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„Die Auvergne ist die Auvergne, die Languedoc ist nichts als die Languedoc; aber die Touraine ist Frankreich. Es konnte nicht ausbleiben, dass hier das Königtum wohnte und Schlösser errichtete, die so groß sind, wie sie selbst“, beschreibt Léon Gozlan, französischer Schriftsteller und Freund Balzacs, die Region Touraine. Der Fluss und seine Schlösser – das macht den Charme einer ganzen Region im Herzen Frankreichs aus.

Mein Tipp: das Märchenschloss Chenonceau. Weiße Türmchen, unzählige Balkone und Giebel, Verzierungen an Fenstern und Toren schmücken das Wasserschloss, an dessen Gestaltung Catherine de Medicis maßgeblich beteiligt war. Ein Inbegriff der Epoche, in der der Adel an die Loire kam. Es ist eines dieser Schlösser, die in Märchenbüchern nicht besser hätten beschrieben werden können. Heute zählt Chenonceau zu den beliebtesten und berühmtesten seiner Art: jährlich besuchen es über 80 000 Besucher.

Deshalb: wer bei seinem Besuch nicht von Touristenströmen gestört werden will, sollte abends kommen. Dann lehren sich die Gebäude und Gärten. Wer sich nicht für die Inneneinrichtung des Schlosses interessiert, wird auch an den Außenanlagen allein Freude finden. Im Sommer stehen hier die unzähligen Blumen in voller Blüte und die abendliche Sonne lässt ihre Farben wunderbar leuchten. Wer sich ein Tretboot leiht, kann das Ensemble vom Fluss aus betrachten, der durch die Anlage hindurchfließt.

Im Inneren des Schlosses ist die Galerie mein persönliches Kleinod. Nachträglich erbaut, in weißem und schwarzem Marmor gehalten, schafft sie die Verbindung zwischen dem rechten und dem linken Flussufer. Sie ist architektonisch ein echter Hingucker und auch für die deutsch-französische Geschichte interessante. Während der deutschen Besatzungsszeit ermöglichte die Galerie Hunderten die Flucht in die „zone libre“, denn der Fluss Cher unterhalb des Schlosses markierte die innerfranzösische Grenze.

Auch heute fühle ich mich an warmen Sommertagen beim Durchqueren der Galerie unglaublich frei – die Kühle des Marmors lädt bei Hitze zum Verweilen ein.