ifde3b.gif (1441 Byte)Tr@nsnet

2. Pädagogische Qualitätssicherung
2.1 Pädagogische Qualitätssicherung auf der Ebene der Einrichtungen der
     Praktikantenvermittlung: Vorbereitung der entsendenden Einrichtung
2.1.1 Programme für junge Auszubildende während der beruflichen Erstausbildung
2.1.2 Programme für junge Arbeitslose nach abgeschlossener Erstausbildung
2.1.3 Berufspraktika für junge Journalisten, Buchhändler, Bibliothekare,
        Museumskräfte und Landwirte
2.1.4 Studiengebundene Praktika für Studenten
2.1.5 Programme mit individueller Praktikumssuche für junge arbeitslose
        Fachhochschul- und Hochschulabsolventen
2.1.6 Programm mit Gruppenauslandspraktikum für junge Arbeitslose
2.2 Erstellung des Qualifikationsprofils des Praktikanten
2.3. Vorbereitung und Durchführung bei der empfangenden Einrichtung der
       Praktikantenvermittlung
2.3.1 Koordinierung mit transnationaler entsendender Einrichtung
2.3.2 Kenntnisnahme der Broschüre über das jeweilige Praktikantenprogramm (s.o.)
2.3.3 Suche des Praktikantenplatzes im Betrieb
2.3.4 Koordinierung mit ausgewähltem Betrieb und Mentorenbetreuung der
        Betriebspraktika
2.3.5 Koordinierung von organisatorisch-administrativen Fragen zum
        Praktikantenstatus, zu Versicherungen, Unterkunft und Verpflegung
2.3.6 Check-Liste für empfangende Einrichtungen der Praktikantenvermittlung
2.3.7 Evaluierung der Betriebspraktika

Zu 2. Pädagogische Qualitätssicherung

2.1 Pädagogische Qualitätssicherung auf der Ebene der Einrichtungen der Praktikantenvermittlung: Vorbereitung der entsendenden Einrichtung

Die Vermittlungsorganisationen arbeiten mit sehr unterschiedlichen Praktikantenprogrammen. Die Unterschiede dieser Praktikantenprogramme erfordern auf Grund der jeweiligen Zielgruppen, finanziellen Bedingungen, dem Praktikantenstatus etc. eine unterschiedliche Koordinierungsarbeit auf nationaler und transnationaler Ebene.Die entsendenden Organisationen bzw. die einen Praktikantenplatz suchenden Interessenten sollten den empfangenden Organisationen Informationen über das jeweilige Praktikantenprogramm zur Verfügung stellen.

2.1.1 Programme für junge Auszubildende während der beruflichen    Erstausbildung

In Dänemark sollen junge Auszubildende während der Erstausbildung einen Teil des vorgeschriebenen Betriebspraktikums oder das ganze Praktikum im Ausland absolvieren. Das Betriebspraktikum im Ausland wird als integrierter Teil der Ausbildung anerkannt und im Rahmen der AER "Rückerstattung für Auszubildende an den Arbeitgeber" gefördert. Die Verknüpfung der Erstausbildung in Dänemark mit dem Betriebspraktikum im Ausland wird "PIU-Ausbildungsprogramm" genannt. Seit 1992 nutzten 800 dänische Auszubildende pro Jahr die Möglichkeiten des "PIU-Ausbildungsprogramms". Das PIU-Centret führt Auswahl- interviews und Seminare für die sprachliche, interkulturelle, berufsspezifische, psychologische und praktische Vorbereitung durch.

Das PIU-Centret verfügt über ein enges Netzwerk mit ausländischen Betrieben, das auf einer langjährigen Zusammenarbeit beruht und schlägt den Auszubildenden einen Praktikantenplatz vor. Das PIU-Centret bereitet den Ausbildungsvertrag vor, den der ausgewählte Betrieb mit dem/der Auszubildenden abschließt. Der Auszubildende erhält eine Vergütung nach einem nationalen Tarif, der zwischen den Sozialpartnern vereinbart worden ist.

