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12. März 2013, das Handy gibt einen kurzen Signalton von sich und mein Herz erfüllt sich mit Freude, als ich diese Nachricht lese: « STUTTGART NOUS VOILA!! ». In einigen Monaten werde ich aufbrechen, um in Deutschland zu studieren und das Abenteuer „Erasmus“ zu beginnen. 5. Februar 2015, die Nachricht ist immer noch nicht gelöscht und die Bilder meines Auslandsjahres tauchen wieder vor mir auf. Durch zahlreiche interessante Kurse, einige verwundernde Traditionen, aufregende Reisen und unvergessliche Treffen war dieses Jahr ein voller Erfolg.

Als neue Einwohnerin des „Schwabenlands“, spüre ich vom ersten Tag an eine Umstellung und versuche mehr schlecht als recht den regionalen Dialekt zu verstehen. Glücklicherweise zeigen meine verblüfften Augen den Gesprächspartnern, dass sie doch ein wenig zu schnell sprechen. Im Handumdrehen lerne ich neue Worte, die allerdings schwer auszusprechen und zu behalten sind wie „Dirndl“ und „Lederhose“, die traditionelle Tracht für die Cannstatter Wasen. Einige Wochen später entdecke ich mit meinen eigenen Augen dieses wichtige Ereignis im Süden Deutschlands.

Die Party beginnt schon in der S-Bahn: Traditionell gekleidete Jugendliche singen bereits aus voller Kehle. Haltestelle: Bad Cannstatt: Jetzt geht’s los! Nach wenigen Minuten Fußweg, finde ich mich begeistert auf einem riesigen Jahrmarkt wieder, wo sich Plüschtierstände, Spiele für Kinder und Karussells aneinanderreihen. Später betrete ich ein Festzelt, wo man schon von draußen hört, welche Stimmung im Inneren herrscht. Das ist eine andere Welt. Ich richte meine Augen auf die Bühne, wo gerade eine Band dem Publikum, von dem die meisten mit einem Liter Bier in der Hand auf den Holzbänken stehen, ordentlich einheizt. Begleitet von anderen ausländischen Studenten erlebe ich zum ersten Mal einen solchen Moment und ich bin glücklich diese etwas andere Kultur kennenzulernen.

Mein Auslandsjahr hat mir auch ermöglicht, Menschen aus allen Ecken der Welt (Brasilien, Mexiko, Slowakei, Bulgarien…) zu treffen und viel zu reisen! Um Stuttgart herum liegen Tübingen und Ludwigsburg, zwei sehr schöne Städte, die man unbedingt gesehen haben sollte. Ich bin auch noch ein Stück weiter gefahren: Frankfurt am Main, Köln, Düsseldorf, Nürnberg, Leipzig, Dresden… Zahlreiche Reisen, bei denen ich verschiedene Städte mit ihrem jeweils eigenen Charme entdeckt habe und durch die Fotographie meiner künstlerischen Seite nachgekommen bin.

Leider haben alle schönen Dinge irgendwann ein Ende und nach zwei Semestern ist es Zeit für mich, voller Erinnerungen im Kopf nach Frankreich zurückkehren. Dennoch weiß ich schon, dass ich mich in Zukunft in Richtung Deutschland und Fremdsprachen orientieren würde, was mir mein Auslandsjahr eindrucksvoll bestätigt hat. Nach all den Erfahrungen habe ich Lust, mich selber für die deutsch-französische Freundschaft zu engagieren und aktiv tätig zu werden. Im August 2014 sehe ich auf der Facebookseite des DFJW die optimale Möglichkeit dazu. Für das Jahr 2014/2015 werden neue Juniorbotschafter gesucht. Sofort versuche ich mein Glück und fülle das Formular im Internet aus. Als Studentin der Kommunikationswissenschaften bin ich umso motivierter Juniorbotschafterin im Bereich Kommunikation zu werden, was ich im Moment gemeinsam mit fünf Kollegen auch bin. Wir sind stolz darauf, das Engagement Jugendlicher überall in unseren Ländern zu zeigen und alle gemeinsam am Aufbau des Europas von Morgen mitzuwirken, einem Europa in Vielfalt vereint.

Artikel von Marlène geschrieben und von Thorsten übersetzt, DFJW-Juniorbotschafter Kommunikation