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Stefanie, die Deutsche, und Anne, die Französin, sind Tandem-DFJW-Juniorbotschafterinnen. Sie wohnen beide auf verschiedenen Seiten der deutsch-französischen Grenze. Und wenn die beiden zur Ministerkonferenz über die deutsch-französisch grenzüberschreitenden Zusammenarbeit in Metz eingeladen sind, gehen sie natürlich zusammen hin.

 

Um was ging die Ministerkonferenz im Centre Pompidou in Metz?

Anne: Es ging um Arbeit und Bildung für junge Menschen.Das Ziel der Veranstaltung war, dass mehr Jugendliche an Austauschen teilnehmen, egal ob im Studium  oder in der beruflichen Ausbildung. Dort kann man zum Beispiel die theoretische Seite in einem Land machen und die praktische in einem anderen. Mehr Menschen sollen in beiden Länder arbeiten können.


Stefanie: Junge Menschen sollen eine gute Ausbildung und gute Berufsperspektiven erlangen. Michael Roth (Staatsminister für Europa im Auswärtigen Amt) war überrascht, dass nur knapp drei Prozent aller Arbeitnehmer in der EU außerhalb ihres Heimatlandes tätig sind. In einem europäischen Binnenmarkt mit Arbeitnehmerfreizügigkeit hätte er ganz andere Zahlen erwartet. Leider bestehen immer noch Barrieren und Hindernisse praktischer Art im EU-Arbeitsmarkt. Die verhindern, dass die Grenzen tatsächlich fallen. Genau das wollen wir ändern.

 

Meinte Michael Roth zum Beispiel Sprachbarrieren?

Stefanie : Er hat betont, wie unabdingbar Kenntnisse über beide Sprachen gerade in der Grenzregion sind und dass es daher enorm wichtig ist, Schüler weiterhin von der Notwendigkeit des Erlernens der jeweiligen Nachbarsprache zu überzeugen. Roth hat gesagt: „Wir suchen derzeit in Deutschland händeringend nach Auszubildenden und gut qualifizierten Fachkräften. In Frankreich dagegen herrscht gleichzeitig eine hohe Arbeitslosigkeit – insbesondere unter den jungen Menschen. Vor zehn Jahren war es übrigens noch genau andersherum.“ Annegret Kramp-Karrenbauer (Ministerpräsidentin des Saarlandes) hat im Zusammenhang mit ihrer Frankreich-Strategie für mehr Französischkenntnisse bei Schülern im Saarland geworben und die Deutschland-Strategie der lothringischen Kollegen des Conseil Régional sowie Initiativen für Zweisprachigkeit im Elsass betont.

 

jungen Menschen aus Deutschland und Frankreich die Möglichkeit, Sprachaustausche zu absolvieren sowie berufliche Erfahrungen zu sammeln. Wie habt ihr das DFJW bei der Konferenz vertreten?

Anne: Unser Thema war Arbeit, deshalb haben wir nur spezielle Programme dazu vorgestellt.
Zum Thema Praktika: Praxes. Zum Thema Arbeit:  Job in der Partnerstadt. Also  Programme, die es schon gibt und die zwischen Deutschland und Frankreich und auch besonders in der Grenzregion gut funktionieren. Zum Beispiel ermöglicht Praxes eine „Convention de Stage“ (Praktikumsvereinbarung) zu bekommen, was sonst sehr schwierig für Deutsche ist.

 

Stefanie: Wichtig ist, alle jungen Menschen in diese grenzüberschreitenden Arbeit einzubeziehen - nicht nur Studenten, nicht nur die, die Sprache schon kennen. Dafür bieten sich die Programme Arbeit beim Partner, der Deutsch-Französische  Freiwilligendienst sowie Job in der Partnerstadt an. Außerdem haben wir Mobiklasse als DFJW-Projekt zur Verbreitung besserer Kenntnisse über Deutschland und die deutsche Sprache im Primar- und Sekundarschulbereich vorgestellt.

 

Stefanie, du bist gerade mit Mobiklasse unterwegs. Ihr beide habt Erfahrungen in grenzüberschreitender Arbeit. Wie ist die?

Stefanie: Durch meinen Master der grenzüberschreitenden Kommunikation und Kooperation in Metz/Saarbrücken/Luxemburg konnte ich im vergangenen Jahr viele schöne Erfahrungen in der Grenzregion machen und Projekte der Großregion kennenlernen. Auch meine Arbeit als DFJW-Juniorbotschafterin in der Lorraine in Zusammenarbeit mit den Kolleginnen im Saarland war sehr bereichernd. Ich habe einige Schüler und Studenten über die Möglichkeiten nach Deutschland bzw. ins Saarland zu gehen informieren können.

Anne: Als DFJW-Juniorbotschafter in einer Grenzregion hat man natürlich viel Kontakt mit den Nachbarn. Stefanie ist zum Beispiel in der deutsch-französischen Woche zu mir nach Saarbrücken gekommen. Es ist immer bereichernd, gemeinsam Projekte durchzuführen. Wir entsprechen damit dem Bild dieser Grenzregion, die Mobilität der Menschen fördern will: Stefanie als Deutsche in Frankreich und ich als Französin in Deutschland.

 

 

Stefanie, Anne, vielen Dank!!!