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Erfahrungsbericht von Sébastien Jarousse

An welchem Programm, welchem Austausch oder welcher Begegnung haben Sie teilgenommen? Mit welchen Partnern des DFJW? Welches Stipendium haben Sie erhalten?

Ich habe gemeinsam mit dem deutschen Pianisten Lars Duppler, einem alten Freund von mir, das „Tentet de Jazz Franco-Allemand“, zu dem auch vier aktuelle und ehemalige Studenten der Jazzabteilung des „Conservatoire national de Paris“ und vier Studenten der Musikhochschule Köln gehören, ins Leben gerufen. Nachdem ich als Student am deutsch-französischen Jazz-Ensemble teilgenommen habe, das seit fast 30 Jahren unter der Leitung von Albert Mangelsdorf steht, entschied ich mich, das Abenteuer zu wagen und das Tentet zu gründen (für das ich bereits ca. 15 Kompositionen geschrieben hatte). Der Partner, der es Lars Duppler und mir ermöglichte, das Tentet zu gründen, war das Festival "Vive le jazz", das drei Jahre unter der Leitung von Hans Jürgen Von Osterhausen stand. Dabei haben wir von Fördermitteln des DFJW profitiert.

In welchem Jahr/ welchen Jahren?

Wir haben drei Konzertserien gegeben: 2010 im „Loft“ in Köln und in Düsseldorf, 2011 in Köln, Bonn und Paris im „Sunset“ und 2013 in Köln und Dinslaken.

Was ist Ihre beste Erinnerung? Was hat Sie am meisten überrascht?

Ich war sehr erfreut über die große Kompetenz der jungen Musiker auf beiden Seiten der Grenze. Besonders freute mich zu hören, wie begeistert sie waren, an einem guten Schreibprojekt teilzunehmen, in dem Lars und ich uns ihrer Aussage nach sehr gut ergänzten. Zu meiner größten Verwunderung stellte ich am Ende der dritten Begegnung fest, dass sich die Deutschen von einem auf das andere Jahr sehr veränderten, während die Franzosen seit 2010 immer gleich blieben. Wenn man allerdings sieht, dass 90% der Aktivitäten des Tentet in Deutschland stattfanden (trotz all meiner Bemühungen um Konzerte in Frankreich), habe ich daraus hergeleitet, dass die Offenheit in Deutschland offenbar größer ist und es im deutschen System mehr kulturelle Möglichkeiten gibt. Darüber hinaus scheint es mir im französischen System schwieriger, sich als junger Musiker auf dem Markt zu etablieren und dies selbst mit dem „Intermittent“ Statut, der für Künstler in Frankreich entwickelt wurde.

Sind Sie immer noch in Kontakt mit anderen Teilnehmern?

Ja. Ich beabsichtige trotzdem, für September 2014 eine Veranstaltung in Frankreich zu planen. Wenn nötig, werde ich das Konservatorium und die Stadtverwaltung von Vanves und für das zweite Konzert die Firma Vandoren (Zungenhersteller) mit in die Veranstaltung einbeziehen. Was hat Ihnen die Teilnahme privat und beruflich gebracht? Die Teilnahme hat mir vor allem den Aufbau eines qualitativ hochwertigen Tentets mit originellen Kompositionen und Arrangements ermöglicht. Selbstverständlich ist die Vereinigung von 8 guten Studenten in einem professionellen Kurs (einige unter ihnen sind bereits selbst Berufsmusiker) eine gute Werbung für Lars Duppler und mich. Durch dieses Tentet konnten die Studenten außerdem im Rahmen einer Tournee an der Seite eines großen Jazzensembles an einer Kreation mitwirken: eine wunderbare Chance!

Welche Vorteile sehen Sie im Aufbau einer Gemeinschaft von Ehemaligen?

Ich möchte ganz einfach die Dinge dort weiterführen, wo Albert Mangelsdorf sie beenden musste. Ich halte kulturelle (und andere) Austauschprogramme zwischen den beiden Ländern für sehr nützlich und bereichernd (wie ich es selbst erfahren habe, als ich früher Student bei Albert Mangelsdorf war).

Würden Sie sagen, dass die Erfahrung(en) einen Einfluss auf Ihr Engagement oder Ihre Staatsbürgerschaft hatte(n)?

Ich schätze, sobald wir Teilnehmer von Versammlungen zwischen den beiden Ländern sind, ist es selbstverständlich, dass staatsbürgerschaftliche Werte engagieren. Dieses Tentet verbreitet trotz seines geringen Ausmaßes ein respektvolles und brüderliches Klima zwischen den deutschen und französischen Musikern. Dieser Respekt geht weit über den musikalischen Bereich hinaus, er kommt auch bei unseren Zuhörern an und beseitigt mühelos jegliche Vorurteile.