Auszubildende, die ihre berufliche Erstausbildung in Frankreich absolvieren, erbringen in großer Zahl das vorgeschriebene Betriebspraktikum im Ausland. Die französische Berufsschule vermittelt in der Regel den Praktikantenplatz und trägt die Berufshaftpflicht- und Berufsunfallversicherung für die französischen Auszubildenden während der Dauer des Auslandspraktikums. Das Deutsch-Französische Jugendwerk vergibt Kurzstipendien für Praktikanten während eines Betriebspraktikums im Nachbarland.

In 1998 absolvierten 397 französische Auszubildende ein Betriebspraktikum in Deutschland und erhielten ein DFJW Kurzstipendium.

In Deutschland können Auszubildende in der beruflichen Erstausbildung das vorgeschriebene Betriebspraktikum im Ausland absolvieren und ein Kurzstipendien des DFJW in Anspruch nehmen. Durch das duale Ausbildungssystem steht den meisten Auszubildenden jedoch nur ihre Urlaubszeit zur Verfügung. In 1998 absolvierten 247 deutsche Auszubildende ein Betriebspraktikum in Frankreich und erhielten ein DFJW Kurzstipendium.

Das Deutsch-Französische Sekretariat für den Austausch in der beruflichen Bildung mit Sitz in Saarbrücken organisiert Gruppenpraktika.

Das Deutsch-Französische Jugendwerk vergab in 1998 an Auszubildende Kurzstipendien für Einzel- und für Gruppenpraktika im Nachbarland mit einem Fördervolumen von insgesamt DM 633.000.

Die Robert Bosch Stiftung schreibt jährlich den "Frankreich- Preis/ Prix Allemagne Verständigung miteinander- Verständnis füreinander" aus, der zum Ziel hat, das Interesse der deutschen und französischen Schüler des berufsbildenden Bereichs für die Partnersprache zu vertiefen.

Siehe auch Materialien:      -Merkblätter über berufsorientierte Praktika während der
                                         beruflichen Erstausbildung
                                        -Stipendien für o.g. Praktika
                                        -Zusammenarbeit zwischen Einrichtungen in der beruflichen                                           Bildung
                                        -z.B. Kurzinformationen zum deutsch-französischen                                           Austausch zwischen Einrichtungen der beruflichen Bildung                                          -z.B. Fortbildung für Begleiter von berufsorientierten                                           Programmen
                                        -Fragebogen: Partnersuche im Berufsbereich

2.1.2 Programme für junge Arbeitslose nach abgeschlossener Erstausbildung

In Schweden bietet das EU Programmkontoret in Stockholm jungen Arbeitslosen nach abgeschlossener Erstausbildung ein fünf- bis sechsmonatiges Betriebspraktikum im Ausland im LEONARDO Programm an. Die Praktikanten erhalten ein Stipendium, das die Kosten für Transport, Versicherungen, Unterkunft und Verpflegung abdeckt und ein Taschengeld enthält. Die jungen Arbeitslosen erhalten Informationsmaterial, haben Zugang zu Datenbanken und suchen sich die Praktikantenstellen mit Unterstützung der Berater des EU Programmkontoret. Das EU Programmkontoret überprüft die Seriosität des ausgewählten ausländischen Betriebes und unterschreibt die Praktikantenvereinbarung, die ebenfalls von dem ausländischen Betrieb und dem Praktikanten unterschrieben werden.
In 1998 nahmen 1000 junge Arbeitslose an diesem schwedischen LEONARDO Projekt teil.

In Frankreich führt SESAM. in Paris das LEONARDO Pilotprojekt "Sesam" für junge arbeitslose Arbeiter/innen und Handwerker nach abgeschlossener zweijähriger Erstausbildung durch. Dieses LEONARDO Projekt ist eine Fortbildung in Zusammenarbeit mit Fortbildungseinrichtungen des Handwerks und beinhaltet ein sechs- bis neunmonatiges Betriebspraktikum im Ausland.
Die Teilnehmer des SESAM Projekts erhalten ein LEONARDO Stipendium, das einen vorbereitenden Sprachkurs, die Fahrt-, Unterkunfts-, Verpflegungs- und Versicherungskosten trägt.

