Arbeitstexte de travail

FÜR DIE ENTWICKLUNG INTERKULTURELLER KOMPETENZ IN EUROPA
WELCHE AUS
BILDUNGEN?
WELCHE FOR
MALE ABSCHLÜSSE?

Inhaltsverzeichnis

 

 

EINLEITUNG

Ein Potential interkultureller Kompetenzen
Jacques Demorgon

Die technologische und wirtschaftliche Globalisierung und die verschiedenen Versuche weltweiter politischer Verständigung stecken den neuen Rahmen menschlichen Tuns ab.

Internationale Begegnungen haben sicherlich in unterschiedlichen Formen - friedlich oder kriegerisch, elitär oder auf breiter Grundlage - schon immer stattgefunden; die aufeinandertreffenden Kulturen ähneln sich dabei immer hinsichtlich gewisser Aspekte, wie sie auch zugleich hinsichtlich anderer voneinander verschieden sind. Heutzutage jedoch finden diese Begegnungen überall und immerzu statt und vor allem sind sie inzwischen in qualitativer Hinsicht außerordentlich vielgestaltig geworden.

Abgesehen von den traditionellen Bereichen, wie z. B. im Tourismus oder in den der journalistischen Informationsgewinnung gewidmeten Bereichen, die längere Aufenthalte mit sich bringen konnten, blieben die internationalen Begegnungen bis vor kurzem insgesamt eher spezialisiert, punktuell und von kurzer Dauer. Aufgrund der inzwischen verstärkten Mobilität, ob sie nun erzwungen, hingenommen oder erwünscht sein mag, sind die Begegnungen heute nicht nur häufiger und vielgestaltiger, sondern auch offener geworden, sie werden in regelmäßigen Abständen wiederholt oder dauern auch schon mal länger an. Und: sie finden sowohl zwischen Einzelpersonen statt, als auch zwischen Gruppen, Organisationen, Institutionen und ganzen Nationen.

Trotz ihrer Funktionalität spielen in diesen Begegnungen die jeweiligen - einander ähnlichen oder voneinander verschiedenen - kulturellen Realitäten dennoch unausweichlich eine Rolle. Sie können deshalb nun auch häufiger als Gelegenheiten für Bemühungen um gegenseitiges Kennen- und Verstehenlernen angesehen werden, auch wenn dies noch im Gegensatz zu Gewohnheiten, Meinungen und Einstellungen steht, die in jeder Nationalkultur tief verankert sind. Den meisten Menschen ist nämlich ein guter Teil der Merkmale ihrer eigenen Nationalkultur noch nicht ins Bewußtsein gerückt.

Darin zeigt sich die ganze Vieldeutigkeit des Interkulturellen. Einerseits beruht es auf Gegebenheiten, die mit dem aktuellen Globalisierungsprozeß zusammenhängen und um die niemand herumkommt. Andererseits hängt es von Vorhaben ab, die auf die Initiative von einzelnen Individuen, Gruppen und Institutionen zurückgehen. Tatsächlich ist das Interkulturelle gerade erst dabei, aus dem unreflektierten Bereich der menschlichen Erfahrung herauszutreten. Um so wichtiger ist es, seine Weiterentwicklung überall da zu fördern, wo es in Erscheinung tritt.

Aufgrund dieses Stands der Dinge gab es Überlegungen, die darauf abzielten, das Potential interkultureller Kompetenzen mit Hilfe spezifischer Ausbildungsmaßnahmen zu entwickeln sowie deren offizielle Anerkennung zu sichern. Die Frage ist: Müßten entsprechende theoretische und praktische Anteile solcher Maßnahmen nicht auch zu Zertifikaten und Diplomen führen, wenn man wirklich die Anerkennung dieser noch relativ seltenen Kompetenzen erreichen will?

Dann kommt man allerdings auch nicht um die folgenden weiteren Fragen herum:

- Um welche Art von Kompetenzen handelt es sich?

- Welche Bedingungen müßten geschaffen werden, um in unseren Gesellschaften dieses interkulturelle Potential zu erhalten, zu konsolidieren und weiterzuentwickeln?

