1. Warum habt ihr euch für dieses Programm entschieden?

Fanny Garrone: Ich habe studiert und dann 5 Jahre lang im Umweltbereich gearbeitet. Vom Deutsch-Französischen war ich ziemlich weit entfernt. 2019 war ich arbeitslos. Ich habe diese Zeit genutzt und mich über andere Berufssparten, die mich interessieren könnten, informiert. Ich suchte nach einer zeitlich befristeten Stelle im Bereich Interkulturalität. Ich wollte sehen, ob mir das überhaupt liegt. Und die Stelle sollte möglichst in Deutschland sein, da ich ein persönliches Interesse an dem Land hatte. Anfangs dachte ich an das Europäische Solidaritätskorps (ehemals Europäischer Freiwilligendienst), aber das Programm „Arbeit beim Partner“ entsprach eher meinen beruflichen Vorstellungen.

Madita Schulte: Nach meinem Studium wollte ich erste Berufserfahrungen sammeln und meine Französischsprachkenntnisse verbessern. Ich habe mich für das Programm „Arbeit beim Partner“ (AbP) entschieden, weil sich damit beides verbinden lässt. Darüber hinaus habe ich ein spannendes Arbeitsfeld in der deutsch-französischen Zusammenarbeit kennengelernt. Ich habe schon während meiner Schulzeit und meines Studiums sehr viel durch interkulturellen Austausch gelernt und finde es wichtig, dass Menschen einander begegnen und sich austauschen. Letztendlich entschied ich mich für das AbP-Programm, um in diesem Bereich zu arbeiten und mehr über die Organisation von deutsch-französischen und trilateralen Jugendbegegnungen und die Pädagogik interkultureller Projekte zu lernen.

2. Wie habt ihr vom Programm erfahren?

Fanny Garrone: Ich habe dieses Programm bei einer Fortbildung zu interkultureller Animation kennengelernt. Es schien der Heilige Gral für junge Leute zu sein, die im deutsch-französischen Bereich arbeiten. Dann hat mir jemand von Goethe-Institut von seinen eigenen Erfahrungen erzählt und mir empfohlen, mich unbedingt zu bewerben.

Madita Schulte: Ich kannte das DFJW schon und habe dann gezielt auf dem Stellenmarkt des DFJW nach Einsatzmöglichkeiten gesucht. Zufällig bin ich auf die Stelle bei CEMEA in Nord Pas-de-Calais gestoßen und habe mich dann über das AbP-Programm informiert.

3. Welche Vorteile hat das Programm?

Fanny Garrone: Es ist eine gute Basis für das Berufsleben: Unsere Motivation und auch unsere persönlichen Initiativen werden anerkannt und geschätzt – obwohl wir nicht unbedingt über Berufserfahrungen verfügen. Ich habe den Eindruck, dass AbPler*innen häufig neue Sachen ausprobieren können. Dank der vielfältigen Strukturen, die eine AbP-Stelle anbieten, können wir ganz unterschiedliche Berufe entdecken. Darüber hinaus handelt es sich praktisch um einen richtigen Arbeitsvertrag, der viel interessanter ist als z. B. ein Freiwilligendienst.

Madita Schulte: Für mich bietet das Programm eine große Chance, die eigenen Sprachkenntnisse zu verbessern und Berufserfahrungen im Partnerland zu sammeln. Darüber hinaus hilft es dabei, das Arbeitsleben und das Leben im Partnerland kennenzulernen. Einer der größten Vorteile für mich ist, dass ich viel über die deutsch-französische Zusammenarbeit, die Organisation und Pädagogik interkultureller Projekte für junge Menschen, das DFJW sowie meine Einsatzstruktur CEMEA gelernt habe. Meiner Meinung nach lässt sich mit dem Programm auch ein Netzwerk aufbauen. Und man lernt viele interessante Menschen kennen. Denn sowohl durch die Arbeit in der Struktur als auch durch den Austausch mit anderen AbPler*innen trifft man immer auf neue Menschen, die sich für unterschiedliche Themen einsetzen und mit verschiedenen Zielgruppen arbeiten.

4. Hat euch AbP bei der Jobsuche geholfen?

Fanny Garrone: Mein Vertrag ist noch nicht zu Ende, aber dank dieser Erfahrung habe ich eher eine Vorstellung davon, was ich im Anschluss machen kann. Ich habe mir auch ein kleines Netzwerk geschaffen. Damit lege ich den Grundstein für meine berufliche Zukunft, und ich kann auch neue Kompetenzen vorweisen.

Madita Schulte: Da ich weiterhin in der Struktur meiner AbP-Stelle arbeiten werde, musste ich mir keinen neuen Job suchen. Ich bin sehr dankbar und froh, dass ich weiterhin bei CEMEA für die Organisation deutsch-französischer Projekte arbeiten kann.

5. Wie verläuft eure Arbeit in Corona-Zeiten?

Fanny Garrone: Es ist nicht alles rosig, aber ich bin überrascht, wie unermesslich unsere persönlichen Ressourcen sind, wenn man motiviert und von genauso engagierten Partnern umgeben ist. Wir mussten viele Projekte absagen und/oder verschieben, da die meisten mit Schulen stattfinden sollten. Trotz allem habe ich viel über neue digitale und/oder hybride Begegnungsformate gelernt. Einige konnte ich sogar zu Ende bringen und andere vorschlagen. Was mich am meisten frustriert, ist die Tatsache, dass ich meine Partner*innen und einige Teilnehmende noch nicht persönlich getroffen habe. Das schränkt uns beim Aufbau von informellen und persönlichen Verbindungen doch sehr ein.

Madita Schulte: Wegen der Pandemie haben wir natürlich mehr im Homeoffice gearbeitet und konnten keine Präsenzbegegnungen mehr zwischen Deutschland und Frankreich organisieren. Wir mussten uns recht schnell auf digitale Zusammenarbeit umstellen und haben virtuelle Jugendaustausche und Konferenzen auf den Weg gebracht. Dabei müssen wir immer flexibel sein, neben einem Plan B auch einen Plan C haben und schnell reagieren. Planung ist und bleibt deshalb eine Herausforderung. Wir haben dadurch aber auch sehr viel gelernt, konnten unsere digitalen Kompetenzen und Methoden weiterentwickeln und neue Partnerschaften schließen.