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Erfahrungsbericht von Valentin Rene-Jean

An welchem Programm, welchem Austausch oder welcher Begegnung haben Sie teilgenommen? Mit welchen Partnern des DFJW? Welches Stipendium haben Sie erhalten?

Ich habe an mehreren vom DFJW angebotenen und unterstützten Programmen teilgenommen. Zuallererst im Jahr 2009, mit 15 Jahren, am Brigitte-Sauzay-Programm, einem dreimonatigem Austausch. Mein Austauschschüler Gustav ist für zweieinhalb Monate nach Paris gekommen und ich bin anschließend für drei Monate zu ihm nach Berlin gefahren. Während dieser Zeit ging ich zum Gymnasium und nah in jeder Hinsicht am Leben eines gleichaltrigen Jugendlichen teil. Im Jahr 2011 wollte ich, gestärkt durch meine erste Erfahrung in Deutschland, auch andere Städte entdecken und einen Gesamteindruck des Landes gewinnen. Ich habe mich also gemeinsam mit meinem Freund Nadège für ein Individualprojekt beworben. Wegen unseres Themas « Die deutsche Kultur im 18. Jahrhundert » wurden wir ausgewählt. Durch dieses Projekt erhielten wir ein Stipendium, das die gesamten Fahrtkosten für die Reisen zwischen Köln, Bonn, Frankfurt, München, Leipzig und Hannover abdeckte. Im Jahr 2012, zwischen meinen beiden ersten Studienjahren, fuhr ich für dreieinhalb Monate als Au-pair nach Dresden. Dieses Projekt wurde zwar nicht vom DFJW unterstützt, doch es zeugt von meinem fortschreitenden Interesse für den deutsch-französischen Bereich, das erst durch das DFJW geweckt wurde. Schließlich habe ich dann im letzten Jahr, 2013, an einem Jugendseminar zum fünfzigjährigen Jubiläum des Elysée-Vertrages « Elysée 2.0.: Vertrag(en) leicht gemacht » teilgenommen. Diese Simulation wurde von den Jungen Europäern Eichstätt organisiert und unter anderem vom DFJW, dem Land Bayern und dem Europäischen Parlament gefördert. Es ging darum, einen Elysée-Vertrag mit aktuellen Anliegen neu zu schreiben und all das in drei Tagen: kurz und sehr intensiv.

Was ist Ihre beste Erinnerung? Was hat Sie am meisten überrascht?

All diese Erfahrungen haben unvergessliche Erinnerungen hervorgerufen. Es ist schwierig, eine bestimmte Erinnerung zu definieren oder zu nennen. Meiner Meinung nach hängt alles vom Alter ab. Für mich war es ein Traum, nach Berlin zu gehen. Das Brigitte-Sauzay-Programm hat es mir ermöglicht, ihn wahr zu machen und mir gezeigt, dass sich Dinge mit viel Entschlossenheit verwirklichen können. Kürzlich konnte ich durch die Teilnahme an der Ausarbeitung des neuen Elysée-Vertrages erfahren, dass ich nicht alleine in meiner Blase bin, sondern dass andere die gleiche Leidenschaft teilen. Infolgedessen wird einem bewusst, dass man noch viele schöne Dinge umsetzen kann und das Deutsch-französische nicht nur eine Utopie ist. Mein größtes Erstaunen haben die verschiedenen Ausprägungen der Sprache in den verschiedenen Ländern hervorgerufen. Natürlich haben wir in Frankreich auch verschiedene Dialekte, aber bei unseren Nachbarn auf der anderen Seite des Rheins gibt es wirkliche Unterschiede in Vokabular, Aussprache und sogar in der Grammatik. Das ist anfangs etwas irreführend für jemanden, der die Sprache lernt, bis man sich daran gewöhnt und es eher zu einem Spiel wird.

Sind Sie immer noch in Kontakt mit anderen Teilnehmern?

Durchaus. Zunächst mit meinem Austauschschüler und seiner Familie. Wir sehen uns regelmäßig und haben dabei immer wieder gleichviel Freude. Ansonsten pflege ich auch die Kontakte zu meinen Freunden von der Simulation. Wir haben unser eigenes kleines Netzwerk, in dem deutsch-französische Projektaufrufe und andere Angebote zirkulieren.

Welche Vorteile sehen Sie im Aufbau einer Gemeinschaft von Ehemaligen?

Der Aufbau einer Gemeinschaft von Ehemaligen ermöglicht es, Ideen und Projekte schnell unter der Zielgruppe zu verbreiten. Indem wir uns beim DFJW-Club anmelden, bekunden wir unsere Verbundenheit und unsere Anziehung durch deutsch-französische Themen. Wir schließen uns also als Gruppe zusammen und werden so effizienter.

Was hat Ihnen die Teilnahme privat und beruflich gebracht?

Diese Erfahrungen haben mir in jederlei Hinsicht viel gebracht. In persönlicher Hinsicht Reife, persönliche Entfaltung, und die Motivation, Dinge zu bewegen. Und im beruflichen Bereich schließlich, haben diese Projekte meine Studienwünsche konkretisiert, es mir erlaubt, Personen zu treffen, die die gleichen Vorstellungen des deutsch-französischen Engagements teilen und ein Netzwerk aufzubauen.

Würden Sie sagen, dass die Erfahrung(en) einen Einfluss auf Ihr Engagement oder Ihre Staatsbürgerschaft hatte(n)?

Zweifellos! Ich setze mich heute sehr viel stärker für die deutsch-französischen Beziehungen ein als früher. Ich fühle mich vor allem als Europäer und erst dann als Franzose. Und wie könnte man über die deutsch-französischen Beziehungen sprechen, ohne die Diskussion auf Europa auszuweiten? Diese Erfahrungen haben in allen Punkten sehr viel nützlichere Auswirkungen, als man denkt. Wir, die Jugendlichen, sind es, die sich mit diesen Themen beschäftigen müssen, um auf Europa stolz zu sein.