Rückblick: Die Frankfurter Buchmesse auf Französisch

Die Frankfurter Buchmesse, größte internationale Bücherschau mit nicht weniger als 4.000 Veranstaltungen rund um das Buch in all seinen Spielarten, ging am vergangenen Sonntag zu Ende. Mehr als 280.000 Besucherinnen und Besucher verzeichnete sie in diesem Jahr. Ehrengast war 2017 kein Land sondern die frankophone Literatur, über die Grenzen Frankreichs hinaus.

Der Einladung „Frankfurt auf Französisch“ waren fast 150 französischsprachige Autorinnen und Autoren gefolgt, so dass der Chef der Buchmesse, Jürgen Boos scherzhaft verkündete: „Vermutlich ist gerade kein Autor mehr in Frankreich, die sind alle hier!" Im Gastlandpavillon konnte man die Besonderheiten der frankophonen Buchkultur erkunden. Sie zeichnet sich durch eine große Offenheit aus: Neben dem klassischen Roman gehören heute auch ganz selbstverständlich Comics, Kinder- und Jugendliteratur und ein innovativer Umgang mit digitalen Medien dazu.

Das Angebot des Organisationskomitees „Frankfurt auf Französisch“ und des Deutsch-französischen Jugendwerks (DFJW) als ehrenamtliche Helferin bzw. ehrenamtlicher Helfer im Ehrengastpavillon aktiv zu werden, hatten 26 junge Menschen aus Deutschland und Frankreich angenommen. Sie waren live bei der feierlichen Eröffnung des Pavillons durch den französischen Staatspräsidenten Emmanuel Macron und die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel dabei. An den Messetagen betreuten 18 von ihnen die verschiedenen Stationen und Aktivitäten im Gastlandpavillon. Sie waren begeistert von den Begegnungen mit französischen Autorinnen und Autoren wie Leïla Slimani, Amélie Nothomb und Michel Houellebecq.

In der Digitalwerkstatt des Ehrengastpavillons berichteten 8 Bloggerinnen und Blogger unter Anleitung der Journalistin Delphine Simon (France Inter) von den Veranstaltungen rund um „Frankfurt auf Französisch“ und bedienten unterschiedliche soziale Medien. Ann-Christin Gelszat und Hannah Jäger (Foto) verfolgten beispielsweise die Bekanntgabe der Shortlist des Deutsch-Französischen Jugendliteraturpreises am 14. Oktober. Der Preis soll Kinder- und Jugendliteratur bekannter machen, die bisher im jeweiligen Nachbarland noch nicht übersetzt wurde.

Das Deutsch-Französische Jugendwerk (DFJW) war darüber hinaus mit einem eigenen Stand auf der Buchmesse präsent. Bas Böttcher, Pionier der deutschsprachigen Peotry Slam Szene, hatte dem DFJW seine TextBox zur Verfügung gestellt. An den Fachbesuchertagen fanden darin Lesungen mit deutschen und französischen Teilnehmerinnen des „Georges-Arthur Goldschmidt“ Programms statt: Anne Thomas aus Paris erzählte vom Traumberuf Literaturübersetzerin und von der Realität ihres beruflichen Alltags. Claudia Hamm las aus ihrer Übersetzung „Ein russischer Roman“ von Emmanuel Carrère. Das Tandem Catherine Livet und Katharina Meyer sprachen darüber, wie sie sich beim Übersetzen gegenseitig unterstützen. An den Publikumstagen der Messe war die TextBox rund um die Uhr mit jungen deutschen und französischen Slam Poeten besetzt, die unter der Leitung vonKen Yamamoto Texte, Lieder und Gedichte vortrugen. Am Sonntag diskutierte er am Stand des Senders ARTE mit Maras, dem Slam Poeten aus Bordeaux, und seinem Kollegen Iokanaan aus Nantes über Poetry Slam in Deutschland und Frankreich.

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