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1. Voraussetzungen
Zum ersten Mal wendeten wir im Rahmen eines deutsch-französischen Sprachkurses, der vom Deutsch-Französischen Sekretariat in Saarbrücken mit finanzieller Unterstützung des DFJW organisiert wurde, in unserer Gruppe eine simulation globale an. Wir hatten beide vorher die Gelegenheit gehabt, an einem Ausbildungskurs des DFJW zu diesem Thema teilzunehmen. Aufgrund der vielfältigen Einsatzmöglichkeiten haben wir uns für das Thema "L'immeuble / Das Wohnhaus" entschlossen.
Der Sprachkurs fand in den Unterrichtsräumen der Eberhard-Borst-Lehrbaustelle (EBL) in Frankfurt statt. Wir hatten einen großen, in zwei Hälften trennbaren Raum zur Verfügung, der sich gut für unsere Unterrichtszwecke nutzen ließ. Im Unterrichtsraum gab es alle Unterrichtsmedien, wie Overheadprojektor, Video- und Kassettenrecorder.
Die Gruppe setzte sich aus fünf Deutschen und sieben Franzosen mit unterschiedlichen Sprachkenntnissen zusammen.
2. Allgemeiner Unterrichtsablauf neben der simulation globale
Als erstes erläutern wir kurz den allgemeinen Unterrichtsablauf, bevor wir im nächsten Kapitel näher auf die simulation globale in unserem Unterricht eingehen.
Am ersten Tag stand das Thema "sich vorstellen" auf dem Programm, damit die Teilnehmer sich und uns kennenlernen konnten. Außerdem wiederholten wir die Angabe von Daten, indem wir einen Vergleich zwischen Feiertagen in Deutschland und Frankreich machten, um Unterschiede und Gemeinsamkeiten bei Feiertagen herauszuarbeiten.
Am zweiten Tag haben wir die simulation globale eingeführt und bis zum letzten Unterrichtstag durchgespielt. Sie lief wie ein roter Faden durch unseren Kurs.
Als Unterrichtseinstieg am Morgen sowie nach der Mittagspause dienten uns Spiele, um eine angenehme Arbeitsatmosphäre zu schaffen. Außerdem sollten sie schon Gelerntes festigen bzw. wiederholen (Memory, sauter le 7, serpents et échelles, 1-2-3 soleil
). Der Unterrichtstag wurde meistens mit einem Lied beschlossen, wobei sowohl Aussprache als auch Vokabular wiederholt werden konnten (Alouette, Vent frais, Hejo, Mein Hut der hat drei Ecken).
Des weiteren erarbeiteten wir im Plenum Vokabellisten zu den Themen Haus, Tagesablauf und berufliche Bildung. Eine Übung zu Redewendungen diente als Vergleich zwischen französischen und deutschen Ausdrucksweisen für die gleiche Darstellung einer bildhaften Vorstellung. Als Vokabelübung verwendeten wir "faux-amis", die in ihrer Orthographie in beiden Sprachen zwar gleich sind, aber sowohl anders ausgesprochen als auch oft anders übersetzt werden müssen.
Diese verschiedenen Übungen ergänzten die Durchführung unserer simulation globale.
3. Simulation globale: l'immeuble
Aufgrund der heterogenen Zusammensetzung der Gruppe sowohl bei der Teilnehmerzahl als auch bei den Sprachkenntnissen bot sich die Durchführung einer simulation globale geradezu an. Es muß bei ihr nicht immer im Tandem/Tridem gearbeitet werden und jeder Teilnehmer kann sich gemäß seiner Sprachkenntnisse einbringen. Die simulation globale ermöglicht eine bessere Integration der Teilnehmer sowie eine größere Flexibilität bei der Bearbeitung der Aufgaben. Die Teilnehmer denken sich eine eigene Welt aus, mit der sie sich vollkommen identifizieren können. Dadurch lernen sie ihren Bedürfnissen entsprechend, konkret und realitätsnah, anstatt vorgegebene Dialoge erlernen zu müssen, zu denen sie keinen persönlichen Bezug haben. Das Lernen wird für sie interessanter und das Gelernte prägt sich ihnen besser ein. Außerdem fördert die simulation globale unserer Meinung nach im großen Maße die kommunikative Kompetenz der Teilnehmer, was uns als besonders wichtig erscheint für diese Art von Teilnehmern, die hauptsächlich vor Ort im deutsch-französischen Austausch tätig sind.
