Auszug aus Erfahrungsberichten eines deutsch-französischen Austauschs Hören

Ende Juni fand am Standort der Stiftung INFA in Nogent-sur-Marne ein interkultureller Austausch mit Unterstützung des Deutsch-Französischen Jugendwerks (DFJW) statt. Die Schüler des Berufskollegs Nelly Pütz, die sich in einer Ausbildung zum Erzieher oder zur Erzieherin befinden, wurden von ihren französischen Partnern, den Studierenden des Bereichs „Éducateur de Jeunes Enfants“  (DE EJE), und von deren Verantwortlichen Karine Laud in Empfang genommen, um gemeinsam das Thema „Inklusion, Herausforderung und Chance -Ein Vergleich des deutschen und des französischen Bildungssystems.“ zu erarbeiten.

Gegen Ende der Begegnung luden wir die Teilnehmenden ein, uns von dieser sowohl persönlichen als auch professionellen Erfahrung zu berichten. Dazu haben wir zwei Schülerinnen des Berufskollegs Nelly Pütz und drei französische Studentinnen des Fachbereichs „DE EJE“ in Nogent-sur-Marne interviewt.

Unsere erste Interviewpartnerin war die 26-jährige Delphine, die derzeitig eine Ausbildung zur Erzieherin absolviert. Vor ihrer Ausbildung beendete sie bereits ein Studium der Kommunikationswissenschaften; nach ihrem Abschluss war sie arbeitssuchend und hat sich dazu entschieden, eine Ausbildung bei der INFA-Stiftung zu beginnen. Wir hatten ebenfalls die Möglichkeit mit Mélanie und Tiphaine (20 und 19 Jahre alt) zu sprechen, die ihre Ausbildung direkt nach Ablegen ihres Abiturs begonnen haben.

Außerdem haben wir uns mit den zwei aus Deutschland stammenden Teilnehmerinnen Monika und Anne-Kathrin über ihre berufliche Laufbahn unterhalten. Monika durchläuft gerade die staatliche Prüfung zur Erzieherin und hat zuvor ein zweisprachiges Abitur und ein Freiwilliges Soziales Jahr absolviert. Im Anschluss daran nahm sie ein Lehramtsstudium für Sozialwissenschaften und Deutsch auf, während Anne-Kathrin direkt nach ihrem Abitur die Ausbildung zur Erzieherin begann.

 

Die Teilnehmerinnen haben diese interkulturelle Erfahrung als sehr bereichernd empfunden. Auf unsere Frage hin, was ihnen am besten gefallen hat, waren sie sich alle einig: als besonders aufschlussreich empfanden sie den Vergleich der  jeweiligen Ausbildungssysteme und Berufsalltage. Delphine stellte beispielsweise fest, dass „wir bis zur Beendigung der Ausbildung mehrere Abschlüsse machen müssen“, während in Deutschland nur ein einziger absolviert werden muss. Außerdem haben sie bemerkt, dass die beruflichen Freiheiten stark voneinander abweichen. Anne Kathrin kommt deshalb zu dem Entschluss, dass „es schwierig ist, seinen Beruf in einem Land auszuüben, dessen Ausbildungssystem sich stark von dem eigenen unterscheidet.“. Auch dass beide Seiten dank des Austauschs eine neue Kultur kennenlernen durften, haben die Teilnehmerinnen als großes Plus empfunden. Tiphaine beispielsweise erzählt: „Im Gymnasium habe ich Deutschunterricht genommen und diese Begegnung hat mich die Sprache neu entdecken lassen.“. Mélanie freute sich, die deutsche Gruppe nun bei sich in Frankreich willkommen heißen zu dürfen, nachdem die französischen Auszubildenden ein Jahr zuvor in Deutschland für einen ähnlichen Austausch zu Besuch waren.

Dieser Austausch war reich an eindrucksvollen Erlebnissen, so zum Beispiel die Rallye durch Paris, die die Teilnehmerinnen als ihren persönlichen Höhepunkt der Begegnung bezeichnen. Daphne erzählt, dass die Rallye ihnen dabei verhalf, „sich besser zu verstehen und Beziehungen zu knüpfen“. Anne Kathrin fand vor allem die interessierte sich vor allem für die Besichtigung französischer Einrichtungen ,während ihrer Kollegin Monika die Vorstellung der französischen Ausbildung zum Erzieher durch ihre französischen Kollegen besonders gut gefiel.

Die jungen Frauen sind sich einig: Der Austausch ist ein Gewinn für ihre berufliche Laufbahn und eröffnet ihnen neue Perspektiven. Auch persönlich war es für beide Seiten eine neue Erfahrung, die sie, vor allem durch ihre Bemühungen zur Überwindung der sprachlichen Barriere, zusammengeschweißt hat.

 

Für die Auszubildenden war der Austausch „interessant“ und unbedingt „zu wiederholen“, darüber hinaus beschrieben sie ihn als „bereichernd“ und „informativ“.. Für ihre Zukunft werden sie mitnehmen, dass die Arbeit im Team zum Erreichen gemeinsamer Ziele eine große Hilfe sein kann. Das war „eine wichtige Erfahrung“.

Zum Schluss fragten wir die angehenden Erzieherinnen, wo sie sich in einem Jahr sehen. „Ich hoffe, dass ich in einem Jahr meine Ausbildung erfolgreich beendet habe und mich bereits in meinem Anerkennungsjahr befinden werde; die Ausbildung werde ich also noch nicht vollständig abgeschlossen haben . Außerdem hoffe ich, dass mir mein Beruf in einem Jahr genauso viel Spaß bereiten wird und dass ich ihn noch immer mit so viel Leidenschaft ausüben werde.“. Anne Kathrin beantwortete die Frage so: „Ich hoffe, dass ich alle Klausuren erfolgreich bestanden haben werde und mein Anerkennungsjahr beginnen kann. Genauso wünsche ich mir, dass ich noch immer Spaß an meinem Beruf haben werde und mich in eine bestimmte Richtung spezialisieren werden kann.“. Ihre französischen Partnerinnen hoffen in einem Jahr „ihren Abschluss in der Tasche“ zu haben. Delphine fügt hinzu, dass sie sich alle mit großer Entschlossenheit nichts mehr als das wünschen. 

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