Die „simulation globale“: das gemeinsame Schaffen als Werkzeug des Sprachenlernens und Motor der Begegnung
Die „simulation globale“ ist eine Sprachlernmethode, die darauf basiert, mit einer Gruppe von Lernenden ein kreatives Gemeinschaftswerk durchzuführen. Im Laufe eines solchen Schaffensprojekts werden unterschiedliche Aktivitäten umgesetzt: Verwendung authentischer Dokumente, Rollenspiele, konkrete mündliche und schriftliche Kommunikationssituationen, das Verfassen von Texten... Aktivitäten, die unterschiedliche Mittel des Sprachenlernens darstellen.
Diese Methode ist in den 70er Jahren ursprünglich von Francis Debyser und Jean-Marc Carrée vom CIEP in Sèvres entwickelt worden. Sie stellt eine Alternative zu den Lehrbüchern jener Zeit dar, da sie den kommunikativen Aspekten des Sprachenlernens einen großen Platz einräumte.
Die „simulation globale“ besteht darin, eine fiktive Lebenswelt und fiktive Identitäten entstehen zu lassen sowie in diesem Kontext eine Reihe von Interaktionsanlässen zu schaffen, in denen die Nutzung von Sprache notwendig ist. Dieser Kontext gibt außerdem eine Reihe von Rahmenbedingungen vor: einen Raum und eine zeitliche Abfolge, durch die das kreative Arbeiten geleitet wird. Die in diesem Rahmen entwickelten Kommunikationssituationen geben den sprachlichen Aktivitäten einen Sinn und machen aus diesen nahezu authentische Kommunikationssituationen. Dies wirkt sich positiv auf die Motivation und das Engagement der Lernenden aus.
Das Eintauchen in eine fiktive Welt erweist sich als sehr anregend und erleichtert den Teilnehmern, das Wort zu ergreifen. Diese sind oft gehemmt, wenn es darum geht, sich in der Fremdsprache auszudrücken, die Maske einer fiktiven Identität kann diese Hemmungen deshalb aufheben.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, eine solche Simulation umzusetzen – eine Insel, ein Mehrfamilienhaus, ein Dorf, der Zirkus usw. Einige eignen sich besonders für bestimmte Berufsgruppen (so z.B. „die Firma“). Die Methode der „simulation globale“ kann mit sehr unterschiedlichen Gruppen durchgeführt werden, von Anfängern bis hin zu Fortgeschrittenen sowie mit Lernenden sämtlicher Altersstufen.
Sie ist seit 1995 vom DFJW an die Sprachlernsituation der binationalen Sprachkurse angepasst worden. Sie ist für diese Lernform sehr geeignet und wird von jugendlichen Teilnehmern meist sehr positiv aufgenommen, die in der Regel eine starke Vorstellungskraft haben. So können die deutschen Teilnehmer sich beispielsweise die Identität der Franzosen annehmen und umgekehrt. Beide Sprachen werden so simultan gelernt. Sie ermöglicht außerdem die Arbeit an einem gemeinsamen Projekt, welches die Beziehung und die Kooperationsfähigkeit zwischen deutschen und französischen Jugendlichen verbessert.
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