In Deutschland bietet SEQUA in Bonn arbeitslosen Handwerkern bis 30 Jahren die Teilnahme im "Sesam" Projekt an. Im "Sesam" Projekt absolvieren Junghandwerker nach der Gesellenprüfung ein sechs- bis neunmonatiges Betriebspraktikum mit Sprachkurs und Weiterbildung im Ausland. Die Handwerkskammern vermitteln die Praktikumsplätze und bieten einen vorbereitenden Sprachkurs im Gastland an. Die Betriebe zahlen in der Regel ein Praktikantenentgelt, das SEQUA aus Programmmitteln auf DM 1.400 aufstockt. Die Programmmittel von SEQUA setzen sich zum Teil aus LEONARDO Mitteln zusammen. In 1998 und 1999 werden 40 deutsche arbeitslose Junghandwerker und 100 ausländische Praktikanten aus EU Mitgliedsstaaten mit Förderung des "Sesam" Projekts ein Auslandspraktikum absolvieren. 

Zur Zeit baut SEQUA mit der französischen Partnerorganisation SESAM, das "Sesam- Netzwerk", ein europäisches Netzwerk nationaler Sesam Koordinatoren auf.

SEQUA führt des weiteren das SAMIS Projekt, ein europaweites Austauschprogramm für Fachkräfte des Handwerks ab 30 Jahren. An diesem Programm können arbeitslose Handwerker nach der Gesellen- oder Meisterprüfung teilnehmen. Im SAMIS Projekt absolvieren die Teilnehmer/innen im Ausland einen Sprachkurs, ein Betriebspraktikum und eine Weiterbildung.

In Deutschland und Frankreich können junge Arbeitslose bis zu einem Jahr nach ihrem Abschluß in der Erstausbildung ein Betriebspraktikum im Nachbarland mit einem DFJW-Stipendium absolvieren, das einen Zuschuß zu den Fahrtkosten und einen Zuschuß zum Lebensunterhalt von DM 600 bei einem einmonatigen und von DM 1.200 bei einem zwei-oder dreimonatigen Praktikum gibt.

In den Niederlanden bietet ein LEONARDO Projekt jungen Leuten nach abgeschlossener Erstausbildung in einem landwirtschaftlichen Beruf die Vermittlung von Auslandspraktika an, bei denen die Praktikanten ein monatliches Entgelt von 750 EURO erhalten. Damit sollen die Fahrt,- Unterkunfts-, Verpflegungs- und Versicherungskosten getragen werden. Die Vermittlungsorganisation erhebt für die Suche und Vorbereitung des Auslandspraktikums 250 EURO an Gebühren, die der/die Interessent/in privat zu entrichten hat. Die Nachfrage durch niederländische junge Arbeitslose nach diesem Vermittlungsangebot ist groß, die Praktikanten werden in europäische Nachbarländer, in die Ukraine, Rußland und u.a. nach Kanada vermittelt. Wenn die entsendende niederländische Organisation, wie in der Regel, das Auslandspraktikum in Zusammenarbeit mit einer ausländischen Vermittlungseinrichtung durchführt, erhält die ausländische Partnerorganisation die Hälfte der Gebühren. Diese transnationale Zusammenarbeit ermöglicht eine hohe Qualität der Auslandspraktika und hat sich bewährt.

Alle in der Arbeitsgruppe vertretenen Vermittlungsorganisationen bedauern sehr, daß die

EU Kommission im LEONARDO Programm die Arbeitsleistung der Praktikantenvermittlung, der aufwendigen Suche der Praktikantenplätze und die Mentorenbegleitung der Praktika nicht anerkennt. Nach den Bestimmungen des LEONARDO Programms dürfen keine LEONARDO Mittel für die Vermittlungs- und Betreuungsarbeit eingestellt werden. Die vertretenen Organisationen fordern die Förderung der Vermittlungs- und Betreuungsarbeit aus LEONARDO Mitteln.