- Welche Ausbildungen ermöglichen es, auf diese Erfordernisse einzugehen? Sollte nicht - trotz aller Bedenken und kontroversen Auffassungen dazu - auch in diesem Bereich die Einrichtung von qualifizierenden Abschlüssen als eine mögliche und bedenkenswerte Maßnahme angesehen werden?

Das Deutsch-Französische Jugendwerk ist eine der Einrichtungen, die mit dieser Problematik befaßt sind. Die deutsch-französische Begegnung stand zu Beginn und steht weiterhin im Zentrum des Auftrags des Jugendwerkes. Doch die Begegnungen haben sich gegenüber anderen Ländern Europas (1976) und schließlich der Welt (1989) geöffnet. Das führte zu anspruchsvollen interkulturellen Perspektiven.

Hier seien einige dieser Perspektiven genannt: "Verständigung erfordert die Fähigkeit, die eigenen Interessen und die des Partners zu erkennen, sie abzuwägen, und sich darüber offen auseinanderzusetzen und mögliche Konflikte auszutragen. Sie verlangt die Erkenntnis der eigenen und fremden Vorurteile, Selbstkritik und das Eingehen auf die Kritik des anderen. Solidarität und Zusammenarbeit setzen die Bereitschaft zur wechselseitigen Verantwortung in der Erkenntnis der gegenseitigen Abhängigkeit voraus." Auf dieser Basis "hat das Jugendwerk die Aufgabe zu fördern, zu beraten und Maßnahmen anzubieten, voranzutreiben und zu erproben." (s. Richtlinien)

Wohlgemerkt sind neben dem DFJW gleichzeitig auch viele andere Institutionen aufgerufen, diesen Bereich der interkulturellen Kompetenzen zu entwickeln und zu seiner Anerkennung beizutragen.

Die Frage der interkulturellen Kompetenzen enthält zwei verschiedene Problemkomplexe. Betrachten wir zunächst den ersten:
Auch wenn Interkulturalität inzwischen eine immer häufigere Situation geworden ist, weiß man doch nicht so recht, wie man damit umgehen soll. Für viele ist bereits das Wort an sich problematisch, um so mehr die Realitäten, auf die es verweist.

Der Interkulturalität wird häufig die Multikulturalität als ein angeblich objektiver Zustand entgegengehalten, der sich nur auf beobachtete Tatsachen beziehe. Doch ist das wirklich der Fall? Kann sich überhaupt so etwas wie Multikulturalität entwickeln, ohne daß zugleich Interkulturalität mit im Spiel wäre?

Das Problem rührt daher, daß man unter Interkulturalität das Feld aller Interaktionen verstehen kann, die sich zwischen Personen mit unterschiedlichem kulturellen Hintergrund abspielen. Definiert man Interkulturalität auf diese Weise, dann ist sie sehr weitgefaßt und sehr vielgestaltig.

Sie umfaßt die im klassischen Sinn touristische Interkulturalität, die dazu führt, daß größere Teile der Bevölkerung eines Landes sich gleichzeitig massenweise in ein anderes Land begeben. Sie umfaßt auch eine ganz andere Interkulturalität, die sich zunehmend in den durch wirtschaftliche Faktoren bestimmten Abläufen von multinationalen Unternehmen, in Unternehmensführung, Produktion und Verkauf bemerkbar macht.

Sie umfaßt eine diplomatische Interkulturalität, die sich auf der Ebene der öffentlichen und privaten internationalen Beziehungen weiterentwickelt.

Aber auch eine militärische Interkulturalität gehört dazu, erstmalig in der deutsch-französischen Brigade verwirklicht, jetzt auch im Euro-Corps mit seinen bald schon mehr als vier Nationalitäten.

Noch jüngeren Datums ist die Interkulturalität in der humanitären Hilfe. Sie beruht einerseits auf öffentlichen Programmen (z. B. im Rahmen der UNO) und geht andrerseits auf private Initiativen zurück (verschiedene NGOs).