Zwei Gründe führten dazu, daß wir das Thema "Limmeuble" für unsere simulation globale gewählt haben. Da wir die simulation globale zum ersten Mal durchführten, entschieden wir uns für ein Thema, zu dem es schon Literatur gab, von der wir uns inspirieren lassen konnten, und zu dem wir schnell und spontan eigene Ideen entwickeln konnten. Außerdem erschien uns das Thema wegen seiner Allgemeinheit und Vielfältigkeit angebracht, da unsere Teilnehmer aus unterschiedlichen Berufsbranchen kamen.
3.1 Arbeitsweise
Als Einführung zur simulation globale wiesen wir die Gruppe darauf hin, daß wir uns auf einer Lehrbaustelle befinden und ein Haus gebaut worden ist, das nun bezogen werden sollte. Die Teilnehmer sollten die Bewohner dieses Hauses werden. Sie sollten sich eine Wohnung aussuchen, nachdem wir ihnen zuvor einen Plan mit der Anzahl der Stockwerke und Wohnungen pro Stockwerk gegeben hatten. Diese Entscheidungen fielen in der "Mieterversammlung", die immer dann einberufen wurde, wenn die Gruppe etwas die Hausgemeinschaft betreffend entscheiden sollte.
Die Bearbeitung der von uns gestellten Aufgaben für die simulation globale erfolgte ansonsten im Tandem/Tridem oder noch größeren Gruppen, wobei wir aber immer darauf achteten, daß deutsche und französische Teilnehmer zusammenarbeiteten, damit keine mononationalen Gruppen entstanden. Die Zusammensetzung der Arbeitsgruppen erfolgte teils freiwillig und teils per Losverfahren.
Aufgrund der Räumlichkeiten und der Umgebung war es den Teilnehmern möglich, je nach Wunsch drinnen im Unterrichtsraum oder draußen auf dem Gelände zu arbeiten. Diese Auswahlmöglichkeit erlaubte den Teilnehmern, sich eine ruhige Arbeitsatmosphäre zu schaffen, in der sie sich auf die Aufgabe konzentrieren konnten, ohne von den anderen Arbeitsgruppen gestört oder abgelenkt zu werden.
Auf französisch oder deutsch? Die Antwort war eigentlich klar für die Teilnehmer: den einen Teil der Aufgabe auf französisch zu erledigen und den anderen dann auf deutsch, und dabei jeweils nur in dieser einen Sprache zu arbeiten. Doch das ging nie lange gut, d.h. meistens gab es dann doch eine Mischung zwischen Deutsch und Französisch, je nachdem mit welcher Sprache es wohl schneller und effektiver ging. Da haben wir als Animateure nicht genug darauf bestanden, daß die Teilnehmer auf die beschriebene Art und Weise arbeiteten. Oder Hinweise auf die "korrekte" Arbeitsweise wurden nur kurz beachtet und dann kamen die Teilnehmer wieder auf "ihre" Arbeitsweise zurück.
Im Anhang 1 befindet sich eine tabellarische Unterrichtsplanung zur simulation globale, aus der die einzelnen Unterrichtseinheiten zum Thema "L'immeuble" hervorgehen.
3.2 Arbeiten mit "L'immeuble"
3.2.1 "Planter le décor"
Die erste Phase der simulation globale, "planter le décor", dient dazu, die Umgebung zu definieren, in der die Personen sich im Laufe der Geschichte bewegen werden. Dazu gehören die Wohnungsverteilung, die Erfindung und Beschreibung der Hausbewohner und deren Wohnung sowie deren Tagesablauf. Den Ablauf der Wohnungsverteilung haben wir schon oben beschrieben, deswegen kommen wir direkt zum nächsten Punkt:
3.2.1.1 Erfindung und Beschreibung der Hausbewohner
Hier mußten sich die Teilnehmer eine Person ausdenken, die sie während der simulation globale verkörpern wollten. Zuerst sollten sie zur persönlichen Vorstellung Name, Alter, Geburtsdatum, Nationalität, Beruf und Familienstand erfinden, was von uns vorgegeben war. Es war interessant festzustellen, daß die meisten Hausbewohner jung und ledig waren. Nicht alle Männer haben eine Männerrolle übernommen, und nicht alle Frauen eine Frauenrolle. Dann sollten sie ihr Äußeres beschreiben. Durch die Vorstellung der Personen wußte nun jeder, wer wo wohnte und wie jeder aussah.
