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An einem sonnigen 16. April trafen sich einige Juniorbotschafter mit der Generalsekretärin des DFJW – Béatrice Angrand vor dem Pariser Rathaus. Der Grund : eine Plattform für ein Europa der Frauenrechte wurde veröffentlicht. 

Das Wahlrecht für Frauen hat gerade seinen 70. Geburtstag gefeiert. Paris hat zum ersten Mal eine Bürgermeisterin. Höchste Zeit, sich den Frauenrechten zu widmen. Die Juniorbotschafter aus Paris (Martin, Nicolas und Odile), aus Berlin (Benjamin), aus der Bretagne (Léocadie), aus der Lorraine (Amélie), aus Hessen (Nils), aus Nordrhein-Westfalen (Marvin) und Niedersachsen (Katja) sind angereist. Sie waren nicht die einzigen, die gekommen sind – die Veranstaltung war gut besucht. Viele sind der Einladung der französischen Ministerin für Frauenrechte Najat Vallaud-Belkacem gefolgt. Sie ist die Fürsprecherin für Frauenrechte in der französischen Regierung, die zum ersten Mal in der Geschichte gleichstark aus Frauen und Männern besteht.

Die Veranstaltung startete mit Vorträgen von drei Nobelpreisträgerinnen: Shirin Ebadi, Leymah Gbowee, Jody Williams. Außerdem sprach die Vizepräsidentin der Europäischen Kommission Viviane Reding. Die Bilanz : sobald Nachlässigkeit regiert, sind Ungleichheiten wieder vorprogrammiert. Die Rede ist von ungleicher Bezahlung und Behandlung, von unterschiedlichen Bildungschancen und Karrieremöglichkeiten. Diese Beispiele zeigen, dass das Thema Frauenrechte immer noch aktuell ist. Europa spielt bei der Lösung dieser Probleme eine wichtige Rolle – das interessierte auch die Juniorbotschafter. Viviane Reding erinnerte daran, dass die Römischen Verträge von 1957 die Mitgliedsstaaten die noch keine spezielle Rechtsprechung in diesem Bereich hatten, dazu animiert haben, sich zu positionieren.

Aber auch heute sind die Gehaltsunterschiede noch nicht aus dem Weg geräumt. Mit 16 Prozent machen sie immer noch einen großen Anteil aus. In wichtigen Positionen werden noch zu wenige talentierte Frauen gefördert – obwohl bereits 60 Prozent der Universitätsabsolventen Frauen sind. Wie können die europäischen Institutionen sich dieser Themen nicht annehmen und sie zu einer Antwort auf die Krisensituation in Europa machen ? Mit diesem Ansatz wurde die Diskussion beendet.

Die Juniorbotschafter hatten im Anschluss Zeit, mit Najat Vallaud-Belkacem und der deutschen Staatssekretärin Caren Marks zu sprechen. Sie konnten ihnen den Appel der Jugend überreichen, der zum Anlass des 50. Geburtstages des Deutsch-Französischen Jugendwerkes und des Élysée-Vertrages geschrieben wurde. Auch in diesem Appell waren die Frauenrechte ein wichtiges Thema.