Im Juli 1958 unterzeichneten die damaligen Stadtoberhäupter der beiden Metropolen – Max Brauer und Gaston Deferre – einen „Partnerschaftsschwur“ mit der Verpflichtung zu gegenseitigem Verständnis, Brüderlichkeit und Zusammenarbeit. 

Dass dieses Versprechen auch 2018 mehr als nur eine Bindung auf dem Papier ist, zeigt der deutsch-französische Workshop in Cannes, der bereits das dritte Jahr in Folge vom DFJW und der Semaine de la Critique organisiert wird.

Vier Tage lang, vom 14. bis 18. Mai, tauschen sich ingesamt 20 Schüler aus Deutschland und Frankreich zu Filmen aus, die Teil der Auswahl der Semaine de la Critique, einer Nebensektion der Filmfestspiele Cannes, sind. Sie nehmen an Seminaren zum Verfassen von Filmkritiken teil, welche von Filmkritikern und einem Sprachanimateur angeleitet werden, der den Austausch erleichtert. Ideen und Eindrücke werden ausgetauscht, durch eine spielerische Herangehensweise sollen zudem Kritikbewusstsein geweckt und künstlerische Neigungen gestärkt werden.  

Auch jeweils 5 Jugendliche vom Hamburger Gymnasium Lohbrügge und des Lycée Victor Hugo aus Marseille dürfen an diesem Abenteuer teilnehmen.

Und was für eins! Schon nach wenigen Minuten auf Canner Boden sind die Jugendlichen hellauf begeistert. Unglaublich viele neue Eindrücke prasseln auf sie ein. Keiner der Schüler hätte sich wohl träumen lassen, einmal Festivalluft zu schnuppern und sogar über den roten Teppich flanieren zu dürfen. Ganz zu Schweigen von den vielen Filmen, die als Weltpremiere ausgestrahlt werden und die sie als eine der Ersten zu Gesicht kriegen. 

Für Jil, Jette, Jakub, Zoe und Marina aus Deutschland ist es zudem ein fremdes Land mit einer ganz neuen Kultur. Einige ihrer französischen Kameraden Walli, Valentina Rania, Raja und Nassima treffen zum ersten Mal auf Schüler aus dem Nachbarland. 

Die vom DFJW organisierten Filmworkshops, bei denen in deutsch-französischen Kleingruppen gearbeitet wird, aber auch unsere Sprachanimationen tragen entscheidend dazu bei, dass sich eine Gruppendynamik zwischen Deutschen und Franzosen entwickelt; sie fördern non-verbale und verbale Kommunikation und helfen, sprachliche Barrieren zu überwinden. Man muss nicht Deutsch und Französisch sprechen, um an einem DFJW-Austauschprogramm teilzunehmen. Aber es hilft ungemein, die Sprache des Anderen zu sprechen, denn Sprache ist der Schlüssel zur Kultur und erleichtert die Verständigung. 

 

#animationlinguistique#sprachanimatiob#entknoten#defairelesnoeuds#ofaj#dfjw#cannes#cannes2018#sdlc2018

Une publication partagée par ofaj_dfjw (@ofaj_dfjw) le 16 Mai 2018 à 4 :53 PDT

Und eine gemeinsame Leidenschaft - wie das Kino - ist die Voraussetzung schlechthin, um ins Gespräch zu kommen, andere Perspektiven einzunehmen, die Welt kennenzulernen, die Zeit in Cannes zu einem unvergesslichen Erlebnis zu machen, und neue Freundschaften zu schliessen ! So sieht gelebte Städtepartnerschaft aus!