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Da hast du acht Stunden gearbeitet, kommst nach Hause und bist müde. Und mal ehrlich: Dann würdest du nichts lieber machen, als dich auf die Couch zu legen, ein Buch zu lesen, eine Freundin oder guten Kumpel treffen. Ach, und Einkaufen und Putzen nicht vergessen. Dann raffst du dich aber doch noch mal auf: E-Mails lesen, schreiben, Infostände organisieren, zahlreiche Telefonate führen, kreativ sein! So geht es der Bonner DFJW-Juniorbotschafterin Simone. Auch ihrer Münchner Kollegin Anaelle Chaperon kommt diese Situation bekannt vor. Simone ist schon seit drei Jahren im Amt, erst zwei Jahre in Bremen, damals noch als Studentin, jetzt als Berufstätige in Bonn – und immer noch ist sie mit Herzblut dabei. Anaelle ist bereits seit fünf Jahren in Deutschland. Für die Französin ist es ihr drittes Mandat. Sie möchte Franzosen helfen, Deutschland besser zu entdecken. Anaelle macht ihr Engagement sehr viel Spaß.

Simone hat Geschichte und Recht in einem deutsch-französischen Studiengang zwischen den Universitäten Bielefeld und Paris 7 - Denis Diderot studiert. Nach dem Bachelor ging es dann zum Master nach Paris. Simone ist deutsch-französisch, durch und durch. Jetzt arbeitet sie bei für ein Unternehmen in Bonn, das Bildungsmessen für Jugendliche organisiert und auf denen man sich über Möglichkeiten informieren kann, ins Ausland zu gehen. Simone ist schon lange DFJW-Juniorbotschafterin, wollte beim Übergang in den Job das DFJW-Diplomaten-Dasein aber nicht hinwerfen. „Ich fand es in Bremen immer spannend, über die Projekte des DFJW zu berichten“, schwärmt Simone, „und auch nach dem Berufseinstieg in Bonn wollte ich hier gerne weitermachen, um möglichst viele junge Menschen über die großartigen Stipendien des DFJW informieren zu können.“

Doch bevor die jungen Leute ihre Infos kriegen, muss Simone sich erst mal an die Organisation machen. Und das lässt sich nicht mal so eben aus der Hand schütteln. Früher war Simone DFJW-Juniorbotschafterin in Bremen und noch Studentin; da war das Alles erheblich einfacher. „Da war ich öfter in Schulklassen unterwegs und habe über die Programme informiert oder an sonstigen Sitzungen teilgenommen“, berichtet Simone. Mit dem Berufsalltag sei das nicht mehr möglich, da sie ja Vollzeit arbeitet und Projektpartner oft am Wochenende – in Simones Freizeit also – nicht zu erreichen sind. Hinzu kommt, dass Simone teilweise auch am Wochenende arbeiten muss. „Es fehlt die persönliche Kommunikationszeit“, wie es Simone beschreibt. Das sei die wohl größte Herausforderung, wenn man sich auch als Berufstätige/r im Netzwerk der DFJW-Juniorbotschafter engagieren möchte. Simone weicht nun vermehrt auf Wochenendetermine aus und vertritt das DFJW auf Messen. Schulbesuche zu planen, das geht nur mit erheblicher Vorlaufzeit.

Trotzdem ist Simone noch mit Leidenschaft dabei, so z.B. am deutsch-französischen Tag im Januar, als sie gemeinsam mit dem Gustav-Stresemann-Institut (GSI) einen Infostand gehalten hat. Mit dem GSI will sie in Bonn auch zukünftig gemeinsame Infostände planen. Außerdem setzt sich Simone dafür ein, beim französischen Jugendfilm-Festival „Cinéfête 2014“ „unterzukommen“ und dort an einem Infostand einen Tag lang die Stipendien-Möglichkeiten des DFJW vorzustellen.

Anaelle Chaperon arbeitet in München als IT-Projektleiterin bei einer Tochtergesellschaft der Allianz-Gruppe. Auch sie kombiniert eine 40-Stunden-Woche mit ihrer freiwilligen Arbeit für das Deutsch-Französische Jugendwerk. Für sie eine interessante und bereichernde Kombination. „Ich bin zwar zeitlich nicht so flexibel, wie ich es gerne möchte. Aber ich habe durch meine Arbeit eine Sicht, durch die ich gut mit Familien und Institutionen zusammenarbeiten kann“, sagt sie.

Ihre Strategie – viele kleine Projekte anstoßen und als Ansprechpartnerin zur Verfügung stehen. „Ich mache einfach viel weniger und vor allem gestalte ich selber kein riesiges Projekt,“ sagt sie. Für das DFJW nimmt Anaelle gerne Urlaub.

Für Sie ist es ein ständiger Drahtseilakt zwischen Beruf, Freizeit und freiwilligem Engagement, der ihr aber sehr viel Spaß macht. Denn sie arbeitet zwar in einem internationalen Umfeld, aber nicht im Deutsch-Französischen Bereich. Als Juniorbotschafterin kann sie ein bisschen mehr deutsch-französische Luft schnuppern. Als stressig empfindet sie ihr Engagement nicht. „Frustration ist höchstens da, wenn ich nicht so viel machen kann, wie ich es gerne möchte“, sagt sie.

Über das Jahr verteilt macht Anaelle ganz verschiedene Aktionen. Sie arbeitet eng mit dem Institut Français in München zusammen, organisiert an Wochenenden Infoständen oder ist bei Stammtischen dabei. Auch in den Medien ist sie präsent. So hat sie zum Beispiel an einer Radiosendung vom Bayerischen Rundfunk teilgenommen. Zusammen mit drei weiteren Europäern sprach sie zwei Stunden über die Zukunft Europas.

Anaelle macht es sehr viel Spaß, sich neben der Arbeit in Deutschland für das DFJW engagieren zu können. Ihr Ziel: die Rolle und das Angebot des DFJW bekannter machen, damit mehr Franzosen wie sie den Weg über den Rhein nach Deutschland finden. Ganz egal ob zum Arbeiten, für ein Praktikum oder für einen Sprachkurs.