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Das DFJW-Juniorbotschafteramt ist eine einzigartige Chance für motivierte junge Menschen, sich aktiv und vielfältig für die deutsch-französischen Beziehungen zu engagieren. Seit 2009 können sich Interessenten aus den beiden Partnerländern auf diese Funktion bewerben.

Ziel der Juniorbotschafter ist es, Gleichaltrige mit den Programmen des DFJW in Kontakt zu bringen sowie sie für die deutsch-französische Freundschaft und die Kultur des Nachbarlandes zu begeistern.

Ihr Handlungsfeld reicht von Informationsarbeit auf Messen und in Bildungseinrichtungen über die Initiierung eigener Jugendprojekte in Kultur, Kunst und Politik bis hin zur Vernetzung mit lokalen Vereinen und Institutionen. Damit möglichst viele junge Deutsche und Franzosen die Chance bekommen vom DFJW zu profitieren, sind inzwischen insgesamt über 80 Juniorbotschafter in allen Regionen der beiden Länder aktiv. Doch was macht die Arbeit dieser Menschen wirklich aus? Um das herauszufinden, haben wir mit Juniorbotschaftern gesprochen, die nun nach mehreren Jahren im Amt auf ihre Erlebnisse zurückblicken.

Den Anfang macht die Deutsche Julia, die insgesamt vier Jahre lang in drei verschiedenen Städten aktiv war.

 

Wann und wo hast du deine Arbeit als Juniorbotschafterin begonnen? Wie bist du auf das Juniorbotschafteramt aufmerksam geworden?

Meine Tätigkeit als DFJW-Juniorbotschafterin habe ich im Herbst 2012 in der Region Provence-Alpes-Côte-d’Azur (PACA) begonnen. Ich hatte die Ausschreibung zuvor auf der Homepage des DFJW gesehen und mich beworben, als ich gerade nach Aix-en-Provence gezogen war.

Warum hast du dich damals dafür entschieden, dich als Juniorbotschafterin für die deutsch-französische Freundschaft zu engagieren?

Ich selbst habe erst mit Anfang zwanzig vom DFJW erfahren. Wie gern hätte ich die Organisation und all ihre Angebote – Schüleraustausche, Stipendien für Sprachkurse und Workshops im Partnerland, Projekte für junge Berufstätige und Studenten – jedoch schon früher gekannt, um an den spannenden Programmen teilnehmen zu können.

Damit andere junge Menschen schon früher von all den Angeboten erfahren, die es ermöglichen, Deutschland bzw. Frankreich als junger Mensch zu erkunden, habe ich mich dafür entschieden, DFJW-Juniorbotschafterin zu werden. In der Tätigkeit besuchte ich oft Schulen, Universitäten und Jobmessen und berichtete über die Programme des DFJW. Dass das Juniorbotschafter-Programm dabei auf dem Motto „von jungen Leuten für junge Leute“ basiert, ist ein großer Vorteil, um mit Schülern und Studenten in den Dialog zu treten.

Was waren die schönsten Erfahrungen, die du in deiner Amtszeit gemacht hast?

Das Großartige an der Juniorbotschafter-Tätigkeit ist die enorme Vielfalt der Aufgaben und den großen Freiraum, den wir in der Gestaltung haben: Von Schulbesuchen in Pariser Vororten, in denen noch keines der Kinder je in Deutschland war und die Vorurteile dementsprechend groß sind („Alle Deutschen tragen Socken in Sandalen“, „In Deutschland gibt es keine Arbeitslosigkeit und alle fahren BMW oder Mercedes“); über Besuche in französischen Kindergärten, wo ich einer Gruppe von dreißig neugierigen Fünfjährigen spielerisch ihre ersten Wörter auf Deutsch beibringen konnte, bis zur Organisation einer Podiumsdiskussion mit deutschen und französischen Diplomaten in der Deutschen Botschaft Paris, um über die Rolle des deutsch-französischen Motors in der EU-Politik zu diskutieren. Das DFJW bietet einen Rahmen für all diese Tätigkeiten, die zu den schönsten in meiner vierjährigen Amtszeit gehören.

Last but not least gehört auch der Austausch mit den anderen Juniorbotschaftern zu den Erlebnissen, an die ich mich noch lange erinnern werde: die Jahrestreffen in Berlin, Paris und zuletzt in der Provence, in einem kleinen Ort bei Marseille. Bei Pinienduft und einem Glas Rosé entwickelten wir dort am Mittelmeer so manches deutsch-französisches Projekt.

Wie hat dich deine Arbeit als Juniorbotschafterin persönlich weitergebracht?

Die Arbeit als Juniorbotschafterin – ob in Paris, Marseille oder Aix-en-Provence – hat es mir ermöglicht, Menschen verschiedener Altersklassen und mit ganz unterschiedlichen Hintergründen kennenzulernen und mit ihnen über die deutsch-französischen Beziehungen zu sprechen.

Als Deutsche in Frankreich gehörte es dabei immer auch dazu, das Nachbarland Deutschland zu erklären. Wieso trennen die Deutschen so akribisch ihren Müll? Wieso ist Angela Merkel schon so lange im Amt? Was meinte die deutsche Kanzlerin in der Flüchtlingskrise mit dem Satz „Wir schaffen das“?

Die Diskussionen, ob mit Schüler- oder Studentengruppen, sind dabei immer eine großartige Gelegenheit, um einen Eindruck davon zu bekommen, was die jungen Menschen im Partnerland bewegt. Das schärft auch den Blick auf das eigene Land und ist dadurch eine wahre Bereicherung der Arbeit als deutsche Juniorbotschafterin in Frankreich.

Julia bei einem Besuch in einer école maternelle in Paris, um den Kindern spielerisch deutsche Wörter und Lieder beizubringen.

Julia moderiert eine Podiumsdiskussion mit deutschen und französischen Diplomaten in der Deutschen Botschaft Paris.

Julia stellt das DFJW beim Journée des langues in Marseille vor

Artikel : Lucia Preiss