3.2.1.2 Beschreibung der Wohnung
Hierfür bekam jeder Teilnehmer ein großes Blatt Papier, worauf er seine Wohnung samt Einrichtung zeichnen sollte. Um dies zu realisieren, standen ihnen Kataloge und Zeitschriften sowie Zeichenmaterial zur Verfügung. Nach dem Zeichnen folgte die Beschriftung der einzelnen Einrichtungsgegenstände auf deutsch und französisch mit dem jeweiligen Tandempartner.
Diese Aufgabenstellung beanspruchte wesentlich mehr Zeit als wir eingeplant hatten, denn die Teilnehmer brauchten schon sehr lange bei der Wohnungskonzeption, bevor sie zur eigentlich wichtigen Wortschatzerarbeitung kamen. Um dies in Zukunft zu vermeiden, müssen wir die Wohnungspläne vorgeben, so daß die Teilnehmer sofort die Wohnungseinrichtung und beschriftung in Angriff nehmen können.
Im Anschluß daran beschrieben sie ein Zimmer ihrer Wohnung. Auch hier erfolgte die Vorarbeit im Tandem.
3.2.1.3 Beschreibung des Tagesablaufs
Damit die erste Phase der simulation globale abgeschlossen werden konnte, bekamen die Teilnehmer als Aufgabe, sich einen typischen Tagesablauf ihrer Person auszudenken. Die Erarbeitung und Vorstellung verliefen wie gewohnt. Dies war Voraussetzung für die zweite Phase, in der es um Handlungen und Ereignisse im Haus gehen sollte.
3.2.2 Ereignisse im Haus
Nachdem der Rahmen, in dem die Hausbewohner leben und sich bewegen, festgelegt worden war, kamen wir von der statischen zur dynamischen (zweiten) Phase. Während in der ersten Phase der Schwerpunkt auf schriftlicher Reproduktion lag, wurde er nun auf Gruppendiskussionen und Dialoge verlagert, um die mündliche Sprachkompetenz zu erweitern. Wir haben uns hierfür einige Situationen überlegt, auf die die Teilnehmer reagieren sollten:
3.2.2.1 Der Heizungsmann kommt
Erneut wurde eine Mieterversammlung einberufen, auf der sich die Hausbewohner aufgrund ihrer Tagesabläufe auf eine Terminliste einigen sollten, nach der der Heizungsmann in die einzelnen Wohnungen kommen konnte, um die Heizungen abzulesen. Hier zeigte sich zum ersten Mal, wie sich die Hausbewohner untereinander verstanden und sich Beziehungen zwischen einzelnen ansatzweise entwickelten.
3.2.2.2 Gerüchte im Haus
Um die Gerüchteküche im Haus zum Brodeln zu bekommen, sollten die Teilnehmer im Tandem jeweils zwei Gerüchte über andere Hausbewohner in Form von Dialogen auf deutsch und auf französisch verbreiten. Dabei hatten sie freie Hand bei der Auswahl der Gerüchte. Sie mußten nur eine Karte ziehen, auf der der Ort angegeben war, an dem das Gerücht verbreitet werden sollte. Bemerkenswert bei den Ergebnissen war die Tatsache, daß viele Gerüchte um eine Person kreisten, ohne daß die Gruppe sich vorher darauf festgelegt hatte.
3.2.2.3 Sommerfest
Zur Förderung der Hausgemeinschaft sollte ein Sommerfest stattfinden. Dieses Thema erlaubte unterschiedliche Arbeitsformen wie Plenumsarbeit, schriftliche Arbeit und Dialogerarbeitung. Zuerst mußte gemeinsam über den Zeitpunkt und den Ort entschieden werden. Dann bekamen die Teilnehmer als Aufgabe, im Tandem einen Einladungsbrief an einen Freund zu verfassen. Schließlich wurde gemeinschaftlich festgelegt, was für das Fest einzukaufen war und wer die jeweiligen Einkäufe erledigen wollte. Auf dieser Basis wurden Dialoge auf deutsch und auf französisch erarbeitet, die dann später vorgetragen wurden.