Siehe auch Materialien: -Merkblätter über berufsorientierte Praktika für junge                                      Arbeitslose
                                   -Stipendien für o.g. Praktika
                                   -Zusammenarbeit zwischen Einrichtungen in der beruflichen                                      Bildung

2.1.3 Berufspraktika für junge Journalisten, Buchhändler, Bibliothekare,              Museumskräfte und Landwirte

Das Deutsch-Französisch Jugendwerk fördert französische und deutsche Redakteure/innen und Journalisten/innen bis 30 Jahre, die in einer Redaktion arbeiten und ein Betriebspraktikum in einer Redaktion im Nachbarland absolvieren wollen.Des weiteren fördert das DFJW französische und deutsche Buchhändler/innen, Bibliothekare/innen und Landwirte nach abgeschlossener Ausbildung, und Volontäre/innen im Museumsbereich. Die DFJW Stipendien werden häufig von jungen Fachkräften während einer Phase der Arbeitslosigkeit in Anspruch genommen.

In 1997 und 1998 erhielten z.B. 24 junge arbeitslose französische Landwirte und 22 junge arbeitslose deutsche Landwirte nach dem Abschluß in der beruflichen Erstausbildung ein DFJW Kurz-Stipendium für die Durchführung eines Auslandspraktikums im Nachbarland. Das DFJW stellte hierfür DM 33.000 an Fördermitteln bereit.

Siehe auch Materialien:      -Merkblätter über berufsorientierte Praktika nach                                            abgeschlossener Erstausbildung
                                        -Stipendien für o.g.Praktika
                                        -Austausch im Buchhandel und Verlagswesen
                                        -Austausch in Bibliotheken
                                        -Austausch im Museumsbereich
                                        -Organisationen aus dem Bereich "Beruf":Junge
                                         Landwirte- Jugend auf dem Lande

2.1.4 Studiengebundene Praktika für Studenten

Das Deutsch-Französische Jugendwerk fördert fachbezogene Praktika, die als Bestandteil des Studienganges von der Heimathochschule anerkannt werden. Diese Praktika sollen prioritär im Rahmen einer Hochschulpartnerschaft durchgeführt werden. Um diese Stipendien können sich Studierende aller Fachrichtungen ab dem zweiten Semester bewerben.

Siehe auch Materialien: -Merkblätter über berufsorientierte Praktika für Studenten
                                   -Stipendien für Studiengebundene Praktika in                                      Deutschland/Frankreich
                                   -Materialien für die interkulturelle Vorbereitung
                                   -Literaturhinweise für die interkulturelle Vorbereitung
                                   -Interkulturalität:Neue Aufgaben universitärer Bildung

2.1.5 Programme mit individueller Praktikumssuche für junge arbeitslose Fachhochschul- und Hochschulabsolventen

In Belgien führt FOREM, ein Servicebüro der staatlichen Arbeitsverwaltung, das LEONARDO Projekt TRANSEUROP für die Zielgruppe arbeitslose Fachhochschul- und Hochschulabsolventen durch. Ein Informationsseminar über das gewünschte Gastland "Arbeiten in..........", das EURES durchführt und eine individuelle Beratung von FOREM bereiten die Interessenten auf das Projekt vor. Die arbeitslosen Fachhochschul- und Hochschulabsolventen suchen selbstständig ihre Praktikantenplätze. FOREM stellt Ihnen Datenbanken, Web-Adressen und Informationen über das EURES-Netzwerk für die Suche der Praktikantenplätze zur Verfügung. Bei der Suche eines Praktikantenplatzes im Ausland hat sich die Kontaktaufnahme mit den Euroberatern bewährt, die über das gesamte Gebiet der EU verteilt sind und bei der Suche eines Arbeits- oder Praktikantenplatzes behilflich sind. Die Teilnehmer des TRANSEUROP Programms legen FOREM die Absichtserklärung eines Betriebes, einen Praktikantenplatz zur Verfügung zu stellen, vor und schließen mit FOREM einen Fortbildungsvertrag. FOREM verpflichtet sich in diesem Vertrag dem/der Praktikanten/in ein Stipendium zu zahlen, das für die dreimonatige Dauer des Auslandspraktikums die Transport-, Unterkunfts- und Verpflegungs- und Versicherungs- kosten abdeckt. FOREM stellt eine Mentorenbegleitung während der Dauer des Betriebspraktikums, die Mentoren stehen in regelmäßigem telefonischen Kontakt mit den Betrieben und den Praktikanten. Bei der Abreise erhalten die Praktikanten 70 % bei der Rückkehr die restlichen 30% des Stipendiums gegen Vorlage der Belege. Arbeitslose, die Arbeitslosengeld beziehen, erhalten das LEONARDO Stipendium zusätzlich.In 1998 haben 35 Stipendiaten an diesem LEONARDO Projekt mit einer Vermittlungsquote von 85 % -89 % teilgenommen.

