Im Jahr 2014 war ich DFJW-Juniorbotschafter (JUBO). Auch wenn mein Mandat vorbei ist, bin ich immer noch ehrenamtlich für das DFJW tätig. Ich habe bei vielen Programmen, wie dem Deutsch-Französischen Freiwilligendienst, mitgemacht. Leider ist das DFJW nicht überall bekannt. Ich möchte daher junge Menschen über die vielen Möglichkeiten, die ihnen diese Institution bietet, informieren.

 Gemeinsam mit DFJW-Juniorbotschafterin Sophie Braun waren wir im September 2017 bei der Europa-Rede von Emmanuel Macron in der Sorbonne live dabei. Der Staatspräsident sprach über die Europäische Union und seinen Willen, Europa voranzubringen. Hier hat er auch einen neuen Élysée-Vertrag vorgeschlagen. Wir haben diesen Moment genutzt und gemeinsam mit anderen JUBOs ein Projekt zu diesem Thema ins Leben gerufen.

Kampagne „Élysée 2.0.19“

Wir haben die Kampagne „2.0“ genannt, weil es sich um einen neuen Vertrag handelt. Die Kennzeichnung „19“ steht für das Jahr, in dem der Vertrag in Kraft treten wird. Genauer gesagt handelt es sich um den 22. Januar - dem Tag, an dem Bundeskanzler Adenauer und Staatspräsident De Gaulle 1963 den Élysée-Vertrag unterzeichnet haben und der seitdem jährlich gefeiert wird.

Im Vorfeld haben wir mit den Außenministerien beider Länder, insbesondere mit der französischen Ministerin Nathalie Loiseau und Staatsminister Michael Roth, die gleichzeitig Paten unseres Projekts sind, zusammengearbeitet. Auch die deutsche Ministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend unterstützt uns. Am 31. Juli haben wir dem Bundesrat unser Projekt vorgestellt. Die Reaktionen waren sehr positiv. Wir haben auch das französische Bildungsministerium, die Kultusministerien der Bundesländer und die Rektorate in den französischen Regionen kontaktiert. Alle haben unsere Initiative in ihren Netzwerken verbreitet.

Am 9. Mai haben wir unsere Kampagne gestartet. Zu diesem Zeitpunkt begannen übrigens auch die Bürgerbefragungen für die Neubegründung Europas. Wir haben eine Internetseite ins Leben gerufen und Postkarten in Deutschland und Frankreich versendet, um die Vorschläge der Jugendlichen zu sammeln.Bis zum 30. September haben wir mehr als 200 zusammen getragen. Derzeit übersetzen wir diese Vorschläge auf Deutsch und Französisch und versuchen, sie thematisch zu strukturieren. Anschließend werden wir die Vorschläge an die Außenministerien beider Länder weiterleiten. Die ursprüngliche Fassung der Vorschläge bleibt erhalten, weder Sinn noch Wort werden verändert. Wir hoffen, dass einige dieser Empfehlungen in den neuen Élysée-Vertrag einfließen werden.

Unser Projekt ist eine Art direkte Demokratie, an der möglichst viele teilhaben sollen. Es ist von jungen Menschen für junge Menschen gemacht. Sicherlich greift der Élysée-Vertrag bestimmte Themen wie bspw. Wirtschaft auf, aber für uns ist es vor allem ein Zukunftsvertrag. Junge Menschen müssen sich Gehör verschaffen, damit ihnen der Vertrag zugutekommt.