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Die guten deutsch-französischen Beziehungen wurzeln in den guten und vielfältigen Beziehungen zwischen den Menschen

François Fillon
© Matignon

Die engen und freundschaftlichen Beziehungen zwischen Frankreich und Deutschland gehören zu den schönsten Erfolgen der letzten fünfzig Jahre. Sie geben allen Ländern Hoffnung, die nach Aussöhnung und friedlichem Zusammenleben mit ihren Nachbarn streben.

In einer Zeit, in der die Europäische Union heftigen Erschütterungen ausgesetzt ist, gehen Deutschland und Frankreich weiter mit gutem Beispiel voran - dem Beispiel tiefer Solidarität, die es ermöglicht, mit einer Stimme zu sprechen und sich der Krise gemeinsam entgegen zu stellen; und dem Beispiel zweier Länder, die sich ihres historischen Erbes bewusst sind und entschlossen zu ihrer gemeinsamen Verantwortung stehen. 

Diese Nähe versteht sich nicht von selbst; insbesondere nicht in Krisenzeiten, in denen Staaten  mitunter dazu neigen, sich reflexartig von der Außenwelt abzuschotten.

Die deutsch-französische Zusammenarbeit dagegen ist einer zentralen Aufgabe fest und unverrückbar verpflichtet: das große europäische Abenteuer weiterzuführen.

Die Wirtschafts- und Finanzkrise hat die Schwachstellen der europäischen Währungsunion offenbart und gebietet es, schnellstmöglich eine engere wirtschaftspolitische Abstimmung bis hin zur einer Wirtschaftsregierung zu schaffen. Aus diesem Grund setzen wir uns  gemeinsam für noch stärkere Integration, Solidarität und Konvergenz zwischen den Mitgliedsstaaten ein.

Diese Konvergenz, diese angestrebte Übereinstimmung ist nicht allein Sache von Regierungen, Politikern, oder Unternehmenschefs!

Vielmehr wurzeln auch die guten deutsch-französischen Beziehungen und die Annäherung auf politischer Ebene in den guten und vielfältigen Beziehungen zwischen den Menschen und Zivilgesellschaften in Deutschland und Frankreich.

Denn die Menschen und ihre Initiativen waren und sind es, die seit Ende des Zweiten Weltkriegs die Aussöhnung und Verständigung zwischen unseren Ländern geschaffen haben.

Sie waren es, die den wiedergefundenen Geist des Miteinanders mit Leben erfüllt haben, gerade auch mithilfe der zahlreichen Städtepartnerschaften, die dazu geführt haben, dass die Bürger beider Staaten einander begegnen konnten.

Dieser Austausch auf Ebene der Städte hat die Art und Weise, in der Franzosen und Deutsche miteinander reden und Verständigung suchen, grundlegend verändert. Diese Erfahrung habe ich ganz persönlich machen dürfen, da meine Heimatstadt Sablé-sur-Sarthe mit Bückeburg in Niedersachsen eine lebhafte Städtepartnerschaft pflegt.

Ich habe miterlebt, wie mit Unterstützung der Bürgermeister Joël le Theule und Bruno Behlau die nunmehr 45 Jahre währende freundschaftliche Bande zwischen den Einwohnern unserer Städte geknüpft und gefestigt wurde.

Eine der Überraschungen dieser Städtepartnerschaft war zu erfahren, dass Philipp Rösler, Vizekanzler und Wirtschaftsminister in Deutschland, ausgerechnet in Bückeburg aufgewachsen ist, wie er mich bei einem Treffen in Paris wissen ließ! Dies bezeugt, dass Städtepartnerschaften das ganze Leben lang einen neuen, manchmal überraschenden Rahmen für Begegnungen, Freundschaften und Austausch bieten können.

Mit mehr als 2200 Städtepartnerschaften ist das Netz deutsch-französischer Verbindungen einzigartig in der Welt. Kurz vor dem 50. Jahrestag des Elysée-Vertrags, den wir im Januar 2013 feiern werden, zeigt dieses enge Netz und diese vielfältige Verbindung die Besonderheit der deutsch-französischen Dynamik.

Das DFJW hat maßgeblichen Anteil an der zentralen Aufgabe, den Stab der deutsch-französischen Freundschaft auch mithilfe der Städtepartnerschaften an die nächste Generation weiterzureichen. Damit der Sprach-, Kultur-, Sport- aber auch Berufs- und Wirtschaftsaustausch aktuell bleibt, wünsche ich dem DFJW, dass die junge Generation sich für den Geist der Brüderlichkeit und des Miteinanders begeistern lässt, für den das DFJW in ganz besonderer Weise steht.

François Fillon