf, ob die Jugendlichen ihre Hemmungen vor der anderen Sprache tatsächlich abgebaut haben oder nicht. Auch wenn Sprachanimation den Erwerb fördern will - das Hauptziel bleibt dennoch, die Jugendlichen zu motivieren, die Sprache nach dem Austausch weiterzulernen. Denn nur ein angeleitetes und dauerhaftes Lernen lässt langfristig einen sicheren Umgang mit der Sprache zu.

Dieses Ziel bestimmt auch die Form, in der Sprachanimation stattfindet, da sie sich an die jeweils unterschiedlichen Gegebenheiten jeder Begegnung anpassen muss: Sprachniveau der Teilnehmer, Sozialisationsgrad der Gruppe, Lernvermögen, schulische Vorerfahrungen sowie einige oft unerklärliche Gruppenprozesse, die die interne Dynamik beeinflussen, gemäß der sich eine Gruppe entwickelt - oder auch nicht. Sprachanimation sollte sich daher zum obersten Ziel setzen, flexibel zu bleiben und nicht aus den Augen zu verlieren, dass Sprachlernen in erster Linie Spass machen sollte.

Die Zeitfrage sollte in Zusammenhang mit Sprachanimation ebenfalls angeschnitten werden. Es hat sich als notwendig erwiesen, Sprachanimationsphasen wie alle anderen Aktivitäten auch, zu planen - am besten direkt auf dem Vorbereitungstreffen des Leitungsteams. Denn die Praxis hat gezeigt: Ist für Sprachanimation nicht von Anfang an einen festen Platz vorgesehen, wird sie in dem oft recht vollgepackten Programm kaum noch berücksichtigt werden können. Manche Spiele lassen sich zwar recht gut spontan durchführen (z.B. "Wie geht´s" oder "Obstsalat"), andere hingegen dauern länger und brauchen Vorbereitungszeit. Sie kann man nicht improvisieren, um ein halbstündiges "Loch" im Programm zu füllen. Das sollte bei jeder Programmplanung bedacht werden. Hinsichtlich Häufigkeit und Dauer der sprachlichen Aktivitäten gibt das DFJW keine Richtlinien vor. Wichtiger ist, Sprachanimation an die Bedürfnisse der Teilnehmer anzupassen und die richtigen Momente auszuwählen.

Viele für Sprachanimation verantwortliche Begleiter fragen sich, ob sie den Teilnehmern ankündigen sollen: "Wir machen jetzt Sprachanimation". Unserer Erfahrung nach sollte man in einem Begegnungsprogramm ohne Sprachkurs das Wort "Sprach..." lieber vermeiden, wenn ein Spiel vorgeschlagen wird, denn viele Jugendliche assoziieren damit negative Schulerfahrungen. Wenn es sich um ein Spiel wie "Die Buchstabenbörse" oder "In der Freizeit" handelt, ist es wichtig, erst einmal zu spielen und erst danach eventuell Wörter oder Ausdrücke, die den Jugendlichen gefallen haben, herauszupicken. Bei anderen Aktivitäten, wie der Erstellung von Wandplakaten mit Wörtern, die mit der Begegnung zu tun haben, ist es wichtiger, den Jugendlichen die Zielsetzungen zu verdeutlichen, damit sie begreifen was sie ihnen bringen können, denn nur ihre persönliche Motivation und Einstellung diesen Zielen gegenüber werden der Motor für die Aktivität sein.

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