Alles begann mit einem Kinobesuch. Ihr kennt bestimmt diese Filme, die euch total umwerfen, euch Zeit und Raum vergessen lassen und euch dazu bringen, die Welt sofort verändern zu wollen?! Während Xheva und ich den Kinosaal verließen, sagten wir uns: „Diese starken Emotionen und dieser plötzliche Wille aktiv zu werden – wir müssen etwas daraus machen!“

Xheva habe ich vor zwei Jahren beim DFJW kennengelernt. Wenn man uns heute zusammen sieht, kann man sich kaum vorstellen, dass wir noch gar nicht so lange befreundet sind. Man würde glatt meinen, wir kennen uns schon immer. Xheva, eine Deutsche, machte damals ein Praktikum im Pariser Büro des DFJW, während ich in Berlin Praktikantin war. Auf der Weihnachtsfeier der beiden Büros wurden wir einander vorgestellt, bevor wir uns wieder aus den Augen verloren, um uns dann ein Jahr später zu Beginn unseres Masterstudiums wiederzutreffen. Seitdem sind wir unzertrennlich, streiten uns, vertragen uns und streiten uns wieder... Ein Projekt zusammen auf die Beine zu stellen, schien deswegen eigentlich nicht vorstellbar, aber wir haben es gewagt!

Im Oktober 2018 gründeten wir den Verein „Carakino“ mit dem Ziel, ein Wanderkino ins Leben zu rufen, das in kleinen und mittelgroßen Städten Europas neue europäische Filmproduktionen zeigt. Damit wollen wir dem Publikum sowohl unabhängige Produktionen zugänglich machen als auch talentierte junge europäische Filmschaffende vorstellen. Die Zuschauenden sollen durch die Filme in Originalton (mit Untertiteln) für andere Sprachen sensibilisiert werden. Wichtig ist uns, universelle Gesellschaftsthemen aufzugreifen und das Publikum zur Diskussion und zum Handeln zu bewegen. Unser Projekt schien bereits in trockenen Tüchern: Gut strukturiert und mit unserem Finanzplan in der Tasche - und natürlich voller Elan - waren wir bereit, einen Wohnwagen zu kaufen und entsprechend auszustatten, um dann von Frankreich bis in den Kosovo zu fahren. Unser Ziel: Open Air Filme für alle! Allerdings kamen uns berufliche und studentische Verpflichtungen in die Quere, und schließlich fehlte es auch an Partnern und finanzieller Unterstützung. Der Weg war plötzlich voller mit Hindernisse, Streitigkeiten und Zweifel. Lohnt sich die ganze Investition überhaupt? Sollen wir nicht lieber alles abbrechen?

Wir entschieden uns aber dafür weiterzumachen. Im April stießen dann freiwillige Helfer*innen zu uns. Wir bekamen auch Unterstützung vom Netzwerk der DFJW-Juniorbotschafter*innen im Rahmen der diesjährigen Jubiläumsprojekte. Heute arbeiten wir alle zusammen an diesem Projekt, das uns so sehr am Herzen liegt. Gerade schließen wir die letzten Vorbereitungen für unsere erste Tournee „Perspektiven 2019“ ab, die bald neun Gratisprojektionen in Paris, Berlin und Brandenburg zeigen wird. Der Weg ist noch lang, aber das ganze Team ist sehr motiviert, um aus „Carakino“ das erste europäische Wanderkino zu machen!

Weitere Informationen zu „Carakino“ gibt es auf:

Facebook: https://www.facebook.com/carakino

Instagram: https://www.instagram.com/carakinoproject/?hl=de

Twitter: https://twitter.com/carakinoproject

Mélizane Lecomte