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Der ein oder andere deutsche Sportbegeisterte mag dieser Tage des Öfteren etwas verdutzt dreinblicken, wenn er sein Fernsehgerät anschaltet und zwischen den Sportkanälen hin und her wechselt. Auf den ersten Blick bekommt er wie beinahe immer große Stadien und perfekt gepflegte Rasenplätze zu sehen. Doch Fußball wird aktuell nicht immer gespielt. Denn schon beim Durchzählen der Spieler stellt das geschulte Auge fest, dass da etwas nicht stimmen kann. 30 Aktive auf dem Feld, sind dann doch irgendwie zu viel! Und auch die Mannschaften, die man dort zu Gesicht bekommt scheinen äußerst exotisch. So lauten die Begegnungen unter anderem Fidschi-Inseln gegen Wales oder Namibia gegen Tonga. Von einer deutschen Mannschaft ist weit und breit nichts zu sehen. Kein Wunder also, dass die meisten Deutschen von Rugby noch nie etwas gehört haben. Es ist also nur logisch, dass die aktuell stattfindenden Weltmeisterschaften im 15er Rugby in Deutschland allenfalls eine Randerscheinung sind und kaum mediales Interesse erfahren.

Ganz anders sieht das bei den französischen Nachbarn aus, hier ist Rugby neben dem Fußball gleichwertiger Nationalsport. Die Equipe Tricolore gilt sogar als Geheimfavorit in die von den Commonwealth-Ländern geprägten Weltmeisterschaften in England, dem Mutterland des Rugbys. Im über 80.000 Zuschauer fassenden Twickenham-Stadion findet am 31. Oktober das Endspiel statt, an dem die Franzosen sehr gerne teilnehmen würden. Der Start ins Turnier ist dem Team von Philippe Saint-André den Ergebnissen her auch gelungen. Man errang relativ deutliche Siege gegen Italien und Rumänien. Die Erwartungshaltung ist allerdings groß und so hat der ein oder andere Franzose noch einiges auszusetzen am Spiel seiner starken Männer.

Während man in Deutschland die Lupe ziehen muss, um in den Printmedien Berichte vom Rugby zu finden, prägt die Sportart dieser Tage in Frankreich oft die Titelseiten der gängigen Sportjournale. Dies ist, wie ich finde, eine gute Möglichkeit für die Freunde der französischen Sprache ihr Vokabular in Sachen Sport ein wenig aufzufrischen oder zu erweitern. Die großen Sportzeitungen veröffentlichen einen Großteil ihrer Artikel auch online. Allen Franzosen wünsche ich auf diesem Wege eine erfolgreiche Weltmeisterschaft und dass die Equipe Tricolore es bis ins Endspiel schafft!

 

Deutsche Fassung: Thorsten/ Übersetzung: Marlène