Warum habt ihr euch für das Programm beworben?

[Phillip] Da ich sonst immer nur auf dem Feld als Sportler aktiv war, wollte ich mich dieses Mal unbedingt auf der organisatorischen Seite einbringen und dort gestalterisch tätig sein. Keine Sekunde habe ich deswegen gezögert, meine Bewerbung einzureichen. Ich studiere nicht nur Sport und Französisch auf Lehramt, sondern habe auch gerade mein Erasmusjahr in Nantes beendet. Darüber hinaus verbindet die Weltmeisterschaft zwei wichtige Aspekte für mich. Zum einen den Sport, denn seit ich fünf Jahre alt bin, spiele ich leidenschaftlich gern Fußball. Zum anderen Frankreich, da ich Französisch studiere und noch etwas länger die Kultur, die Menschen und die Geschichte des Nachbarlandes kennenlernen möchte. Diese Erfahrungen will ich später unbedingt mit meinen Schüler*innen teilen.

[Dorian] Genau wie bei Phillip war mein Erasmusjahr in Nantes bis Mai 2019 Ausgangspunkt meines Engagements: Da die WM im Juni stattfindet, bot es sich an, meinen Frankreichaufenthalt um einen weiteren Monat zu verlängern.

Wie ging euer Abenteuer los?

[Phillip] Nach den administrativen Schritten der Bewerbung und der Zusage hatten wir ein erstes Treffen mit allen deutschen Teilnehmenden in Frankfurt, wo sich das DFJW, der Deutsche Fußballbund (DFB) und das Local Organising Committee (LOC) vorstellten. Danach haben wir Informationen über unseren Einsatzort und die Unterkunft erhalten. Bei der Bewerbung sollte man zwischen neun Austragungsorten auswählen und Prioritäten setzen, darunter Nizza, Rennes, Lyon, Paris und Montpellier. Zusätzlich gab es verschiedene Einsatzbereiche, unter denen wir ebenfalls auswählen sollten.

[Dorian] Nach der Schulung bekamen wir ein Zimmer in einem Wohnheim. In Montpellier sind wir 250 Freiwillige; die meisten entweder Studierende oder Rentner*innen.

In welchem Bereich seid ihr tätig?

[Phillip] Ich bin für die Betreuung von Zuschauer*innen zuständig und habe hier verschiedene Aufgaben, z. B. kontrolliere ich Eintrittskarten oder unterstütze das Publikum bei auftretenden Problemen. Während unserer Schulung vor Ort habe ich alle notwendigen Informationen erhalten. Ich weiß nun, wie alles funktioniert und wie man sich verhalten sollte.

[Dorian] Ich gehöre zum Marketing-Team. Wir sind dafür verantwortlich, dass nur WM-Sponsoren ihre Werbung im Stadion platzieren. Außerdem organisieren wir Animationen in Partnerschaft mit den jeweiligen Unternehmen und betreuen die Kinder, die mit den Spielerinnen einlaufen.

Und wie geht es außerhalb der Einsatztage zu?

[Phillip] Direkt neben dem Stadion befindet sich eine Halle, wo sich alle Volunteers auch außerhalb der Einsatztage treffen können. Der Raum ist super ausgestattet und hat neben Tischtennis und mehreren Sofas eine Leinwand, auf der wir die Spiele der französischen Nationalmannschaft anschauen können. Zudem gibt es kleinere Events und Spiele, um sich besser kennenzulernen.

[Dorian] Durch den Status als Ehrenamtlicher ist die Arbeitsatmosphäre angenehm und entspannt. Man trifft ausschließlich auf offene, interessierte Menschen, die die Liebe zum Fußball und der Wille, ein unvergessliches Event mitzuerleben und zu organisieren, verbindet. Durch die ständige Zusammenarbeit mit Einheimischen wird nicht nur mein Französisch trainiert. Ich lerne auch viel über die Region. Anfängliche Schwierigkeiten, den speziellen Dialekt des Languedocs zu verstehen, konnte ich schnell überwinden. Abseits des Fußballs reizen mich die Stadt und ihre Umgebung. An arbeitsfreien Tagen ist es möglich, am Strand zu entspannen, das historische Zentrum Montpelliers sowie der Nachbarstädte zu besichtigen oder die Natur der Umgebung zu entdecken.

Wir hoffen selbstverständlich auf ein deutsch-französisches Finale!

 

Entdeckt auf unserer interaktiven Karte auch die anderen Volunteers!