Die Interkulturalität im politischen und sozialen Bereich hat, historisch gesehen und ganz konkret, grundlegende Bedeutung für die Konstituierung einzelner Länder gehabt. Beispiele dafür, die früher häufig als gelungen beurteilt worden sind, ziehen heute wegen der dort herrschenden Gewalt das Augenmerk auf sich. Länder, die noch vor kurzem als Modelle präsentiert wurden - der Libanon als "Schweiz des Nahen Ostens" - Jugoslawien, als "dritter Weg zwischen Ost und West" - schlitterten auf tragische Weise in Bürgerkrieg oder gar "ethnische Säuberungen" hinein.

Auch im wiedervereinigten Deutschland wird intensiv, hier mit einer langfristig konstruktiven Perspektive, an einer interkulturellen Anpassung gearbeitet. Man versucht dabei, Entwicklungen und Übergänge zwischen den westlichen Kulturen und den Kulturen der osteuropäischen Länder zu schaffen. Dabei ist zu berücksichtigen, daß die Unterschiede zwischen diesen Kulturen sich nicht in den ideologischen und pragmatischen Gegensätzen von Liberalismus und Kommunismus erschöpfen.

Die Interkulturalität betrifft heute alle diese Felder, von der interpersonellen Begegnung bis zur internationalen Geopolitik.

Es gibt ein zweites Problemfeld. Die Nutzung interkultureller Kompetenzen hängt nicht nur von den betroffenen Bereichen ab, sondern auch von grundlegend unterschiedlichen ideologischen und praktischen Orientierungen.

Die vielleicht am häufigsten anzutreffende Orientierung besteht in einer pragmatischen Sichtweise, die oft einen guten Teil an strategischem Opportunismus einschließt. Man hält eine Interkulturalität hoch, deren Schlagwort "dein Anderssein bereichert mich" sein könnte, versteht sie aber im Sinne von "dein Geld interessiert mich". Geht man noch einen Schritt weiter, dann wertet man die Unterschiede auf, um sie in den Dienst der Rivalität zu Dritten zu stellen, nach dem Motto: "mein Anderssein und dein Anderssein können uns beiden nützlich sein".

Dies ist eine Interkulturalität, die nach dem Marktprinzip der adaptiven Allianzen innerhalb eines Umfelds von Konkurrenz strukturiert ist. Das entspricht einer Sichtweise der liberalen Anpassung. Sie beruft sich auf einen - wie von einer unsichtbaren Hand gelenkten - Harmonisierungsprozeß, der Probleme mit Ähnlichkeiten und Unterschieden vergessen läßt und so aus sich selbst heraus z. B. zum Aufbau Europas führen oder zumindest dazu beitragen kann.

Die zweite Orientierung ist stärker theoretischer Natur. Sie zielt darauf ab, eine ideale Interkulturalität herzustellen, die aus einer Verbindung oder besser noch Mischung von z. T. unterschiedlichen, aber komplementären Wertvorstellungen besteht.

Man könnte darin eine "ökumenische" Sichtweise erkennen, die auf die Nationalkulturen in ihrer heutigen und zukünftigen Entwicklung in einem weltumspannenden Rahmen angewandt wird. Man könnte dabei auch an die Träume der Esperanto-Anhänger denken. Es handelt sich bei dieser Orientierung um eine Neuauflage utopischen Denkens, wie es früher bei Platon, More, Fourier usw. seinen Niederschlag fand. Es geht dabei insgesamt um sehr vage Perspektiven; folgt man ihnen zu leichtgläubig, dann können sie Enttäuschungen, zynische Verkehrungen und Gewalttätigkeiten nach sich ziehen.

In dem Bewußtsein, daß diese beiden Orientierungen so oder so weiterbestehen werden, möchten wir nun eine dritte Möglichkeit anführen. Zwischen den besonderen, aus dem Augenblick geborenen sowie opportunistisch- interessegeleiteten Strategien und der fernen, utopischen Idealwelt ist Raum für Suchprozesse, die sich Schritt für Schritt entwickeln. Solche Suche geht von konkreten interkulturellen Problemen aus und zielt darauf ab, dafür in jedem einzelnen Fall so einfallsreiche und erfinderische Lösungen wie möglich zu finden.

