1. mobiklasse.de und FranceMobil gibt es nun bereits seit 2001 bzw. 2002. Welche Bilanz lässt sich ziehen?

FranceMobil und mobiklasse.de (ehemals DeutschMobil) sind heute Leuchtturmprojekte, die aus der Sprach- und Schullandschaft Deutschlands und Frankreichs kaum mehr wegzudenken sind. Ins Leben gerufen wurden die Programme, um dem sinkenden Interesse gegenüber der jeweiligen Partnersprache entgegenzuwirken. Inzwischen haben FranceMobil und mobiklasse.de über 2,2 Millionen Schüler*innen erreicht; viele davon konnten für das Deutsch- oder Französischlernen begeistert werden. Pro Schuljahr besuchen die 23 Lektor*innen rund 1.600 Schulen in beiden Ländern. Der positive Erstkontakt mit einem sympathischen jungen Menschen aus dem Partnerland hinterlässt bei den Kindern und Jugendlichen oftmals nachhaltigen Eindruck und bereitet so fruchtbaren Nährboden für deutsch-französische Mobilitätserfahrungen. Mehr als ein positiver Nebeneffekt: Häufig erhalten wir von Lehrkräften die Rückmeldung, dass sie originelle Methoden kennenlernen und so für ihre tägliche Arbeit neu motiviert werden. Die Nachfrage aus Schulen nach FranceMobil oder mobiklasse.de ist enorm, jährlich treffen etwa 2.000 Anfragen bei uns ein.

 2. Was ist das Besondere an FranceMobil und mobiklasse.de? Worauf beruht diese Erfolgsgeschichte?

FranceMobil und mobiklasse.de sind ein extrem niedrigschwelliges Angebot: Unsere Lektor*innen kommen direkt in die Schulen und bieten in vielerlei Hinsicht eine willkommene Abwechslung zum Schulalltag. Jedes Schuljahr gelingt es den jeweiligen Lektor*innen immer wieder aufs Neue, Kinder und Jugendliche mit innovativen Ansätzen auf eine Kurzreise mit ins andere Land zu nehmen, bei der die Klasse auch selbst aktiv wird. Während der Animationen sprechen die Lektor*innen fast ausschließlich in ihrer jeweiligen Muttersprache, wodurch große Authentizität entsteht. Wichtig: Die Begegnung mit den Schüler*innen findet immer auf Augenhöhe statt, ohne Angst vor Fehlern oder Bewertung. Die Aktivitäten werden dabei stets gezielt an das Alter und Vorwissen der Klassen angepasst, sowohl an allgemeinbildenden als auch an berufsbildenden Schulen.

Ein maßgeblicher Erfolgsfaktor ist die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit unseren Partnern in beiden Ländern. Gemeinsam schaffen wir den organisatorischen und finanziellen Rahmen, der FranceMobil und mobiklasse.de erst möglich macht.

3. Der Klimaschutz ist aktuell in aller Munde. Wie wird das Thema bei FranceMobil und mobiklasse.de behandelt und umgesetzt?

Klimaschutz spielt beim DFJW, und im Speziellen bei FranceMobil und mobiklasse.de, eine sehr wichtige Rolle. Dabei müssen wir einen schwierigen Spagat schaffen: Einerseits möchten wir die Schulen möglichst klimafreundlich besuchen, andererseits sollen auch Kinder und Jugendliche aus nicht-städtischen Gegenden erreicht werden. Daher wurden FranceMobil und mobiklasse.de in diesem Schuljahr weiterentwickelt: Die Lektor*innen steuern Schulen erstmals nicht mehr ausschließlich mit Autos an, sondern setzen auch auf öffentliche, nachhaltige Verkehrsmittel. Um jedoch auch weiterhin Schüler*innen in ländlichen Gebieten erreichen zu können, greifen sie zumindest zeitweise auf ein Fahrzeug zurück. Dabei kommen bereits heute Elektrofahrzeuge zum Einsatz. Ermöglicht wird dies durch das Kölner Unternehmen Fleetpool.

4. Und wohin soll die Fahrt künftig gehen?

Das aktuelle Schuljahr ist für uns zunächst ein wichtiger Test, um in naher Zukunft möglichst ganz auf öffentliche Verkehrsmittel und Elektromobilität umzusteigen. Darüber hinaus sprechen wir künftig noch mehr junge Menschen in berufsbildenden Schulen an. Und wir möchten verstärkt diejenigen Kinder und Jugendlichen zu Mobilitätserfahrungen ermutigen, die diese Chance aufgrund finanzieller, sozialer, geografischer oder anderer Barrieren nicht von sich aus ergreifen würden.