2.1.6 Programm mit Gruppenauslandspraktikum für junge Arbeitslose

In Deutschland und in Frankreich werden Fortbildungen mit anschließendem Gruppenauslandspraktikum im Nachbarland für junge Arbeitslose nach abgeschlossener Erstausbildung oder nach abgeschlossenem Studium mit Förderung durch das Deutsch- Französische Jugendwerk durchgeführt. Das Gruppenauslandspraktikum dauert in der Regel 3 Monate und besteht aus einem sechswöchigen Sprachintensivkurs und einem sechswöchigen Betriebspraktikum. Die Kosten der Fortbildung im Inland werden aus nationalen, das Auslandspraktikum wird aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) gedeckt. Die Erfahrungen insbesondere mit Gruppen aus den neuen Bundesländern in Deutschland bei einem Praktikum in Frankeich sind sehr positiv. Trotz häufig geringer oder sehr geringer Sprachkenntnisse der jungen Deutschen tragen die Auslandspraktika aus der Sicht der Praktikanten, der Betriebe und der lokalen Partnerorganisation zur Stärkung der Qualifikationen der Praktikanten bei.

In 1997 unterstützte das DFJW 177 junge deutsche und für 274 junge französische Arbeitslose während eines ESF- Gruppenauslandspraktikums im Nachbarland und stellte Fördermittel in Höhe von insgesamt 1.1 Mio DM zur Verfügung.

In 1998 förderte das DFJW ESF- Gruppenauslandspraktika mit Fördermitteln in Höhe von insgesamt 2.9 Mio DM.

Siehe auch Materialien: -Merkblätter über berufsorientierte Praktika für junge                                      Arbeitslose
                                   -Deutsch-Französische Programme für junge Arbeitslose                                      und von Arbeitslosigkeit bedrohte Jugendliche
                                   -Träger der Programme ESF/DFJW auf deutscher und auf                                      französischer Seite

2.2 Erstellung des Qualifikationsprofils des Praktikanten

Der/die Praktikant/in bzw. die entsendende Organisation hat die Aufgabe in Zusammenarbeit mit dem/ der Interessenten/in ein Qualifikationsprofils des Praktikanten mit Angaben über die Berufsausbildung, die Berufspraxis, die Sprachkenntnisse und die berufsspezifischen Wünsche des Praktikanten zu erstellen und es der empfangenden Partnerorganisation möglichst frühzeitig zur Verfügung zu stellen.

Das DFJW hat einen standardisierten Erhebungsbogen für die Erstellung eines Qualifikationsprofils in deutscher und französischer Sprache entwickelt, das die Praktikumssuche vorbereitet. Jeder Praktikant, der ein DFJW Kurzstipendium beantragt, soll diesen Erhebungsbogen ausgefüllt mit seinem Lebenslauf an das DFJW senden. Das DFJW leitet dann diesen Erhebungsbogen an Einrichtungen der Praktikantenvermittlung weiter.

Das Qualifikationsprofil des Praktikanten sollte in der Landessprache des empfangenden Landes geschrieben sein, damit es auch dem Betrieb zur Verfügung gestellt werden kann.

Alle anwesenden Vermittlungsorganisationen vereinbarten, ihre Erhebungsbögen für die Erstellung der Qualifikationsprofile in den vorhandenen Sprachen den Tr@nsNet Partnern zur Verfügung zu stellen.

Siehe auch Materialien: -Bewerbungsbögen und Qualifikationsprofile
                                    für die Suche von Praktikantenplätzen

Zu 2.3. Vorbereitung und Durchführung bei der empfangenden Einrichtung der Praktikantenvermittlung

2.3.1 Koordinierung mit transnationaler entsendender Einrichtung

Viele Praktikanten wenden sich an eine Einrichtung der Praktikantenvermittlung in demgewünschten Zielland, fordern den Erhebungsbogen der Einrichtung an und beschreiben ihre sprachlichen und beruflichen Qualifikationen.