Das doppelte Bewußtsein - einerseits von der Vielfalt der Bereiche, die von Interkulturalitität betroffen sind; andererseits von der Verschiedenheit der darin anwendbaren Orientierungen - erlaubt es, Umfang und Tiefe der Probleme zu verstehen, auf die interkulturelle Kompetenzen zu antworten haben und folglich auch der Probleme, die entstehen, will man geeignete Formen der Ausbildung für ihre Entwicklung sowie Maßnahmen für ihre berufliche Anerkennung festlegen.

 

Die obigen Betrachtungen zeigen deutlich genug, daß wir es mit einer Mischung von ganz verschiedenen Arten von Interkulturalität zu tun haben. Der Begriff umfaßt mehr als nur die inter-nationale Dimension, selbst wenn er in diesem Bereich geprägt wurde. Interkulturalität bezieht sich auf viele andere Bereiche, wie z. B. auf den der Beziehungen zwischen Männern und Frauen oder der Beziehungen zwischen den verschiedenen Altersklassen. Es ist bekannt, wie sehr diese beiden quer zu den anderen liegenden Problematiken ständig mit allen übrigen interkulturellen Fragestellungen verquickt sind. Eine kontinuierliche Klärungsarbeit in allen diesen Bereichen würde es ermöglichen, zu tiefergehenden und stärker ausgestalteten Formen des Austauschs, der Verständigung und der Zusammenarbeit zu gelangen.

Das gilt besonders für die professionelle Leitung und Begleitung internationaler Begegnungen, jenes "Erprobungsfeld für eine europäische Jugendarbeit" also, mit dem sich das Deutsch-Französische Jugendwerk befaßt.

Dies ist jedoch nur ein Bereich neben anderen, denn das Feld der Erziehung und Bildung von Jugendlichen muß sich unausweichlich auf die Gesamtheit der menschlichen Handlungsfelder beziehen. Die hierfür notwendigen Kompetenzen umfassen nicht nur die Weitergabe von Wissen, auch nicht nur dessen auf heutige Bedingungen bezogene Aktualisierung, sondern sie müssen ausdrücklich die Fähigkeit einschließen, "gemeinsam neue Lebensformen zu entwickeln".

Unter diesen Bedingungen wird man sich nicht weiter damit begnügen können, eigene nationale Lösungen und andere nationale Lösungen nebeneinander oder einander gegenüberzustellen. Genausowenig ist es eine Lösung, den interkulturellen Schwierigkeiten durch zentralisierte und ohne Abstimmungen operierende Lösungen entgegenzuwirken, an die sich dann die Nationen anschließen sollen, ohne daß dabei deren markante kulturelle Eigenarten berücksichtigt werden.

Angesichts dieser Schwierigkeiten bestünde noch eine andere Ausflucht darin, sich mit einer aus dem Stand entwickelten, ganz abstrakten und anspruchsvollen Definition von interkultureller Kompetenz zu begnügen. Eine solche Definition könnte zwar alle benötigten Dimensionen zusammenfassen: das theoretische Wissen, die Sensibilität, die persönlicher Betroffenheit entspringt, die pädagogische Praxis usw. Das hieße aber die Augen davor verschließen, daß die Formulierung so hoher Anforderungen nur sehr begrenzte praktische Auswirkungen hätte. Es kommt vielmehr auf schrittweises Vorgehen bei der Vorbereitung und Umsetzung dieser Maßnahmen an.

Es ist also nötig, gleich zwei Klippen zu umschiffen. Die eine besteht in der Neigung, auf entsprechende Anforderungen ganz zu verzichten, die andere darin, sie auf der Stelle umfassend umsetzen zu wollen.

So müßten im linguistischen Bereich sowohl die einsprachigen, als auch die mehrsprachigen Perspektiven verfolgt werden, um zu verhindern, daß eine Sprachelite entsteht, die zu weit von der Durchschnittsbevölkerung entfernt ist.

Außerdem sollten die Forscher, Lehrer, Begegnungsleiter in der Lage sein, ihre eigene Ausbildung fortzuführen, indem sie die tiefgehenden Schwierigkeiten interkultureller Situationen am eigenen Leib erfahren und selbst durcharbeiten. Erst dann werden sie zu echten Multiplikatoren.

