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Erfahrungsbericht von Christian Kolb

An welchem Programm haben Sie teilgenommen und wann? Ich war 2005 Teilnehmer des Goldschmidt-Programms, das damals noch deutsch-französisches Programm für junge Literaturübersetzer hieß.

Was hat Ihnen Ihre Teilnahme am Goldschmidt-Programm beruflich gebracht? Na ja, das war sozusagen mein Einstieg ins Berufsleben. Ich hab die Verlagswelt und die Menschen darin kennengelernt, ein bisschen verstanden, wie diese Branche funktioniert, und wenn ich heute das sechste Buch meines Lieblingsautors David Foenkinos übersetze, muss man dazusagen: Das ist auch eine Frucht des Goldschmidt-Programms!

Welchen Einfluss hatte die Erfahrung auf Ihr weiteres Leben? Wie gesagt, ich bin ja tatsächlich – wie vom Programm vorgesehen – Literaturübersetzer geworden. Und ich übersetze mit David Foenkinos einen für mich sehr besonderen Autor. Er hat selbst mal gesagt, ich komme ihm vor wie eine Figur aus einem seiner Romane. Die sind immer ein bisschen unbeholfen und unentschlossen, und meist fällt ihnen erst hinterher ein, was sie vorher hätten sagen wollen. Das heißt, kann ich vielleicht später nochmal auf die Frage zurückkommen?

Sind Sie noch mit Menschen, die sie über das Programm kennengelernt haben, in Kontakt? Ja, das heißt, wir stehen nun nicht ständig in Kontakt zueinander, aber wenn man von den anderen was braucht, kommt doch immer schnell eine Antwort. Äh, und umgekehrt antworte ich den anderen natürlich auch ;-) Das Beste dran ist wohl, dass das auch nach Jahren der Funkstille noch funktioniert.

Was erwarten Sie sich vom Ehemaligennetzwerk? Jetzt würde ich am liebsten sagen: Erwartungen sind immer schlecht, die werden meist enttäuscht. Aber wahrscheinlich verspreche ich mir das, was man sich von einem Netzwerk halt so verspricht: Irgendwelche Impulse, gedankliche Anstöße, kreativen Input, Austausch mit anderen Leuten, interessante Gespräche... Und es ist ja auch nicht so, dass es bei mir zwischen den Büchern keine Löcher und Pausen gäbe. Da könnt ich auch mal was anderes machen, ich sehne mich nach einem aufregenden Doppelleben ;-)

Ihre schönste Erinnerung an die Zeit des Goldschmidt-Programms? Was hat Sie am meisten bewegt? Ich bin als einziger Mann 3 Monate mit 9 Frauen im Winter durch Berlin und Paris getingelt und anschließend im Frühling durch Arles spaziert. Mehr darf man vom Leben eigentlich gar nicht verlangen!