3.2.3 Ende der Geschichte
Als dritte Phase, die Beendigung der simulation globale, erzählten wir den Hausbewohnern auf einer Mieterversammlung, daß das Haus aufgrund gravierender Baumängel im Fundament abgerissen werden müsse. Deshalb müßten alle Hausbewohner ausziehen und sich Gedanken über ihre Zukunft machen. Als Aufgabe hatten die Teilnehmer nun, den anderen ihre Zukunftspläne in Form eines Dialogs mitzuteilen.
Diese Phase ist unerläßlich, um die simulation globale zu einem logischen Abschluß zu bringen.
3.3 "Laisser des traces"
Nach der Bearbeitung der Aufgaben stellten die einzelnen Gruppen ihre Ergebnisse in Form eines kurzen schriftlichen Textes oder in Dialogform vor, je nachdem, was von ihnen erarbeitet werden sollte. So gut wie alle Ergebnisse wurden schriftlich festgehalten, da jeder Teilnehmer am Schluß des Kurses ein Dossier über die Arbeitsergebnisse aller in der Hand halten sollte. Schließlich ist die simulation globale eine gemeinschaftliche Arbeit, an der alle mitgewirkt und ihren Teil zum Gelingen der simulation globale beigetragen haben.
Es war uns wichtig, daß alle Ergebnisse schriftlich korrekt erfaßt wurden. Dies nahm zwar auch Zeit in Anspruch, war aber auf alle Fälle notwendig, damit alle auch noch nach dem Kurs von den Ergebnissen profitieren können. Bei der Nachbereitung des Kurses kann jeder Teilnehmer für sich die simulation globale noch einmal aufleben lassen und erinnert sich an Momente während des Kurses, die ihm gut gefallen haben. Außerdem hat er die Arbeitsergebnisse aller vor sich liegen und mußte nicht versuchen, alles während des Unterrichts mitzuschreiben. Die Unterlagen wurden in und von der Gruppe erstellt und sind keine vorgefertigten Blätter unserseits gewesen, zu denen sie keinen direkten Bezug haben.
3.4 Anmerkungen zu unserer simulation globale
Zwei Probleme tauchten für uns während der Arbeitsphasen immer wieder auf: das Zeitproblem und das Problem der Arbeitssprache bei der Aufgabenbearbeitung.
Das Zeitproblem lag darin, daß, da wir als Animateure die simulation globale zum ersten Mal durchgeführt haben, wir nicht immer gut einschätzen konnten, wie lange die Ausarbeitung einer Aufgabe dauern würde. Manche Gruppen waren schneller fertig als andere oder aber die Bearbeitungszeit an sich nahm mehr Zeit in Anspruch als wir uns vorstellten. Gerade die Mieterversammlungen dauerten oft länger, da die Entscheidungsabläufe mehr Zeit verlangten als wir eingeplant hatten. Dadurch verschoben sich weitere Aufgaben auf einen späteren Zeitpunkt, die wir aber noch am selben Tag erledigt haben wollten. Außerdem fehlte uns Zeit zur Wiederholung und Festigung der in den Aufgaben erarbeiteten Grammatikpunkte.
Wir denken, daß eine konkrete Zeitangabe für die Bearbeitung einer Aufgabe vorteilhafter für beide Seiten ist, da wir zeitlich besser planen können und die Arbeitsgruppen konzentrierter arbeiten müssen, um die Aufgaben zu erledigen. Selbstverständlich soll dabei für die Teilnehmer kein Zeitdruck entstehen, aber für uns ist klar, daß die Einteilung besser und konsequenter vorgenommen werden muß.
Wie schon unter Punkt 3.1 erwähnt, bereitete uns das Einhalten der Arbeitssprache Probleme, da sich die Teilnehmer im Endeffekt mehr auf französisch als auf deutsch unterhielten. Ein Grund dafür lag darin, daß das Französischniveau der Deutschen höher war als das Deutschniveau der Franzosen. Diese Tendenz konnte man aber auch außerhalb des Unterrichts feststellen. Obwohl wir die Franzosen immer wieder darauf hinwiesen, sich auf deutsch zu äußern, gerade wenn die Arbeitssprache Deutsch war, fielen sie nach kurzer Zeit wieder ins Französische zurück. Beim nächsten Mal müssen wir intensiver darauf achten, daß diese Spielregel von uns noch eindringlicher erklärt und von den Teilnehmern entsprechend eingehalten wird.
