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Eine Woche nach Frankreich wurde Deutschland angegriffen. Die blutrünstige Tat hat wie immer Unschuldige getroffen und diesmal besonders junge Menschen. In unserer Welt häufen sich Gewalttaten mit religiösen, identitätsbedingten oder rassistischen Motiven.

Derartige Grausamkeiten erfüllen uns mit Schrecken.

In diesem tragischen Kontext, der jegliche Sympathie- und Solidaritätsbekundung wertvoll macht, sind wir überwältigt von der gezeigten Anteilnahme und Unterstützung, die Sie uns entgegenbringen. Sie haben uns damit sehr berührt.

Die wahllose Gewalt, an die wir uns weder gewöhnen können noch wollen, äußert sich durch unerträgliche Intoleranz und Tyrannei. Sie gilt unseren Werten und unserer freiheitlichen Lebensweise.

Seit nunmehr 50 Jahren engagiert sich das DFJW intensiv für interkulturelles Lernen. Dieses beruht auf dem Hinterfragen von Vorurteilen und der Warnung vor der Verwechslung von Tatsachen und dem Ziehen falscher, voreiliger Rückschlüsse. Interkulturelles Lernen fußt auf Friedenspädagogik.

Das DFJW hat somit auf seinem Niveau zum Aufbau eines Europas beigetragen, in dem das friedliche Zusammenleben von Sprachen, Kulturen, Nationen und Generationen sowie die Freizügigkeit von Personen und die Mobilität junger Menschen erreicht schienen.

Diese Errungenschaften wurden gegenwärtig jedoch stark geschwächt oder gar in Frage gestellt.

Aus diesem Grund appellieren wir an Sie: Investieren Sie das Gefühl des „Aufgebrachtseins“, das viele von Ihnen mit uns teilen, in Engagement! Wir verzeichnen bereits einige Absagen und sind uns des Risikos weiterer Absagen von Austauschmaßnahmen bewusst. Setzen wir uns also dafür ein, dass die Verbindungen zwischen Jugendlichen aus Deutschland und Frankreich sowie zwischen Jugendlichen aus Europa und des Mittelmeerraums, beibehalten, ja sogar noch gestärkt werden.

In diesem Sinne bitten wir Sie inständig, Eltern über die Sicherheitsmaßnahmen für Jugendbegegnungen zu informieren. Wir bitten Sie auch – im Falle von Absagen der Austauschmaßnahmen – nach alternativen Lösungen zu suchen (z.B. gemeinsame Facebook-Gruppen, interaktive Plattformen, Mailaustausch, Paketversand, etc.). Bei Jugendlichen, die kurz davor waren, ins Nachbarland zu fahren, darf nicht das Gefühl entstehen, das Nachbarland sei nun kein geeigneter Partner mehr. Gleichfalls möchten wir vermeiden, dass diejenigen, die die Partnergruppe empfangen hätten, enttäuscht werden.

Wir danken Ihnen im Voraus für alle Maßnahmen, die Sie in diesem Sinne ergreifen und stehen Ihnen für weitere Gespräche natürlich gerne zur Verfügung.

Seien Sie sich unserer Unterstützung und unseren besten Absichten in dieser schwierigen Zeit sicher.

 

Dr. Markus Ingenlath und Béatrice Angrand

DFJW-Generalsekretäre