Seit November 2019 bin ich DFJW-Juniorbotschafter. Es ist also mein erstes Jahr in dieser Funktion – und gleich was für eines! Eigentlich sollte ich jetzt in Nizza sein, wo ich ein Praktikum im Deutsch-Französischen Kulturzentrum (CCFA) angetreten habe. Wie so viele bin auch ich nach Hause gefahren, genauer gesagt nach Wolfenbüttel. Dort bin ich aufgewachsen, bevor es mich nach dem Abitur für ein Auslandsjahr nach Épernay und anschließend für mein Französisch- und BWL-Studium nach Mannheim gezogen hat. 

Juniorbotschafter wollte ich werden, da ich schon in meinem Auslandsjahr über das DFJW nach Frankreich gekommen bin und mich gut aufgehoben gefühlt habe. Die Menschen, die ich bis dahin kennengelernt habe, und die Personen, die ich unterstützen konnte, bestätigen mich darin, dass es eine gute Entscheidung war!

Dass mein erstes Mandatsjahr mich gleich vor solche Herausforderungen stellt, hätte ich nicht gedacht: Ausgangsbeschränkungen, Kontaktverbot und Grenzschließungen haben bei mir ein ungutes Gefühl hervorgerufen. Sicherlich waren und sind die Maßnahmen notwendig. Genauso darf meiner Meinung nach aber nicht vollends der Kontakt zu den Partnerländern abbrechen. Wir können alle etwas beitragen: Wir können weiterhin füreinander da sein, uns bestärken, trösten, miteinander freuen und uns austauschen – nur eben virtuell! Deswegen kam mir die Idee, über eine Instagram-Challenge vornehmlich die Verbindung zum Netzwerk der DFJW-Juniorbotschafter*innen und weiterhin den länderübergreifenden Kontakt zu halten. Das muss auch nicht bitterernst sein. Wir wollen eine Message transportieren, nämlich dass man gemeinsam einsam oder eben #EinsamEnsemble ist. Wir wollen ein Zeichen des Zusammenhalts über die Landesgrenzen hinaus senden. Die aktuelle Situation, auf der einen Seite sehr bedrückend und schmerzlich, haben wir auf der anderen Seite als Herausforderung gesehen. Trotz geschlossener Grenzen wollen wir die Verbindung zu unseren europäischen, ja sogar zu internationalen Freund*innen und Nachbarn mehr denn je stärken.

Unsere Projektgruppe stand vor den gleichen Schwierigkeiten: Wir sind in Deutschland, Frankreich und Nordafrika verteilt. Deshalb haben wir uns oft zu virtuellen Gesprächen „getroffen“. Gemeinsam wurden die Inhalte der Instagram-Challenge erarbeitet. Et voilà, stellt euch ein „grenzenloses“ Papierkügelchen vor, eine Aneinanderreihung von Kurzvideos, auf denen ein*e Juniorbotschafter*in der*dem anderen das Kügelchen „zuwirft“ – über Stadt- und Landesgrenzen hinweg. Wie das Video gestaltet wird, bleibt jeder Person selbst überlassen. Die individuelle Gestaltungsfreiheit bleibt jedoch erhalten und gegen bunte Videos und Luftballons ist auch nichts einzuwenden! Wichtig ist, dass jede*r Juniorbotschafter*in vor der Kamera ein Kügelchen öffnet, schließlich steht da der Städtename drin. Natürlich wäre es super, wenn möglichst viele Mitglieder unseres Netzwerkes teilnehmen, aber niemand soll sich dazu gezwungen fühlen.

Der Hashtag #EinsamEnsemble zeigt, dass wir nicht allein, sondern zusammen sind. Die Papierkugel ist in diesem Fall unser verbindendes Element – über (Wohnungs-)Grenzen hinweg. Auf unserer interaktiven Karte könnt ihr zudem verfolgen, in welchen Städten die Papierkugel bereits unterwegs war.

Uns ist es wichtig, nicht nur ein deutsch-französisches sondern wahrlich grenzenloses Projekt auf die Beine zu stellen. Da sind besonders unsere Juniorbotschafter*innen mit Kontakten in andere Länder außer Deutschland und Frankreich gefragt. Auch sie sollen aktiv eingebunden werden!

Wir freuen uns auf viele begeisterte Teilnehmende. Wer aber nicht gerne vor der Kamera steht, kann auch nur ihren*seinen Städtenamen auf das Papier schreiben und dies abfotografieren. Dabei steht es natürlich jedem zu, den wirklichen Städtenamen oder einen anderen (vielleicht die nahegelegene Großstadt) aus Gründen der Anonymität zu zeigen. Damit wir die Veröffentlichungen nachvollziehen können, ist es jedoch notwendig, die Posts mit @ofaj_dfjw zu kennzeichnen.

Sobald die Challenge #EinsamEnsemble auch schon bei einer einzigen Person dafür sorgt, dass sie*er sich ein bisschen besser fühlt, ist unser Ziel erfüllt :).

Philipp Kyas

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