4. Rolle der Lehrer bei der simulation globale
Die Hauptarbeit bei einer simulation globale liegt in der Vorbereitungsphase vor dem Kurs. Da wir schon die ungefähren sprachlichen Vorkenntnisse der Teilnehmer kannten, konnten wir entsprechende Lernziele für den Kurs definieren, die im Verlauf der simulation globale von den Teilnehmern erreicht werden sollten. Dafür mußten wir uns den Handlungsrahmen zu unserem simulation-globale-Thema "L'immeuble" überlegen. So sind die verschiedenen Unterrichtseinheiten, wie sie unter 3.2 erläutert wurden, entstanden. Außerdem mußten wir die passenden Materialien zu den Unterrichtseinheiten zusammenstellen.
Bei der Durchführung der simulation globale mit den Teilnehmern hatten wir als Lehrer vor allem die Rolle des Beobachters und des "Motors" bei der Entstehung der Geschichte. Am Anfang gaben wir den Rahmen, in dem die Teilnehmer die Geschichte entwickeln sollten, vor. Außerdem brachten wir die simulation globale durch von uns am Anfang einer neuen Unterrichtseinheit vorgegebene Ereignisse voran, auf die die Teilnehmer entsprechend ihrer Rolle reagieren sollten.
Während der Arbeitsphasen zeigten wir uns dadurch präsent, daß wir darauf achteten, daß die Teilnehmer sich nicht zu sehr von ihrer Rolle entfernten. Bei einer simulation globale ist es wichtig, daß die erfundenen Personen in ihren Rollen realitätsnah nachvollziehbar bleiben und weder zu Karikaturen noch zu Stereotypen werden. Die Rolle der Lehrer besteht darin, auf die Einhaltung dieser Spielregel zu achten und gegebenenfalls einzugreifen, um den Teilnehmer wieder auf den richtigen Weg zu bringen. Bei Motivationsproblemen seitens eines Teilnehmers können die Lehrer helfen, indem sie Anregungen oder Tips geben, ohne dabei einen konkreten Einfluß auf dessen Rolle zu nehmen.
Die Lehrer sollten darauf achten, daß es die Teilnehmer sind, die im Mittelpunkt der simulation globale stehen, und daß diese die vorgegebenen Spielregeln einhalten, damit eine nachvollziehbare Geschichte entstehen bzw. entwickelt werden kann. Außerdem sollte die simulation globale durch von Zeit zu Zeit eingeschobene Erholungsphasen z.B. in Form von Spielen aufgelockert werden, wenn die Situation es erfordert. Dieses zu erkennen, gehört für uns auch zu den Aufgaben der Lehrer.
5. Schlußbetrachtung
Unsere erste Erfahrung mit der simulation globale erwies sich als sehr positiv. Die von uns gesteckten Ziele wie Erweiterung und Förderung der kommunikativen Kompetenz, größere Flexibilität bei der Aufgabenbearbeitung und bessere Integration der Teilnehmer wurden alle erreicht. Jeder konnte sich seinen sprachlichen Fähigkeiten entsprechend einbringen und diese im Verlauf des Unterrichts nach seinen Möglichkeiten erweitern.
Die Teilnehmer bearbeiteten die von uns gestellten Aufgaben in der Regel mit viel Engagement, Spaß, Phantasie und Freude. Das Rollenspiel in der simulation globale wurde von ihnen voll übernommen und im Laufe der Tage entwickelte sich eine richtige Hausgemeinschaft unter den Hausbewohnern.
Der Wechsel zwischen schriftlicher und mündlicher Arbeit wurde als sehr positiv angesehen und die Spiele und Lieder als willkommene Abwechslung und Pause während der simulation globale-Phasen.
Die Tandemarbeit hat allen Teilnehmern gut gefallen, wie wir den Kommentaren der schriftlichen Befragung entnehmen konnten.
Auch uns hat die Arbeit mit der simulation globale sehr gut gefallen. Unsere Erwartungen wurden voll erfüllt. Unser Verhältnis zur Gruppe war ein sehr gutes, auch weil die Teilnehmer so aktiv und engagiert mitarbeiteten. Sie verstanden sich auch untereinander recht gut, was der allgemeinen Stimmung in der Gruppe sehr förderlich war.