Bei einer Zusammenarbeit zwischen Einrichtungen der Praktikantenvermittlung leitet dieentsendende Einrichtung in der Regel den Erhebungsbogen mit dem Qualifikationsprofil des/der Praktikanten /in und dessen/deren Lebenslauf an die empfangende Vermittlungs-einrichtung weiter.
Zahlreiche entsendende Organisationen, wie das schwedische Programmkontoret schließen einen Vertrag mit dem empfangenden Betrieb und dem/der Praktikanten/in. Die Zusammenarbeit mit einer Praktikantenvermittlungsorganisation liegt im Fall des schwedischen und der belgischen LEONARDO Projekte TRANSEUROP und TRANSEMPLOI im Ermessen des/der Praktikanten/in.

Siehe auch Materialien: -Bewerbungsbögen und Qualifikationsprofile bei der Suche                                       von Praktikantenplätzen
                                   -Work Experience Placements in the UK- Application Form

2.3.2 Kenntnisnahme der Broschüre über das jeweilige Praktikantenprogramm (s.o.)

Bei zahlreichen Praktikantenprogrammen hat es sich als hilfreich erwiesen, wenn die entsendende Organisation der empfangenden Vermittlungsorganisation Informationen über das jeweilige Praktikantenprogramm mit Angaben über die Organisation und Dauer des Praktikums, den Praktikantenstatus, die Versicherung, das Alter des/der Praktikanten/in und gegebenenfalls über einen möglichen Zuschuß zum Praktikantenentgelt oder über ein Stipendium zur Verfügung stellt. Durch diese Angaben kann die empfangenden Vermittlungsorganisation effektive Hilfestellung bei der Suche des Praktikantenplatzes leisten. Zahlreiche Betriebe zahlen ein Praktikantenentgelt, insbesondere wenn der/die Praktikant/in über eine abgeschlossener Berufsausbildung verfügt oder ein Studium absolviert. Die empfangende Einrichtung der Praktikantenvermittlung findet häufig leichter einen Praktikantenplatz, wenn sie dem in Frage kommenden Betrieb differenzierte Angaben z.B. über einen Zuschuß zum Praktikantenentgelt der entsendenden Einrichtung machen kann. Die empfangende Einrichtung der Praktikantenvermittlung sollte ebenfalls Fragen derUnterkunft und, falls erwünscht, der Mentorenbegleitung und Kontrolle der Betriebspraktika mit der entsendenden Einrichtung abstimmen.

2.3.3 Suche des Praktikantenplatzes im Betrieb

Zahlreiche Einrichtungen der Praktikantenvermittlung bauten in langjähriger Zusammenarbeit differenzierte Kontakten zu Betrieben im europäischen Ausland auf. Diese guten Kontakte werden vertraulich behandelt und eignen sich nicht für eine Datenbank. Viel Vertrauensarbeit ist notwendig, um Betriebe dazu zu bewegen, Praktikantenplätze zur Verfügung zu stellen.

Alle anwesenden Vermittlungsorganisationen berichten, daß sie regelmäßige Kontakte zu den Betrieben pflegen, dies sehr aufwendig ist und eine vertrauliche Zusammenarbeit voraussetzt.

Offene Partnerbörsen, z.B. über das Internet, mit Praktikantennachfragen und dem Angebot von Praktika durch Betriebe funktionieren nicht.  

2.3.4 Koordinierung mit ausgewähltem Betrieb und Mentorenbetreuung der Betriebspraktika

Die enge Koordinierung zwischen der empfangenden Einrichtung der Praktikanten-vermittlung und dem ausgewählten Betrieb hat sich bewährt. Gleichzeitig halten alle anwesenden Vermittlungsorganisationen eine Mentorenbetreuung der Praktikanten und Supervision der Betriebspraktika für notwendig und hilfreich.

Die Mentoren der spanischen Organisation Direccio General de Promocio Educativa in Barcelona besuchen die Praktikanten während eines Betriebspraktikums in Katalonien einmal im Monat in dem jeweiligen Betrieb, führen gleichzeitig ein Gespräch mit dem Ausbilder oder Betriebsleiter und kontrollieren somit die Qualität des Betriebspraktikums.

