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Der deutsch-französische Tag 2017: welche Aktionen fanden in Frankreich statt?

Zu Ehren des Deutsch-Französischen Tages am 22. Januar haben Juniorbotschafter überall in Deutschland und Frankreich ihre Kreativität und ihr Organisationstalent spielen lassen, um jungen Menschen die deutsch-französischen Beziehungen näher zu bringen. In diesem zweiten Teil des Flashbacks auf die Aktionen, die vor dem Hintergrund des Deutsch-Französischen Tages ausgerichtet wurden, möchten wir uns nun auf das fokussieren, was westlich des Rheins passiert ist. Dazu springen wir – „im Dreieck“ möchte man bald sagen – zwischen der PACA-Region, den Hauts-de-France und der Auvergne-Rhône-Alpes hin und her, auch wenn die kreativen Ideen und das unermüdliche Engagement unserer Juniorbotschafter freilich deutlich mehr Grund zur Freude als zur Wut ist!

Beginnen wir unsere Reise in der Sonne bei Juniorbotschafter Leonhard, der sich für den Deutsch-Französischen Tag von seiner Basis Nizza aus unter anderem in die ländlichere Umgebung begeben hat, um auf sehr authentische Art und Weise zahlreiche Schüler für die deutsch-französische Freundschaft zu begeistern:

„Als ich nach den Weihnachtsferien wieder im Bus nach Nizza saß, stand der Deutsch-Französische Tag vor der Tür – und gleich neue Anfragen: Der junge, vom DFJW faszinierte Lehrerpraktikant Bartosz Biel meldete sich und lud zu einer Aktion im Rahmen des Deutsch-Französischen Tages am Montag, den 23. Januar am Lycée Jean Moulin in Draguignan ein. Auf den gleichen Tag fiel auch ein geplanter soirée franco-allemande an der Universität Nizza. Der Tag nach dem deutsch-französischen versprach also, mich auf die Reise in die deutsch-französische Woche mitzunehmen.

Um sieben Uhr in der Früh stand ich für diese auf den Beinen, streifte mir das DFJW-Hemd über und sprang in eine Mitfahrgelegenheit. Auf der Fahrt dachte ich noch an ein paar Sätze für meinen Vortrag vor den 80 Schülern. Ich wollte versuchen, zu vermitteln, dass ich, als ich Französisch als Fremdsprache gewählt hatte, auch noch nicht recht wusste wozu – wohin mich das führen möge. Denn wie La-Vallete-du-Var – wo meine erste Aktion als JA entstand – liegt auch Draguignan in diesem ‚Irgendwo zwischen Nizza und Marseille’. Ein ‚Irgendwo’ im Süden Frankreichs, umgeben von Ländern wie Spanien oder Italien, noch das Mittelmeer entfernt von der arabischen Welt. Da fragt sich ein französischer Schüler in Draguignan vielleicht: Wozu Deutsch? Ich wollte vermitteln, dass aber aus dem Erlernen jeder Sprache eine Leidenschaft, eine kleine Welt – sei es die deutsch-Französische – erwachsen kann. ‚Quand j’ai choisi le français il y a sept ans, je ne savais pas encore vraiment où cela allait me mener. Et vous savez, finalement, l’on peut dire que ce choix me mène ici, auprès de vous en tant que Jeune Ambassadeur de l’OFAJ.’ Viele SchülerInnen machten große Augen. Und in vielen Augen sah ich Freude funkeln, als ich auf Tuttlingen, die Partnerstadt von Draguignan, zu sprechen kam. Dort waren die meisten SchülerInnen schon gewesen. Ich war auf die Jumelage in meinen vorbereitenden Recherchen gestoßen. Während auf der Fahrt in das ‚Irgendwo’ verschiedenste Stadtschilder vorbeiziehen und man daran denkt, dass auch andere Juniorbotschafter unseres Netzwerkes gerade ‚irgendwo’ unterwegs sind, kommen einem vielleicht die letzten Sätze des ersten Kapitels von ‚Terre des Hommes’ von Antoine de Saint-Exupéry in den Kopf: ‚Il faut bien tenter de se rejoindre. Il faut bien essayer de communiquer avec quelquesuns de ces feux qui brûlent de loin en loin dans la campagne.’

Nach der geglückten Aktion in Draguignan ging die Reise im Zug weiter – zurück nach Nizza. Dort stand der soirée franco-allemande an der Faculté des Lettres bevor. Diesen hatte Lektorin Bianka Fuchs des Département Allemand und ich angesetzt, um den deutsch-französischen Tag zu feiern und auch um über die Möglichkeiten, wie die DFJW-Programme oder auch der deutsch-französische Studiengang, an dem ich selbst teilnehme, zu informieren. Viele der Studierenden, die an der Faculté Deutsch lernen, wissen viel zu wenig davon, oder haben den Nordpol vor Augen, wenn es um Stadtziele in Deutschland geht. Dabei ist das eine solche Chance! Von französischer Seite aus geht es im Studiengang ‚Deutsch-Französische Studien’ nach Regensburg. Im Januar 2016 hatten meine KommilitonInnen und ich dort schon einmal ein soirée franco-allemande auf die Beine gestellt. An diesen Tag dachte ich, während ich im Zug meine Rede für den Abend schrieb. Wir alle dachten an diesen Tag zurück, wie wir seitdem Freunde wurden. Und auch wie wir durch den Studiengang erfahren – in Zeiten der Attentate von Paris und Nizza, der Stadt unseres Studiengangs –, was den Frieden in Europa ausmachen kann. So schloss ich die Rede vor Eröffnung des Buffets mit den Worten: ‚C'est toujours comme si tu regardais ton rêve quand tu lèves le regard et que tu vois le vent de l'arrivée trembler dans les feuilles des palmes. Et dès que tu te retournes et que tu te retrouves devant l'horizon de la Méditerranée, emporté par les forces de la vague qui se brise en gouttes d’eau salée sur les pierres, tu réalises à quel point tu as de la chance. A quel point le Traité de l'Elysée, de coopération franco-allemande rend possible la liberté du bonheur.’“ (1)

