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Kontext

Der deutsch-französische Freiwilligendienst feiert im Jahr 2017 sein zehnjähriges Bestehen. Aus diesem Anlass hat sich ein Forschungsteam zusammengefunden, um die bisher geleistete Arbeit tiefergehend zu analysieren. Das Programm des Freiwilligendienstes, das sowohl Bestandteil des Internationalen Jugendfreiwilligendienstes als auch des Service Civique ist, umfasst die Einsatzbereiche Kultur, Ökologie, Soziales, Sport, Schule und Hochschule. Die Koordination für die Einsatzbereiche Schule und Hochschule liegt beim Deutsch-Französischen Jugendwerk, während die übrigen Einsatzbereiche – Kultur, Ökologie und Soziales - von Partnerorganisationen direkt verantwortet werden.

 

Zielsetzungen

Das deutsch-französische Forschungsteam möchte herausfinden, wie sich das Programm auf die Teilnehmenden und auf die beteiligten Institutionen auswirkt. Die Forschenden ziehen zum einen Bilanz der vergangenen zehn Jahre, zum anderen sollen Perspektiven für die zukünftige Programmgestaltung entwickelt werden.

 

Methodik und Vorgehensweise

Während der Analyse untersucht das Forscherteam die Besonderheiten des Programms, seine Zielsetzungen und die spezifischen Strukturen. Dazu gehören insbesondere die 25 Fortbildungstage, während derer die Freiwilligen die Möglichkeit haben, ihre sprachlichen und interkulturellen Kompetenzen auszubauen, staatsbürgerliche Verantwortung zu übernehmen und Autonomie zu entwickeln. Darüber hinaus wird die Lenkungsgruppe, die das Programm und die Ausbildung koordinieren, genauer befragt. 

Die Forschenden stützen sich zudem auf Forschungsliteratur, in der interkulturelle Fragestellungen aus folgenden Themenbereichen untersucht wurden: Austausch, Begegnungen und Bildungsprozesse, interkulturelles Denken und Handeln sowie Kompetenzerwerb. Zudem beziehen sie sich auf Publikationen über ehrenamtliches und gesellschaftliches Engagement und aktuelle Arbeiten zu Prozessen des lebenslangen Lernens. Dieser theoretische Rahmen dient der Vorbereitung mehrerer Interviewphasen. In der ersten Phase befragen die Projektbeteiligten ehemalige und aktuelle Teilnehmenden, Vertretungen beteiligter Institutionen, Teamer*innen sowie Verantwortliche und Beteiligte der Lenkungsgruppe. In der zweiten Projektphase findet eine Onlinebefragung unter ehemaligen und aktuellen Teilnehmerinnen und Teilnehmern statt. In der dritten Phase werden halbstrukturierte Interviews mit Programmbeteiligten aus allen fünf Einsatzbereichen in beiden Ländern geführt, um eine valide Mehrperspektivität zu gewährleisten. Aufgrund dieser Interviews sollen vielschichtige Einsichten in die Effekte des Programms gewonnen werden.

 

Forschungsfragen

Folgende Forschungsfragen sind relevant. Sie beziehen drei Ebenen mit ein; die der Teilnehmenden, der Institutionen und die der Programmstruktur.

Ebene der Teilnehmerinnen und Teilnehmer:

  • Welche soziokulturellen Herkünfte und Bildungsabschlüsse haben die Teilnehmenden?
  • Was motiviert die jungen Menschen dazu, am Programm teilzunehmen?
  • Wie wirkt sich das Programm auf den persönlichen und beruflichen Werdegang der deutschen und französischen Teilnehmenden aus?
  • Fördert das Programm eine interkulturelle Identitätsbildung?

Ebene der Institutionen:

  • Wie wirken die Programme auf die beteiligten Institutionen und Träger?
  • Wie bewerten die Institutionen und Träger das Programm?

Ebene der Programmstruktur:

  • Was kennzeichnet Teamer*innen und deren Arbeit?
  • Welche (qualitätssichernden) Effekte hat die spezifische Ausbildungsstruktur auf die Teilnehmenden. Wie wirken sich die 25 Fortbildungstage auf den Erfolg des Programms aus?
  • Welche Rolle nimmt die Lenkungsgruppe ein?

 

Publikationen

Die Forschungsergebnisse werden für eine Publikation aufbereitet und erscheinen als DFJW Arbeitstext.

Während der Feierlichkeiten zum 10jähreigen Bestehen des Programms werden von der Forschungsgruppe erste Ergebnisse auf einem Flyer präsentiert. 

Artikel

IJAB (Hg.): Forum Jugendarbeit International 2016–2018, Bonn 2019, S. 390-394

Mitglieder der Forschungsgruppe in alphabetischer Reihenfolge

  • Dr. Birte Egloff, Diplom-Pädagogin, Goethe-Universität, Fachbereich Erziehungswissenschaften, Frankfurt/Main
  • Remi Hess, professeur émérite, Paris 8, Sciences de l’éducation, Paris
  • Dr. Kenneth Horvath, Pädagogische Hochschule Karlsruhe, Qualitative und quantitative Forschungsmethoden, Karlsruhe; Soziologisches Seminar, Universität Luzern, Luzern
  • Delphine Leroy, maître de conférences, Paris 8, Sciences de l’éducation, Paris
  • Augustin Mutuale, professeur Institut Catholique, Sciences de l’éducation, Paris
  • Prof. Dr. Gérald Schlemminger, Pädagogische Hochschule Karlsruhe, Institut für Mehrsprachigkeit, Karlsruhe
  • Prof. Dr. Gabriele Weigand, Pädagogische Hochschule Karlsruhe, Institut für Allgemeine und Historische Erziehungswissenschaft, Karlsruhe

ainsi que les étudiantes ou étudiants des universités impliquées.

 sowie Studierende der beteiligten Hochschulen.