"Die Jugend kann die Auswirkungen des Klimawandels abmildern"

Das Interview des Monats

Saad Fikri ist 23 Jahre alt, kommt aus Marokko und studiert an der Universität Sassari in Italien. Er begeistert sich für die Themen Natur und Umweltschutz, und möchte später auch in diesem Bereich arbeiten. Momentan studiert er im zweiten Masterjahr "Küsten- und Meeresmanagementˮ, wo er die Auswirkungen des Klimawandels auf die Artenvielfalt der Meere untersucht. Neben seinem Studium engagiert sich Saad aktiv in der marokkanischen Organisation „Petits Débrouillardsˮ und sensibilisert so für aktuelle Umweltfragen. Auf diesem Wege lernte er 2015 auch das DFJW kennen, wo er Teil des Jugendforums  „Der Planet in Deinen Händenˮ wurde.

Saad nimmt außerdem an der internationalen Jugendkonferenz zum Klimawandel (COY13) teil, wo er sich im Rahmen mit einer Delegation von 32 anderen Jugendlichen aus Deutschland, Frankreich, Marokko und dem Quebec austauscht. Diese wurde durch das DFJW und das französisch-quebecische Jugendwerk (OFQJ) organisiert.

Wir haben ihn getroffen und ihm einige Fragen gestellt:

Von Anfang an hast du am Jugendforum „Der Planet in Deinen Händen“  aktiv teilgenommen. Welche Erinnerungen nimmst du mit (Hamburg 2015 und Marokko 2016)?

Ich nehme wunderbare Erinnerungen an tolle Bekanntschaften mit interessanten jungen Leuten mit, die alle meine Leidenschaft für Umwelt, Interkulturalität und Toleranz teilen. Mit vielen von ihnen habe ich Freundschaften geschlossen und wir verpassen nach wie vor keine Gelegenheit, einander wiederzusehen und miteinander zu arbeiten. Etwas, das ich auch aus dem Jugendforum mitgenommen habe, ist ein besonderes Gefühl von Stolz und Zufriedenheit  im Hinblick auf unsere Rede und die Relevanz der zehn Empfehlungen, die wir erarbeitet haben. Eine meiner schönsten Erinnerungen an dieses Event ist, dass ich während der Abschlusszeremonie die Möglichkeit hatte, vor allen Teilnehmern, Wissenschaftlern und Politikern die 10 Ratschläge beziehungsweise Empfehlungen, die wir vorher ausgearbeitet hatten, präsentieren zu können.

Was erwartest du von der dritten Etappe in Bonn?

Dieses Jahr spielt unsere Delegation eine sehr wichtige Rolle auf der COY13, denn wir werden nicht einfach nur an der Veranstaltung teilnehmen, sondern auch zum Programm beitragen. Wir haben das Glück, vier Workshops leiten zu dürfen. Im ersten soll das Thema Wissenschaft im Vordergrund stehen. Er nennt sich „Die Wissenschaft hinter dem Klimawandel (einfache wissenschaftliche Experimente)“ und wird von Montassire und mir selbst geleitet. Der zweite Workshop mit dem Namen „Wachstumsrücknahme und nachhaltiges Wachstum“ wird von Lena geleitet und der dritte Workshop, den wir zusammen mit unseren quebecischen Freunden machen, trägt den Titel „Die Jugend für Wasser und Klima“. Zum Abschluss werden wir am letzten Tag alle zusammen einen Workshop leiten, in dem wir unsere Delegation und die Arbeit, die wir von Hamburg bis zu den Umwelttagen in Tübingen geleistet haben, vorstellen werden. Dieser nennt sich „Delegation der Deutsch-Französisch-Marokkanischen Jugend von der COP21 zur COP23“.

Welche Aktionen  sind denn von eurer deutsch-französisch-quebecisch-marokkanischen Delegation für die COY13 vorgesehen?

An dieses Treffen habe ich besonders viele Erwartungen:  Zunächst einmal mehr Aktionen gegen die Erderwärmung und weniger leere Versprechungen. Außerdem hoffe ich inständig, dass Präsident Donald Trump seine klimaskeptischen Ansichten noch einmal überdenkt und dass alle vor Ort vertretenen Parteien sich für das Wohlergehen unserer Erde, und nicht für Ihre eigenen Interessen, einsetzen. Um dieses Ziel zu erreichen, erwarte ich von der Bonner Gesellschaft, dass sie entschlossen auf die Leute zugeht, die jegliche Entscheidungsmacht haben.

Warum engagierst du dich für das Klima?

Ich bin fest davon überzeugt, dass die Zukunft unseres Planeten vom Klimawandel abhängt. Wenn wir nichts tun, um ihn aufzuhalten oder zumindest abzumildern, riskieren wir jede Menge Katastrophen, die die Erde schlimmstenfalls für immer verändern werden. Sei es die Vernichtung der Flora und Fauna mit dem Aussterben unzähliger Arten oder sei es die Tatsache, dass zukünftig Klimakriege geführt werden könnten, die ganze Völkerwanderungen auslösen könnten. Manchmal fällt es mir sehr schwer zu verstehen, warum das Thema Klima für einige Menschen nur zweitrangig ist. 

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