Diese positive Bilanz ermutigt uns, bei entsprechender Gelegenheit erneut eine simulation globale im Rahmen eines deutsch-französischen Sprachkurses durchzuführen.
Anhang: Unterrichtsplanung Simulation globale
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Unterrichtseinheit
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Beschreibung der Aufgabe
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Unterrichtsziel
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| Tag 1 |
Verteilung der Wohnungen |
Teilnehmer sollen im Plenum über ihre Vorstellungen diskutieren. |
Meinungsäußerung: Wünsche, Vorlieben
Lagebeschreibung. |
| Erfindung der Hausbewohner |
Teilnehmer sollen im Tandem ihre Person im Rollenspiel festlegen. |
Persönliche Vorstellung: Name, Alter, Geburtsdatum, Nationalität, Beruf, Familienstand. |
| Physische Beschreibung der Hausbewohner |
Teilnehmer sollen im Tandem das Aussehen ihrer Person beschreiben. |
Beschreibung der Person: Augenfarbe, Haarfarbe, Gewicht, Größe, besondere Merkmale, Kleidung. |
| Tag 2 |
Wohnungsplanung und deren Einrichtung |
Teilnehmer sollen im Tandem ihre Wohnung selber zeichnen und einrichten sowie in beiden Sprachen beschriften.
Anschließend sollen die Teilnehmer den anderen ihre Wohnung zeigen und kurz vorstellen. |
Wortschatzarbeit: Bezeichnung der Räume und Möbel in einer Wohnung. |
| Beschreibung eines Zimmers |
Teilnehmer sollen im Tandem ein Zimmer ihrer Wohnung komplett beschreiben. |
Lagebeschreibung: unter, über, rechts, links, zwischen, vor, hinter. |
| Tag 3 |
Tagesablauf der Hausbewohner |
Teilnehmer sollen im Tandem den genauen Tagesablauf ihrer Person schildern. |
Tagesablauf: Uhrzeiten und damit verbundene Tätigkeiten in der Gegenwartsform. |
| Der Heizungsmann kommt |
Teilnehmer sollen im Plenum eine Terminliste erstellen, damit der Heizungsmann in allen Wohnungen die Heizung ablesen kann. |
Meinungsäußerung: Ablehnung, Zustimmung, Kompromisse. |
| Die Hausordnung |
Teilnehmer sollen im Tandem Vorschläge für eine Hausordnung ausarbeiten, um anschließend im Plenum eine endgültige, gemeinsame Hausordnung festzulegen. |
Imperativformen: bejahte und verneinte Formen. |
| Tag 4 |
Gerüchte im Haus |
Teilnehmer sollen im Tandem Sketche erarbeiten, in denen es um Gerüchte über andere Hausbewohner geht.
Anschließend sollen die Teilnehmer ihre Sketche den anderen vorstellen. |
Meinungsäußerung: Vermutungen, Möglichkeiten.
Indirekte Rede. |
| Wir machen ein Sommerfest |
Teilnehmer sollen im Plenum über die Adresse des Hauses sowie über das Datum und die Uhrzeit des Festes entscheiden. |
Meinungsäußerung: Vorschläge, Kompromisse. |
| Einladung zum Sommerfest |
Teilnehmer sollen im Tandem eine Einladung zum Sommerfest in Form eines Briefes verfassen.
Anschließend sollen die Teilnehmer ihren Brief vorlesen. |
Formulieren eines Briefes: Begrüßungsformeln, Briefende. |
| Tag 5 |
Einkaufen für das Sommerfest |
Teilnehmer sollen im Plenum über die notwendigen Einkäufe für das Fest entscheiden und die Aufgaben unter sich verteilen. |
Meinungsäußerung: Wünsche, Vorschläge, Entscheidungen treffen. |
| Teilnehmer sollen im Tandem zu verschiedenen Einkaufssituationen Sketche vorbereiten.
Anschließend sollen die Teilnehmer ihre Sketche den anderen vorstellen. |
Kundengespräch führen: nach Waren fragen, Preise erfragen, bezahlen. |
| Tag 6 |
Das Haus wird abgerissen |
Teilnehmer sollen im Tandem ihre Zukunftspläne in Form eines Sketches äußern.
Anschließend sollen die Teilnehmer ihre Sketche den anderen vorstellen. |
Futur: Pläne entwerfen und formulieren. |
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