Achtung: diese Seite wurde seit mehr als 6 Monaten nicht mehr aktualisiert. Die Informationen sind nicht mehr aktuell.

Die DFJW-Juniorbotschafter erzählen uns in einer neuen Artikelserie von ihren letzten Leseabenteuern. Sie nehmen uns in den Sommermonaten in andere Welten mit. Heute stellt Luise ihr Lieblingsbuch „Gut gegen Nordwind“ vor. 

„Schreiben ist wie Küssen nur ohne Lippen. Schreiben ist wie Küssen mit dem Kopf.“ „Gut gegen Nordwind“ von Daniel Glattauer ist ein moderner Briefroman. Es ist keine Erzählung im klassischen Sinne, sondern eine Darstellung eines E-Mail-Vekehrs. Durch einen Tippfehler gelangt die Abonnementabmeldung von Emmi Rothner für die Zeitung „Like“ in das Postfach von Leo Leike – der Beginn eines Gesprächs zwischen zwei einander vollkommen unbekannten Menschen. Und dennoch könnte dieser Dialog nicht intensiver sein. Das Buch zeigt, wie viel Anziehungskraft Worte noch immer haben, auch wenn sie in unserer heutigen Zeit oft nur noch über den Bildschirm flimmern. Emmi und Leo bauen sich eine kleine romantische Parallelwelt auf, einen Rückzugsort nur für sie beide. Damit ist „Gut gegen Nordwind“ so nah an unserer Zeit und fasziniert dennoch mit einer ganz anderen Seite der „virtual reality“. Allgegenwärtig steht folgende Frage im Raum: sollen und/oder wollen wir uns treffen?

Daniel Glattauer regt zum Nachdenken an. Das Verhältnis, die Freundschaft, die Beziehung – wie auch immer man es nennen möchte – von Emmi und Leo durchlebt wie das wirkliche Miteinander verschiedene Phasen, wird für beide zum Teil ihres Lebens. Für den Leser stellt sich dabei die Frage: Kann ich mir so etwas selbst vorstellen? Doch zugleich ist es ein Buch, das gute Laune macht, einem ein Lächeln auf die Lippen zaubert und das man auf keinen Fall zur Seite legen möchte. Ob das am Schluss verabredete Date tatsächlich stattfindet oder ob etwas dazwischen kommt, das findet ihr am besten selbst heraus.