Von dort, wo es südlicher kaum noch geht, geht es weiter in den nördlichsten Norden des französischen Hexagons: Schauen wir bei Marlene, Juniorbotschafterin in Dunkerque – oder auf Deutsch „Dünkirchen“ – vorbei. Marlene richtete im Cefir, der DFJW-Zentrale in der Region Hauts-de-France, unterschiedliche nach deutschen Städten und Regionen benannte Säle ein, in denen es diese Städte und Regionen auf unterschiedliche Weise zu entdecken galt – sehr originell!

„Eine leichte deutsche Brise wehte vergangenen Mittwoch, am 25. Januar, durch das maritime Flandern! Anlässlich der deutsch-französischen Tage, die grenzübergreifend jedes Jahr im Januar gefeiert werden, ließen es sich die Juniorbotschafter aus der DFJW-Zentrale in Dünkirchen, dem Cefir, nicht nehmen, dessen Türen zu öffnen, um ein paar junge französische EntdeckerInnen auf Erkundungstour des Nachbarlandes zu schicken.

Einen Nachmittag lang waren circa 30 Jugendliche der maisons de quartier eingeladen, die deutsche Kultur über ihre Sinne zu erfahren. Im Saal ‚Rostock’, der Partnerstadt Dünkirchens, bot der junge deutsch-französische Volontär Malte einen Hörworkshop an. Hierbei ging es darum, deutsche Lieder – bekannte und weniger bekannte – kennenzulernen und die Stimmung zu erraten. Die Mutigsten konnten sich an Zungenbrechern versuchen: ‚Fischers Fritze frischt’... – oder so ähnlich.

Im Saal ‚NRW’, der Partnerregion des Nord-Pas-de-Calais im Rahmen der Initiative ‚Route NN’, bot die deutsch-französische Volontärin Elena Sprachanimationen an, bei denen es nicht nur darum ging, einige deutsche Stars und Sternchen kennenzulernen. Wichtig war ebenso, ein paar Wahrzeichen Deutschlands auf möglichst kreative Art zu inkarnieren. Von Pantomime und Liedern bis hin zu Sketchen war alles erlaubt. Des Weiteren profitierte Elena zum zehnjährigen Geburtstag des deutsch-französischen Volontariats von der Gelegenheit und stand Rede und Antwort, um die Jugendlichen auf den Geschmack zu bringen.

Dies ging auch im Saal ‚Oktoberfest’, in dem es darum ging, mit verschlossenen Augen Deutschland zu schmecken. Hierzu hatten die Juniorbotschafterin Mélissa und die deutsch-französische Volontärin Anna Lena einige Häppchen vorbereitet. Von deutscher Apfelschorle und Bionade ging es über kleine Pumpernickel bis hin zu Obazda. Aber auch für die Süßmäuler war mit Zwieback und Gummibärchen gesorgt.

Am Ende stand ein gelungener Nachmittag, der hoffentlich den einen oder die andere dazu anregt, sich mal auf noch ausführlichere Entdeckungstour zu begeben.“ (2)

Springen wir zu guter Letzt noch einmal von der französischen Küste des Ärmelkanals aus gen Südosten in die „Stadt des Lichts“, wo Juniorbotschafterin Myriam in Kooperation mit dem örtlichen Goethe-Institut einige französische Schüler für ihre Aktionen und für die Angebote des DFJW begeistern konnte:

„Im Rahmen der deutsch-französischen Woche organisierte das Goethe-Institut in Lyon mehrere deutsch-französische Entdeckungstage für Schüler aus der Region: Das Programm reichte von einem Hip-Hop-Workshop am Dienstag bis hin zu einer Filmvorstellung am Donnerstag.

Am Dienstag reiste dazu eine Schulklasse mit 24 Siebtklässlern an, um an dem Musikworkshop und danach an einer Präsentation der DFJW-Mobilitätsprogramme teilzunehmen. Der Fokus der Präsentation lag dabei auf den Schulaustauschprogrammen und auf den verschiedenen Möglichkeiten, sich innerhalb des Franco-Allemand zu engagieren.

Danach sorgten ein Quiz und eine deutsch-französische Version des Spiels ‚Tabu’, entworfen von DFJW-Juniorbotschafterin Myriam Nail aus der Region Auvergne-Rhône-Alpes, bei den Schülern noch für schöne Erinnerungen an das DFJW. Dabei lag es an ihnen, deutsche oder französische Wörter zu erraten, die in Verbindung mit der Kultur der beiden Länder standen. Diese zeigten dabei wahres Interesse und beteiligten sich lebhaft an den unterschiedlichen Aktionen.

Einige unter ihnen haben im Anschluss den Wunsch geäußert, nächstes oder sogar dieses Jahr im Rahmen des Brigitte Sauzay-Programms nach Deutschland zu gehen.“ (3)

 

Berichte:         (1) Leonhard Graner, (2) Marlene Haas, (3) Myriam Nail
Übersetzung:  (3) Lucas Soriano

Redaktion: