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Die Deutsch-Französische Hochschule – international Studieren leicht gemacht

In einem früheren Artikel hatten wir über den deutsch-französischen Schulabschluss AbiBac berichtet, der die tolle Möglichkeit bietet, schon im Gymnasialalter die Bildungssysteme beider Länder kennenzulernen. Doch wer denkt, das AbiBac sei die einzige oder letzte Möglichkeit, sich in diesem Umfang deutsch-französisch zu bilden, irrt.

Tatsächlich multiplizieren sich die Optionen nach dem Schulabschluss. Zentrale Anlaufstelle ist für Interessierte die Deutsch-Französische Hochschule (DFH). Bei der DFH handelt es sich nicht um eine klassische Universität mit einem Campus, sondern um einen Verbund von 186 Hochschulen aus beiden Ländern. Insgesamt werden derzeit 177 integrierte Studienprogramme mit Bildungsetappen auf beiden Seiten des Rheins angeboten.

So gibt die DFH momentan 6.500 Studierenden die Chance mit einem binationalen Studium einen doppelten Abschluss zu machen. Studienleistung und Studiendauer werden gleichmäßig auf beide Hochschulen verteilt. Das bietet den Studierenden die Möglichkeit das Gastland auf eine Weise kennenzulernen, die bei kürzeren Aufenthalten verwehrt bleibt.

Das Angebot ist in mehreren Hinsichten vielfältig. Es stehen viele Fächer und Disziplinen zur Auswahl und auch verschiedene Hochschultypen werden berücksichtigt. Zudem legt die DFH darauf Wert, dass die Kooperationen auch geografisch ausgewogen sind – so sind mit den 186 Hochschulen rund 120 Universitätsstädte in Deutschland und Frankreich abgedeckt. Neben den deutsch-französischen Programmen fördert die DFH zudem trinationale Studiengänge mit weiteren Ländern.

Auch nach dem Studium kann man vom Austausch der Partnerstaaten profitieren. So werden Doktoranden und Nachwuchswissenschaftler mit gemeinsamen Programmen gefördert. Diese Kooperation regt interessante Perspektiven an und fördert die Netzwerkbildung.

Gegründet wurde die DFH übrigens 1997, zwei Jahre später nahm die Einrichtung ihre Arbeit auf. Die Zahlen belegen, dass das Gründungsziel, nämlich die Zusammenarbeit beider Länder im Hochschulbereich zu fördern, voll erfüllt wird. Wer Interesse hat, auch bald zu einem der jährlich circa 1.500 Absolventen eines deutsch-französischen Studiums zu gehören, findet weitere Informationen auf der Website der DFH.

Thorsten Lechtenberg – Chemie Regio Chimica (B.Sc.)

Der von der DFH geförderte binationale Chemiebachelor RegioChimica ermöglichte es mir, ohne Studienzeitverlängerung von Beginn an in einem internationalen Umfeld zu studieren und sowohl die französische als auch die deutsche Hochschulkultur kennenzulernen. Gerade im Bereich der Naturwissenschaften bereichert die interkulturelle Erfahrung den Alltag aus Formeln und Zahlen enorm.

 

 

Florine Durand – Grenzüberschreitende Kooperation und Beziehungen (B.A.)

 

Ich mache einen binationalen Bachelor in grenzüberschreitender Kooperation und Beziehungen zwischen Saarbrücken und Metz. Es ist eine tolle Chance einen Studiengang zu machen, der nur in Metz und Saarbrücken existiert, mit Kursen über aktuelle Politik, Niederländisch oder das politische System Deutschlands – und all das in einer Gruppe von nur 15 Studierenden! Persönlich bringt mir das sehr gute Deutschkenntnisse, zwei anerkannte Abschlüsse, eine echte Erfahrung in Deutschland zu leben und wirklich spannende Kurse! Auf berufliche Ebene erlaubt mir dieses Studium in der gesamten Großregion (Deutschland-Frankreich-Luxemburg) zu arbeiten und Beziehungen zwischen den verschiedenen Ländern herzustellen.



 

Kenny Kremer – Internationale und Europäische Governance (B.A.)

Mein Studium im Rahmen der Deutsch-Französischen Hochschule haben es mir ermöglicht, meine deutsch-französische Laufbahn, die ich nach dem Abitur mit meinem deutsch-französischen Freiwilligendienst begonnen hatte. Der deutsch-französische Zweig (Fifa) bietet eine einzigartige Lehre, die gleichzeitig allgemein (während der ersten zwei Jahre) und , ab dem dritten Jahr, spezialisierend ist (internationale Beziehungen, europäische Studien, nachhaltige Entwicklung, Kommunikation etc.). Natürlich ist es nicht immer einfach, aufgrund des Studienortwechsels zwischen den Ländern und den Praktika, die es zu machen gilt, so oft umzuziehen. Letztendlich ist die Mobilität der Aspekt, den ich an meinem Studium am meisten schätze: indem man von der Komplementarität der verschiedenen universitären Systeme in Deutschland und Frankreich profitiert, stellt sich nie eine öde Routine ein. Es ist genau dieser binationale Charakter, der einen großen Vorteil für diejenigen darstellt, die ihre Flexibilität beweisen und international arbeiten wollen. 

 
Redaktion: 

Hinweis

Das DFJW entwickelt Programme – inspiriert von jungen Menschen – und gibt den DFJW-Juniorbotschafterinnen und Juniorbotschaftern in diesem Blog die Möglichkeit, ihre Sicht auf deutsch-französische Themen zu teilen. Die Beiträge geben daher grundsätzlich ihre persönliche Meinung wieder.