Das Deutsch-Französische Jugendwerk sammelt seit über zwei Jahrzehnten in diesem Bereich Erfahrungen. Zusammen mit den zahlreichen Partnerinstitutionen wurden theoretische und praktische Werkzeuge entwickelt, die sicherlich besonders die deutsch-französische Interkulturalität betreffen. Doch zahlreiche trinationale Programme haben es ermöglicht, auch andersgeartete interkulturelle Situationen zu erforschen.

Zu all diesen Fragen möchten wir eine erste Reihe von Beiträgen leisten. Sie gehen aus laufenden Untersuchungen in diesem sich manchmal überstürzt weiterentwickelnden Bereich hervor. Die Plötzlichkeit der Entwicklung läßt befürchten, daß entweder Lösungen pauschaler Art bevorzugt werden, oder aber, daß auch weiterhin die Sichtweisen anderer Nationen und Völker nicht zur Kenntnis genommen werden.

Im Kontext der Forschungen, die regelmäßig beim Deutsch-Französischen Jugendwerk durchgeführt werden, hat sich eine Arbeitsgruppe diesen schwierigen und neuen Fragen gewidmet. Auf der Grundlage des Versuchs einer Klärung dieser Fragen sollen auch konkrete Vorschläge unterbreitet werden.

 

Im folgenden werden erste, ausgewählte Ergebnisse vorgestellt, zu denen deutsche, französische und ein britischer Forscher unterschiedlicher Ausbildung und akademischer Disziplin beigetragen haben.

Hier die Übersicht zu den einzelnen Kapiteln:

Im ersten Kapitel befaßt sich die Arbeitsgruppe mit der Frage nach der allgemeinen sozialen Notwendigkeit, auf Zertifikate und Diplome zurückzugreifen, um Ausbildungen formell zu bestätigen.

Im zweiten Kapitel untersuchen wir, was bisher im Rahmen der nationalen Ausbildungen für den interkulturellen Bereich erreicht worden ist.

Im dritten Kapitel stellen wir uns die gleiche Frage hinsichtlich der ausbildungsbezogenen Vorstellungen, die von der Europäischen Union umgesetzt werden.

Im vierten Kapitel werden in exemplarischer Form nur einige weitere bereits bestehende Ausbildungen vorgestellt. Es ist jedoch vorgesehen, daß die Arbeitsgruppe diese Informationen und Analysen im weiteren Verlauf ihrer Arbeit ergänzt und vertieft.
In diesem Sinn laden wir hiermit die Verantwortlichen der bereits genannten Ausbildungen - und auch anderer, uns noch nicht bekannter Initiativen - ein, uns eine detaillierte und die Vorgehensweise begründende Dokumentation über ihre die interkulturelle Dimension einschließenden Ausbildungen zukommen zu lassen.

Im fünften Kapitel stellen wir mehrere Ansätze vor, die für eine erweiterte und vertiefte interkulturelle Ausbildung in Betracht gezogen werden müssen. Sie sollen Interessierten die Chance eröffnen, bezüglich der Behandlung der neuen interkulturellen Probleme eine professionellen Ansprüchen genügende Selbständigkeit zu entwickeln.
Mit dem Ziel, das Verständnis zwischen allen, die in diesem Bereich arbeiten, zu erleichtern, zeigen wir deshalb, daß es darauf ankommt, die drei grundlegenden Denkprozesse: generalisieren, partikularisieren, singularisieren aufeinander zu beziehen, anstatt eine Ebene gegen die andere auszuspielen.

Im letzten Kapitel kommen wir auf einige konkrete soziale Praxisfelder zurück, in denen sich die neuen interkulturellen Phänomene zeigen: Sprachen, Sozialarbeit, Unternehmens-kooperation und Leitung von internationalen Begegnungen.
Wir versuchen dabei - ohne uns zu sehr in Details zu verlieren - besonders im Hinblick auf den letzten Sektor zu prüfen, inwiefern interkulturelle Ausbildungsmaßnahmen und ihre Abschlüsse nunmehr von ganz bestimmten Anforderungen her konzipiert werden können. Dabei haben wir die Hoffnung, daß weitere Erfahrungen, Analysen und neue Kenntnisse dazu beitragen, diese Ausbildungen verläßlicher, in sich stimmiger und fruchtbarer zu machen.

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