Arbeitstexte de travail

Das DFJW und interkulturelle Suchprozesse:
Forschung, die neue Perspektiven in Europa eröffnet

 

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Forschungsorientierte Aus- und Fortbildungsprogramme im DFJW

IV. Die Praxis der forschungsorientierten Aus- und Fortbildungsprogramme

Für die Begegnungen und insgesamt für die Entwicklung des Austauschs wichtigen Fragestellungen nachzugehen, aber auch vorhandenes Wissen verdaubar aufzubereiten, sowie gleichzeitig sicherzustellen, daß in optimaler Weise die für die Programme Verantwortlichen von der Tätigkeit der Wissenschaftler profitieren können (und dies ist ja das wichtigste Ziel) hat zu einem, wie sich mittlerweile sagen läßt, bewährten Ansatz geführt, der als forschungsorientierte Fortbildung bezeichnet werden kann und die Forschungsprogramme charakterisiert.

"Forschungsorientierte Fortbildung" bedeutet, daß die Wissenschaftler zusammen mit Gruppenleitern, Lehrern, Ausbildern usw., die für Begegnungsprogramme verantwortlich sind, an den gewählten Fragestellungen arbeiten, dies in Form von Seminaren, was nicht ausschließt, daß sich die Wissenschaftler zwischendurch auch unter sich treffen. Die Wissenschaftler finden sich dabei gewissermaßen auch in der Rolle von Programmverantwortlichen wieder - also in der Rolle derjenigen, für die ihre Arbeiten gedacht sind.

Die Wissenschaftler erleben die Realität von Begegnungssituationen. Wie noch gezeigt werden wird, sind viele mit dem Zusammenleben einer deutsch-französischen Gruppe zusammenhängenden Fragestellungen altersunabhängig, so daß auch dies dazu beitragen kann, die Arbeiten anwendungsorientierter zu machen.

Die teilnehmenden Gruppenleiter, Lehrer, Ausbilder usw. repräsentieren sich selbst, also Verantwortliche von Gruppenbegegnungen, und führen ihre Ideen und Fragestellungen in die Programme ein, sie repräsentieren aber auch die Teilnehmer an den von ihnen betreuten Programmen und führen auf diese Weise in das Forschungsfeld auch ihre Erfahrungen mit den Teilnehmern an Begegnungen ein.

Es hat sich gezeigt, daß einmalige Treffen von Wissenschaftlern und Austauschverantwortlichen nicht ausreichen, um die gemeinsamen Überlegungsprozesse zur Ausreifung zu bringen. Deshalb werden die forschungsorientierten Fortbildungsprogramme in der Regel in Form von Zyklen durchgeführt, bei denen sich die Gruppe und das Forscherteam mehrmals in Abständen, verteilt auf 2-3 Jahre trifft. Es hat sich gezeigt, daß diese Form vor allem erhebliche Vorteile bei der Rückkopplung der Teilnehmer mit ihrer eigenen Begegnungspraxis in ihren Jugendgruppen, Sportvereinen, Schulklassen usw. mit sich bringt.

In bestimmten Fällen wurden zusätzlich zu den eigentlichen forschungsorientierten Fortbildungsprogrammen teilnehmende Beobachtungen durchgeführt, wenn es als notwendig angesehen wurde, bestimmte Sachverhalte genauer zu erfassen, über die nicht genug bekannt war.

So wurde z. B. in einem Projekt, das den Grad der Vorprägung von Schülern in bezug auf die Einstellung zum Nachbarland erfassen wollte, entschieden, dies in bezug auf möglichst junge Schüler zu tun. Es wurden Begegnungsprogramme mit 9-11jährigen Schülern eingerichtet und Wissenschaftler wirkten als teilnehmende Beobachter dabei mit.

Die Gruppenleiter, Lehrer und Ausbilder profitieren in den forschungsorientierten Fortbildungsprogrammen nicht nur für sich selbst, sondern tragen die gewonnenen Anregungen auch in ihre Verbände, Vereine, Dienststellen, Schulen, Jugendhäuser usw.

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