Ich heiße Wifak Sassi und bin die erste DFJW-Juniorbotschafterin für trilaterale Programme in Tunesien.

Wenn man DFJW hört, denkt man in der Regel nicht an den Maghreb. Ihr fragt euch sicherlich, woher mein Interesse für die deutsch-französische Freundschaft kommt und warum ich überhaupt Juniorbotschafterin wurde, obwohl ich doch in Nordafrika lebe …

Es begann alles mit dem sehr positiven Kontakt zum deutsch-tunesischen Verein Nabeul-Rheinland-Pfalz, der es mir ermöglichte, das DFJW näher kennenzulernen. Diese Erfahrung und die verschiedenen Praktika, an denen ich im Rahmen von DFJW-Fortbildungen teilnehmen durfte, haben mich so begeistert, dass ich mich 2019 als Juniorbotschafterin bewarb.

Im März feiere ich schon die Hälfte meines ersten Mandats. Die letzten 5 Monate waren für mich eine große Bereicherung und erlaubten mir, mein Ehrenamt und die Organisation dahinter in Tunesien vorzustellen. Besonders bei Jugendlichen entdeckte ich ein starkes Interesse für den deutsch-französischen Austausch und für die Teilnahme an trilateralen Projekten.

Seit 2019 konnte das DFJW sein Netzwerk auf der südlichen Seite des Mittelmeers dank der verstärkten Zusammenarbeit mit den Ländern des Maghreb vergrößern. Drei Juniorbotschafter*innen aus Algerien, Marokko und Tunesien wurden ausgewählt, um ähnliche Aufgaben wie ihre Pendants aus Deutschland und Frankreich durchzuführen. Die trilateralen Beziehungen machen allerdings den Unterschied und stellen uns vor ganz andere Herausforderungen. Wir wollen zeigen, dass das Netzwerk des DFJW sich auf andere Länder übertragen lässt. Ich glaube, dass sich meine Aufgabe nicht ausschließlich darauf beschränkt, das DFJW und seine Programme vorzustellen, sondern dass die Besonderheit des Trilateralen es erfordert, dass wir uns auf die neuen Perspektiven konzentrieren, die sich im Maghreb bspw. im Bereich Jugendaustausch ergeben.

Mein Standpunkt zu diesem Thema ist ganz klar: Ich habe mir überlegt, wie ich das DFJW bekannt machen kann und habe dabei sofort an die Medien gedacht. Denn durch sie kann ich viele Menschen erreichen, die eigentlich nicht unbedingt ein Projekt mit dem DFJW machen würden oder Deutsch lernen möchten. Durch mich kommen Sie zufällig damit in Kontakt und entdecken ihre Möglichkeiten. Ich bin aktuell schon bei meinem dritten Interview: zwei für das Radio und ein Interview, das für die Zeitschrift Tunesien Co. gefilmt wurde. Da ich die erste DFJW-Juniorbotschafterin in Tunesien bin, habe ich am Anfang meines Mandats viele Anfragen von Vereinen, darunter auch von Sousse – Roter Halbmond und einem Gymnasium im selben Dorf, erhalten. Diese Aktion hat sehr gut geklappt, und ich konnte die DFJW-Programme vorstellen!

Im zweiten Halbjahr wird es meine Aufgabe sein, eine große Anzahl von Vereinen, die an trilateralen Jugendbegegnungen interessiert sind, zu kontaktieren. Mein Wunsch ist es, Modellprojekte auf den Weg zu bringen, die als zivilgesellschaftliche Beispiele dienen. Kulturelle oder sprachliche Veranstaltungen zwischen Deutschland, Frankreich und Tunesien lassen sich leichter organisieren, da die Vereine auf meine Erfahrungen im Laufe des Mandats zurückgreifen können. Diese Dynamik anzustoßen und den Austausch aktiv mitzugestalten ist mir sehr wichtig.

Wegen des Covid-19-Virus finden die deutsch-französisch-tunesischen Beziehungen derzeit nur aus der Ferne statt. Auch in Tunesien wurden jegliche Aktivitäten eingeschränkt. Die Menschen sollen zu Hause zu bleiben und lediglich zur Arbeit gehen, damit sich das Virus nicht weiter ausbreitet. Außenkontakte sind untersagt. Ich sollte eigentlich Schulklassen besuchen, um Gymnasiast*innen für das Deutschlernen zu begeistern, aber all das wurde nun verschoben. Bis dahin bleibe ich motiviert und arbeite weiterhin daran, eine Dynamik zwischen meinem Land, Deutschland und Frankreich über andere Wege, wie z. B. über die sozialen Medien, zu schaffen.

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