Kennt ihr die Tandem-Methode? Damit arbeitet ihr gemeinsam mit einem Muttersprachler, um euch gegenseitig bei der jeweils anderen Sprache zu helfen und euch über Themen unterhalten zu können, die euch am Herzen liegen. Ideal, um die Sprache unserer Nachbarn zu lernen! Aber wie findet man seinen perfekten Tandempartner?

Das ist eigentlich ganz einfach! Es bieten sich sogar mehrere Möglichkeiten. Das DFJW organisiert zum Beispiel binationale Tandem-Kurse, die im Sommer stattfinden, zwischen 10 Tagen und 3 Wochen dauern, teils in Deutschland, teils in Frankreich stattfinden und von einem qualifizierten DFJW-Team betreut werden. Diese binationalen Kurse richten sich an Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren, die schon mindestens zwei Jahre Deutsch- bzw. Französischunterricht hatten, damit sie bereits ein Minimum dessen verstehen, was der Partner sagt. Um mehr darüber zu erfahren, schaut mal in der Rubrik „Französisch lernen“ auf der DFJW-Webseite vorbei.

Aber was, wenn man nicht bis zum Sommer warten will? Oder wenn man schon über 18 ist?

Genau da greift das neue, spaßige Konzept des deutsch-französischen “Speak-Datings”. Immer mehr Städte in Deutschland und Frankreich organisieren deutsch-französische Begegnungsorte. Das Prinzip ist einfach und ist inspiriert vom klassischen „Speed-Dating“: es geht darum, möglichst viele Muttersprachler in einer kurzen Zeitspanne kennenzulernen und mit ihnen zu sprechen. Das Ziel: seinen perfekten Tandempartner finden, jemanden mit dem man Interessen und Vorlieben gemeinsam hat und mit dem man stundenlag bei einem Kaffee auf Deutsch UND auf Französisch diskutieren könnte. Dafür setzen sich zum Beispiel alle Franzosen an eine Seite des Tisches mit jeweils einem Deutschen gegenüber. Alle drei Minuten müssen alle Franzosen oder alle Deutschen aufstehen und den Gesprächspartner wechseln. Das geht so lange, bis jeder die Möglichkeit hatte, einmal mit jedem anderen zu sprechen.

Natürlich – um jemand anderen kennenzulernen, können 3 Minuten sehr kurz erscheinen... Aber alles ist eine Frage des „Feelings“! Außerdem ist es immer möglich, nochmal auf jemanden zuzukommen, den ihr spannend fandet und Nummern oder Facebook-Kontakte austauschen, um euren ersten Eindruck zu bestätigen – oder eben auch nicht. Wer möchte, kann auch vorbereitet kommen, mit zielgerichteten und einzigartigen Fragen, um das Maximum aus diesen 3 Minuten herauszuholen – Fragen wie „Wenn du drei Personen (lebend oder tot) zu einem Abendessen einladen könntest, wer wäre das?“ oder „Wenn du dich jetzt im Moment irgendwo hin teleportieren könntest, egal wohin, wo wäre das?“. Alles ist erlaubt und die sehr lockere Atmosphäre ist eine tolle Gelegenheit, um nette Leute kennenzulernen, mit denen ihr euch unterhalten oder etwas unternehmen und gleichzeitig eure Sprachkenntnisse verbessern könnt.

Dieses Konzept konnte Alena Rohmann, DFJW-Juniorbotschafterin für die Region Provence-Alpes-Côte d’Azur, vergangenen November an der Fakultät für Kunst, Geistes- und Sozialwissenschaften an der Universität Aix-en-Provence selbst ausprobieren. Und weil wir neugierig sind, konnten wir es uns nicht verkneifen, sie zu fragen, wie sie es fand:

DFJW: Hattest du schon zuvor von der Tandem-Methode gehört?

Alena: Ja, ich hatte bereits davon gehört, besonders während der DFJW-Seminare.

DFJW: Hattest du während deiner Schulzeit schon mal einen Tandempartner? Für Französisch oder eine andere Sprache? War es eine gute Erfahrung?

Alena: Nein, ich habe während der Seminare das erste Mal im Tandem gearbeitet, aber selbst hatte ich noch einen echten Tandempartner. Dennoch hat mich die tolle Erfahrung mit der Methode während der Seminare dazu motiviert, an diesem „Speak-Dating“ teilzunehmen. Während der Seminare hatte mir das nämlich erlaubt, mich ganz frei in der anderen Sprache auszudrücken und die anderen besser kennenzulernen.

DFJW: Denkst du, dass einen Tandempartner zu haben vielleicht eine Motivationsquelle sein kann, sich in der Sprache des anderen zu verbessern?

Alena: Ja! Ich glaube, dass so ein Austausch ein großer Reichtum sein kann, weil es keine besseren Lehrer als Muttersprachler gibt, was die freie Ausdrucksweise angeht. Mit ihnen kann man die Jugend- und Alltagssprache kennenlernen, Dinge die man in der Schule oder in der Universität nicht lernt.

DFJW: Wie war dieses „Speak-Dating“ für dich? Hast du Leute getroffen, die deine Interessen teilen? Hast du jemanden seitdem nochmal getroffen?

Alena: Das „Speak-Dating“ ist sehr gut gelaufen, ich habe viele Leute getroffen, die gerne Deutsch und Französisch sprechen möchten. Und auch wenn ich nicht wirklich einen Tandempartner gefunden habe, habe ich ein paar Leute nach dem „Speak-Dating“ nochmal auf einen Kaffee getroffen!

 

Also – falls das Konzept euch gefällt, scheut euch nicht, euch an ein Centre Franco-Allemand oder an Universitäten in eurer Nähe zu wenden, um an einem „Speak-Dating“ teilzunehmen und euren perfekten Tandempartner zu finden!