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Der Wecker klingelt und mühsam quäle ich mich aus dem Bett, ein kurzer Blick auf die Uhr verrät 5:30Uhr. Nein, es handelt sich nicht etwa um einen gewöhnlichen Arbeitstag, schließlich ist heute Samstag. Vielmehr mache ich mich bereits in aller Herrgottsfrühe auf den Weg nach Straßburg zum Deutsch-Französischen Forum, der Messe zum deutsch-französischen Austausch im Hochschul- und Forschungsbereich.

Um 6:30 Uhr sitze ich bereits mit einem französischen Kommilitonen, der mich heute begleitet, in der Bahn gen Norden, um die knapp hundert Kilometer zwischen Freiburg und der elsässischen Hauptstadt in Angriff zu nehmen. Schon Wochen zuvor blickte ich erwartungsfroh auf den heutigen Tag des Austausches und des Wiedertreffens zahlreicher Bekannter aus Frankreich und Deutschland voraus. So ist die morgendliche Müdigkeit schon im Zug Richtung Kehl fast gänzlich verflogen und die Vorfreude überwiegt.Es dauert auch nicht lange bis ich das erste bekannte Gesicht ausmache. Sümeyra, DFJW-Juniorbotschafterin im Bundesland Rheinland-Pfalz, sitzt am anderen Ende des Zuges.

Da wir aber den Zug in Kehl verlassen und mit dem Bus weiterfahren, trennen sich unsere Wege zunächst. Fast ohne Autoverkehr neben uns überqueren wir die Rheinbrücke, um die Bushaltestelle zu erreichen. Ich glaube, es ist das erste Mal, dass ich die Grenze zwischen beiden Ländern zu Fuß überquere. Es ist ein schönes Gefühl, über dem Rhein zu schweben, sodass wir noch einen Moment innehalten. Bei der anschließenden Busfahrt wird deutlich, dass wir in Frankreich angekommen sind. Bereits bei voller Fahrt sucht der Busfahrer das Wechselgeld für unsere Fahrkarten zusammen und überquert kurz darauf eine Ampel, die der ordnungsbewusste Deutsche als „dunkelgelb“ eingestuft hätte. Trotz der lässigen und für interkulturell Unerfahrene vielleicht riskanten Fahrweise des Chauffeurs kommen wir sicher am Straßburger Kongresszentrum an und treffen am Eingang Sümeyra wieder, um ein paar schnelle Worte auszutauschen.

Als eine der ersten an diesem Morgen betreten wir das Gebäude. Am Eingang begrüßt uns zunächst der Stand der Deutsch-Französischen Hochschule, doch direkt gegenüberliegend fällt mir sofort der mit den bunten Farben des Jungendwerks dekorierte Stand des DFJW ins Auge. Weil dieser aber etwas eine halbe Stunde vor dem offiziellen Start noch nicht besetzt ist, entscheide ich mich dazu, eine kleine Kaffeepause einzuschieben. Als ich zurückkehre läuft mir Grégory über den Weg, DFJW-Juniorbotschafter der französischen Region Auvergne, der beim Forum für seinen Studiengang „Deutsch-Französische Studien“ wirbt, aber natürlich auch seine Begeisterung für das DFJW in seine Arbeit einfließen lässt. Leider bleibt für mehr als ein flüchtiges „Bonjour“ keine Zeit, doch wir verabreden uns für später. Wieder am DFJW-Stand angekommen, stehen auch schon die ersten Interessenten in den Startlöchern. Sümeyra und der inzwischen dazu gestoßenen Amélie, die in Baden-Württemberg als Juniorbotschafterin aktiv ist, kann man den Elan und das Engagement, mit dem sie für die Projekte des DFJW werben, von weitem ansehen und so ist es nicht verwunderlich, dass der Stand des Jugendwerks überdurchschnittlich gut frequentiert ist. Da sich die meisten Besucher im Übergang zwischen Abitur und Studium bzw. Ausbildung befinden, stehen besonders die Fördermöglichkeiten eines Jobs in der Partnerstadt, mögliche studienbegleitende Praktika oder ein durch soziale und interkulturelle Projekte geprägtes Auslandsjahr nach bestandenem Abitur im Mittelpunkt des Interesses. Der Informationsbedarf wird mit den zahlreichen Broschüren ausreichend gedeckt und durch persönliche Erfahrungen und Tipps erweitert. Zum größten Teil höre ich intensive Unterhaltungen auf Französisch, während ich dabei bin das Geschehen mit einigen Fotos zu dokumentieren, aber auch Deutsch ist ab und an zu vernehmen.

Als Freund der deutsch-französischen Beziehungen kann man sich hier nur wohlfühlen. So kommt es, dass die Zeit fast wie im Fluge vergeht. Nach der Mittagspause, die wir Juniorbotschafter zum gegenseitigen Austausch nutzen, ebbt der Besucherstrom langsam ab und gegen 16 Uhr rolle ich mit der Straßenbahn langsam Richtung Innenstadt, um den Tag interkulturell ausklingen zu lassen. Schließlich hat der Straßburger Weihnachtsmarkt seit gestern geöffnet. Ich treffe mich mit Amélie, Manon und Grégory wieder und wir plaudern bei einem heißen elsässischen Glühwein noch ein wenig, bevor ich mich leider ein bisschen zu früh in Richtung Bahnhof aufmachen muss, um den letzten Zug nach Hause noch zu erwischen.

Als ich zum zweiten Mal den Rhein überquere, stoppe ich wieder kurz. Ein Bein in Deutschland und das andere in Frankreich lasse ich den Tag Revue passieren….

Von Thorsten, DFJW-Juniorbotschafter, verfasst und von den DFJW-Juniorbotschaftern übersetzt