Jean-Michel Blanquer trifft junge Deutsche, Franzosen und Polen mit Beeinträchtigung, im Rahmen eines vom DFJW unterstützten Projektes

Im Rahmen eines vom Deutsch-Französischen Jugendwerk (DFJW) geförderten deutsch-französisch-polnischen Projektes haben 24 schwerhörige und gehörlose Jugendliche am 21. Februar in den Räumlichkeiten des Institut national de jeunes sourds (INJS – Nationales Institut für junge Gehörlose) in Paris Jean-Michal Blanquer, französischer Bildungsminister und Ko-Vorsitzender des Verwaltungsrates des DFJW, getroffen.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer halten sich derzeit für fünf Tage in Paris auf, um zusammen an einer Ausstellung zum Thema „Junge Gehörlose im Jahr 2018“ zu arbeiten. Dieses Thema wird anhand von Zeichnungen, Fotos, Collagen oder kurzen Theaterszenen dargestellt. Zuvor hatten sich die Jugendlichen bereits in Berlin getroffen.

Für Elodie Hemery, Direktorin des INJS, bot die Begegnung eine gute Gelegenheit, die Aufgaben dieser in Frankreich einzigartigen Einrichtung darzustellen. Das Bildungsangebot des Instituts richtet sich an junge Gehörlose während der gesamten Schullaufbahn, unabhängig von ihrer jeweiligen Lebenssituation. Jungen Menschen, die mit vielfältigen Herausforderungen konfrontiert sind, haben einen erschwerten Zugang zu Mobilitätsprogrammen. „Ihnen eine Teilnahme an einer Austauschbegegnung zu ermöglichen, ist Kernaufgabe des DFJW“, so DFJW-Generalsekretärin Béatrice Angrand. Trilaterale Begegnungen wie diese tragen darüber hinaus die Erfahrungen der deutsch-französischen Zusammenarbeit in andere Länder. So ist ein dritter Projektteil im April in Warschau geplant. Polen ist das Partnerland, mit dem das DFJW am meisten Begegnungen durchführt: 1.189 deutsch-französisch-polnische Projekte mit insgesamt 17.665 Teilnehmerinnen und Teilnehmern hat das DFJW seit 1999 unterstützt. Auch dank des Engagements des DFJW und seiner Partnerorganisationen wird das Weimarer Dreieck mit Leben gefüllt. Minister Blanquer hat seinerseits die Qualität dieses inklusiven Projektes gelobt, das pädagogische Methoden der formalen und non-formalen Bildung kombiniert und die Freundschaft zwischen jungen Menschen aus verschiedenen europäischen Ländern fördert.

Das Gespräch fand in fünf verschiedenen Sprachen statt (Deutsch, Französisch, Polnisch, polnische und französische Gebärdensprache). Das Projekt zeigt einmal mehr, wie wichtig es ist, den Gebrauch von Gebärdensprache im öffentlichen Raum zu erleichtern und zu verankern. Die Jugendlichen haben Minister Blanquer zudem darauf aufmerksam gemacht, dass die internationale Gebärdensprache in den nationalen Bildungssystemen nicht ausreichend unterrichtet wird. Dies erschwert die Integration und die Teilnahme an europäischen und internationalen Mobilitätsprogrammen.

Die jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben November 2017 in Berlin dieses Anliegen bereits am Rande der 12. Sitzung des Verwaltungsrates des DFJW in einem Gespräch mit Staatssekretär Dr. Ralf Kleindiek (Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend / BMFSFJ) vorgebracht.

Das Projekt wird auf Initiative des Centre Français de Berlin in Kooperation mit der Margarete-von-Witzleben-Schule Berlin, dem Verein Peuple et Culture, dem INJS sowie dem Głuchoniemych-Institut für junge Gehörlose in Warschau organisiert und ebenfalls durch die Stadt Paris mitfinanziert.