Alle anwesenden Partnerorganisationen fordern die Förderung der Mentorenbegleitung während der Auslandspraktika.

2.3.5 Koordinierung von organisatorisch-administrativen Fragen zum Praktikantenstatus, zu Versicherungen, Unterkunft und Verpflegung

Zahlreiche Vermittlungsorganisationen geben Tips zu Fragen des Praktikantenstatus, der Aufenthaltsgenehmigung, Arbeitserlaubnis, Versicherungen, Steuern, Unterkunft, Verpflegung, Freizeit etc.

Häufig erhalten die Praktikanten von den Vermittlungsorganisationen Adressen von Jugendwohn- und Jugendgästehäusern, Studentenwohnheimen und von Kantinen und Mensen. Häufig sind die Praktikanten über die entsendende Organisation versichert.Bei Versicherungsfragen und Problemen zum Praktikantenstatus empfiehlt sich eine Zusammenarbeit zwischen Praktikant, entsendender und empfangender Einrichtung und gegebenenfalls Kontakt mit der konsularischen Vertretung.

Bei Problemen soll sich auch hier der Praktikant als erstes an seinen/ihren Mentor/in wenden.

Siehe auch Materialien:     -Informationen zum Praktikantenstatus, zu Steuer-,                                          Versicherungs- und Rechtsfragen
                                       -Informationen zum Praktikantenstatus
                                       -Informationen zur Aufenthaltsgenehmigung und zur                                          Arbeitserlaubnis
                                       -Informationen zu Versicherungsfragen
                                       -Praktische Vorbereitung der Praktikanten

2.3.6 Check-Liste für empfangende Einrichtungen der Praktikantenvermittlung

Alle anwesenden Einrichtungen wünschen sich Check-Listen für die empfangende Vermittlungsorganisation, in denen die o.g. Punkte stichwortartig möglichst in der Landessprache des empfangenden Landes aufgeführt sind. Zu den Stichpunkten gehören u.a.

- der Name und die Adresse des/der anfragenden Praktikanten/in,
- gegebenenfalls: der Name und die Adresse der entsendende Vermittlungsorganisation,
- Informationen über das Praktikantenprogramm der entsendenden Einrichtung mit    Angaben über den Praktikantenstatus, die Finanzierung, Organisation, das Dauer des Praktikums, die Versicherungen des/der Praktikanten/in, und das Alter des/der Praktikanten/in,
-Differenzierte Angaben über das Qualifikationsprofil des/der Praktikanten auf    persönlicher, sprachlicher, berufspraktischer und berufstheoretischer Ebene in der Landessprache des empfangenden Landes,
-Hinweis auf beiliegenden Lebenslauf des/der Praktikante/in, der in der Landessprache des empfangenden Landes abgefaßt sein sollte,
-Hinweis auf Einsatzwünsche für das Betriebspraktikum,
-Hinweis auf gewünschte Serviceleistungen der empfangenden Einrichtung der Praktikantenvermittlung u.a. in den Bereichen
                 -vorbereitender Sprachkurs
                 -Unterkunft und Verpflegung,
                 -Mentorenbetreuung,
-der Name und die Adresse des angefragten/ausgewählten Betriebes inklusive des Namens des Betriebsleiters/ Ausbilders/ Ansprechpartners im Betrieb,
-der Name und die Adresse der Erziehungeberechtigten bei Minderjährigen/ einer Vertrauensperson bei Volljährigen für einen eventuellen Notfall. 

2.3.7 Evaluierung der Betriebspraktika

Zahlreiche Einrichtungen der Praktikantenvermittlung führen eine kontinuierliche interne Selbst-Evaluierung durch und wünschen sich eine externe Evaluierung der Praktikantenprogramme, in die sie involviert sind und eine externe Evaluierung ihrer Vermittlungsarbeit. Hierfür stehen gegenwärtig fast keine Fördermittel zur Verfügung.

Die Mitglieder des Tr@nsnet Forums wünschen sich eine Auswertung von Praktikantenberichten und von Berichten der Vermittlungsorganisationen. Ausgewählte Fallstudien sollen für die Vorbereitung der Praktikanten, der Betriebe, der entsendenden und empfangenden Vermittlungsorganisationen eingesetzt werden.

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