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Ein Interview mit Hélène Solesse, DFJW-Juniorbotschafterin auf Réunion

„Comen i lé?“ Das ist Kreolisch und bedeutet „Wie geht’s?“. Eine Sprache, die in Frankreich gesprochen wird. Im Norden? Nein! Im Süden? Nee! Kreolisch spricht man u.a. auf der Insel „La Réunion“(http://de.wikipedia.org/wiki/R%C3%A9union) im indischen Ozean – und ja, die gehört als Übersee-Region und Département zu Frankreich. Und auch dort, wie überall in Frankreich, sind die DFJW-JuniorbotschafterInnen unterwegs und werben für das Deutsch-Französische. Eine ganz besondere Aufgabe für die einzige DFJW-Inselbotschafterin Hélène Solesse. Wir haben mit ihr gesprochen – über die große Herausforderung, junge Leute im indischen Ozean für den Austausch mit dem fernen Deutschland zu begeistern, und darüber, dass es eigentlich ziemlich cool ist, Inselbotschafterin zu sein.

DFJW: Hélène, du bist Französin, auf Réunion geboren und dort aufgewachsen. Wie kommt es, dass du dich – trotz der Ferne – so für Deutschland begeisterst?

Hélène: Schon als kleines Kind hatte ich immer eine Verbindung zu Deutschland, weil meine Mutter Deutsch an einem Gymnasium lehrt. Das DFJW habe ich kennen gelernt, als ich am „Brigitte-Sauzay- Programm“ (http://www.dfjw.org/brigitte-sauzay-programm) teilgenommen habe; so bin ich 2007 in Rosenheim gelandet (kennt man von der Serie „Die Rosenheim Cops“). Dann war ich auch mal mit der Schule und auch privat in Deutschland und dann wieder in Freiburg als Erasmus-Studentin.

Dann kennst du das DFJW ja schon „ewig“…

Ja, und diese Jahr bin ich DFJW-Juniorbotschafterin und als solche habe ich mir vorgenommen, den jungen Leuten auf Réunion Deutschland und die deutsche Sprache näherzubringen. Über das DFJW möchte ich ihnen Lust darauf machen, mal weg zu gehen, zu reisen und Erfahrungen außerhalb von Réunion zu sammeln. Wir haben eine schöne Insel, aber wir müssen uns der Welt öffnen – und warum nicht einfach bei Deutschland anfangen! Das DFJW gibt mir diese Möglichkeit und deswegen habe ich mich in dieses Abenteuer gestürzt.

Aber das ist schon eine Herausforderung, oder?

In der Tat ist es schwierig als DFJW-Juniorbotschafterin hier. Zum einen, weil ich die erste „Entsandte“ auf Réunion bin, daher gibt es kein Netzwerk, auf das ich zurückgreifen könnte; zum anderen wegen der geografischen Lage: Wir können ja nicht ständig Delegationen, welcher Art auch immer, aus Deutschland empfangen. Deswegen braucht man als Juniorbotschafterin auf Réunion besonders viel Geduld und Ausdauer. Im schulischen Bereich und an der Uni kennen die meisten LehrerInnen das DFJW und sind sehr offen gegenüber meinen Projekten. Auf der Verwaltungsebene (Gemeinde, Vereine, Tourismus) muss ich viel Zeit damit verbringen, erst mal das DFJW zu erklären, was wir machen und wie wir Dinge umsetzen. Das ist schon hart, aber ich bleibe dran!

Schön, dass du mit so viel Optimismus an die Sache gehst. Du hast ja auch schon Pläne für deine ersten Aktionen.

Richtig! Von Februar bis Juni würde ich gerne eine große mobile Ausstellung organisieren. Im Moment arbeite ich auch an einem anderen tollen Projekt: Ich würde gerne zwischen meiner Heimatstadt Saint-Paul und einer deutschen Stadt eine Städtepartnerschaft ins Leben rufen.

Das Deutsch-Französische wächst und gedeiht also auch in der Ferne im Indischen Ozean. Neugierig geworden? Noch Fragen? Wende dich direkt an Hélène: helene.solesse@jeunesambassadeurs-ofaj.org.