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Gemeinsam mit den anderen Teilnehmenden des EYE diskutierten die Juniorbotschafterinnen und Juniorbotschafter zu Themen wie Nachhaltigkeit, Flüchtlingspolitik oder Digitalisierung. Sie nahmen an Konferenzen und Aufführungen teil und organisierten selbst drei eigene Workshops. Kann Europa aus seiner Vergangenheit lernen? Ist die Zerstörung unserer Erde ein Verbrechen? Gilt Erasmus+ wirklich für alle? Fragen, mit denen es sich in Europa auseinanderzusetzen lohnt!

Die Vielfalt der Europäischen Union (EU) und die Bedeutung des Austausches zwischen den Mitgliedsstaaten war während des Events jeder Zeit spürbar. Auch das DFJW hat sich der stärkeren Integration der ost- und südosteuropäischen Staaten verschrieben. Vier DFJW-Juniorbotschafterinnen und -botschafter kümmern sich vor allem um trilaterale Programme und Begegnungen sowie um die Stärkung des Dialogs der EU-Länder mit Mittel- und Osteuropa. Eine dieser Juniorbotschafterin ist Kristina Graf. Sie berichtet von ihren Eindrücken während des EYE. Kristina ist Deutsch-Russin und lebt seit einigen Jahren in der Nähe von Paris.

„Andere Länder können sich ein Beispiel an den deutsch-französischen Beziehungen nehmen. Das gilt zuvorderst für Länder, die wenig miteinander kommunizieren oder deren Verhältnis von Konflikten geprägt ist.  Generell können so europäische Werte lebendig und der Erfahrungsschatz erweitert werden.

Dass der trilaterale Austausch besonders wichtig ist, habe ich beim European Youth Event am Wochenende gemerkt. Es war grandios und überwältigend: 8.000 Jugendliche strömen ins Europaparlament, sie nehmen an verschiedenen Workshops teil, tauschen sich aus und kommunizieren in den verschiedensten Sprachen. Außerdem gab es kleine Animationen und Informationsstände von den Organisationen der Europäischen Union; Angebote zur Berufsorientierung spielten ebenfalls eine Rolle. Ich konnte z. B. in die Arbeit der Dolmetscherinnen und Dolmetscher eintauchen und in einer Kabine einen Videobeitrag aus dem Französischen ins Deutsche simultan übersetzen. Die Erfahrung war sehr bereichernd, und ich könnte mir vorstellen, dass das Übersetzen eine Rolle in meinem weiteren Leben spielen könnte.

Die Begegnung mit dem EU-Abgeordneten und Satiriker Martin Sonneborn (DIE PARTEI) war ebenfalls sehr interessant: Er hat uns einen ganz persönlichen Einblick in seinen Alltag und seinen Blick auf das Europäische Parlament gegeben. Besonders fasziniert hat mich ein Rollenspiel: die Minsk-Gespräche im Normandie-Format. Die verschiedenen Länder verhandeln darüber, wie es mit dem Donbass weitergehen und in welchen Regionen Waffenruhe herrschen soll. Als Mitspielerin für die französische Delegation konnte ich mitsprechen und verhandeln. Das war wunderbar! Wir haben am Ende ähnliche Lösungen wie die Politikerinnen und Politiker erarbeitet. Als Juniorbotschafterin für trilaterale Programme war es besonders interessant. Ich habe die Organisatoren darauf hingewiesen (weil 90 Minuten zu kurz waren), dass ihre Idee ein guter Ausgangspunkt für eine trilaterale Begegnung sein könnte. Es ist auch mein großer Wunsch, eine Begegnung im Normandie-Format zu organisieren.

Europa selbst spielt eine absolut wichtige Rolle in meinem Leben, weil ich dank der EU viele Dinge machen kann, die ich sonst nie hätte machen können, wenn ich in Russland geblieben wäre. Dazu zählen mein Studium, viele Reisen in Europa, politische Bildung usw. All diese Möglichkeiten, Erlebnisse und Erfahrungen haben mein bisheriges Leben geprägt. Deswegen fühle ich mich auch in erster Linie als EU-Bürgerin und nicht als Deutsche oder Russin.

Das EYE ist ein gelungenes Beispiel dafür, wie politische Bildung praxisnah vermittelt werden kann. Man sollte unbedingt mitmachen, weil es einfach so viele Möglichkeiten gibt, sich zu verschiedenen Themen eine Meinung zu bilden, diese auszudrücken und sich mit vielen Menschen unterschiedlichster Nationalitäten auszutauschen. Das war auch mein erster Besuch im Europäischen Parlament und überhaupt in Straßburg. Ich bin begeistert."