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In einem anderen Land zu arbeiten ist spannend. Neben den Herausforderungen einer neuen Stelle kommt ein fremdes Arbeitsumfeld auf einen zu. Einige deutsch-französische Unterschiede im Arbeitsleben bemerkt man sofort, andere werden erst nach genauem Hinschauen sichtbar. Ohne in Klischees zu verfallen, zeigen wir euch einige Eigenheiten der Arbeitswelt in Frankreich.

1. CDI – CDD – was ist das?

Vor ein paar Tagen postete ein französischer Freund den Ausruf „enfin CDIste“ auf Facebook, zusammen mit einem Bild eines Champagnerglases. Was soll das heißen? Er hat einen unbefristeten Vertrag unterschrieben. Denn in Frankreich gibt es wie in Deutschland befristete und unbefristete Arbeitsverträge. In Frankreich kommen einem diese Formen in Abkürzungen entgegen: CDD oder CDI. CDD bedeutet – contrat à durée determinée und bezeichnet einen befristeten Vertrag. CDI bezeichnet contrat à durée indeterminée – man hat einen unbefristeten Vertrag – und meistens einen Grund zum Feiern.   

2. Was macht ein „comité d’entreprise“?

Du arbeitest in einem Unternehmen mit mehr als 50 Mitarbeitern? Glückwunsch, denn jetzt kannst du in den Genuss der Vorzüge des „comité d’entreprise“ kommen. In Deutschland kann diese Institution mit dem Betriebsrat verglichen werden. Die gewählten Mitglieder setzen sich für die Belange der Arbeitnehmer ein. Neben dieser Arbeit kümmern sie sich häufig auch um ein Kulturangebot für die Angestellten in Form von Rabatten für Kino- und Theatertickets. Oft bieten sie auch kostengünstigere Urlaube an.

3. Wie lange sind die Arbeitszeiten in Frankreich?

Offiziell hat die Arbeitswoche in Frankreich 35 Stunden. Jedoch sind diese Zahlen nur auf dem Papier richtig. In der Realität arbeiten französische Festangestellte 40,7 Stunden pro Woche, Teilzeitkräfte rund 37,5 Stunden.

4. Wozu braucht ein Praktikant eine „convention de stage“?

Vor der Festanstellung auf Lebenszeit (oder wenigstens für die nächsten Jahre) steht nicht selten ein Praktikum. Um in Frankreich Praktikant zu werden, muss man jedoch einige Besonderheiten beachten. Praktika können in Frankreich nur vergeben werden, wenn der Praktikant an einer Universität (zum Beispiel in Frankreich oder in Deutschland) eingeschrieben ist. Denn zwischen dem Praktikanten, der Firma und der Universität muss ein Vertrag vor Praktikumsbeginn unterschrieben werden: die „convention de stage“. Der Status des Praktikanten ist somit einheitlich geregelt. Was auch genau geregelt ist, ist die Bezahlung. In Frankreich bekommen Praktikanten mindestens 480 Euro – wenn das Praktikum länger als zwei Monate geht.

Wer nach einem abgeschlossenen Hochschulstudium ein Praktikum absolvieren möchte, dem bietet das DFJW mittels des Praxes-Programmes die Möglichkeit.

In welcher Arbeitswelt man sich wohler fühlt, in der deutschen oder der französischen, kann jeder für sich entscheiden. Eine spannende Zeit wird es bestimmt – und viele Unterschiede zeigen einem auch die Eigenheiten der eigenen Berufswelt.