Ohne in seiner Wachsamkeit nachzulassen und ohne die schmerzlichen Ereignisse herunterzuspielen, denen sich die Gesellschaft gegenübersieht, setzt das DFJW seine Arbeit fort. Wir freuen uns über den intensiven Austausch zu aktuellen Themen, der insbesondere dank der digitalen Instrumente möglich ist.

Die Debattenkultur und den Dialog zwischen den Zivilgesellschaften zu fördern, ist ein Kernelement unseres Auftrags. Deshalb veranstaltet das DFJW mit dem Europäischen Jugendparlament (EJP) vom 27. bis 29. November 2020 die Online-Konferenz „#Ensemble: der deutsch-französische Jugendaustausch“. Gemeinsam werden 60 Teilnehmende aus Deutschland und Frankreich über die Auswirkungen der Corona-Krise auf die Jugend sprechen. Bildung, Wirtschaft, Klimawandel, Menschenrechte und Politik werden im Zentrum des Austausches stehen. Bei der Diskussion sollen gemeinsame Lösungen erarbeitet werden.

Das DFJW wird sich auch weiterhin verstärkt Programmen in der politischen Bildungsarbeit widmen. Im Rahmen der 20. Französischen Filmewoche Berlin organisiert das DFJW in Zusammenarbeit mit France 24 und dem Institut français d’Allemagne vom 26. bis 30. November 2020 einen deutsch-französischen Workshop zur Medienkompetenz. Dieser interaktive Workshop soll junge Menschen zwischen 14 und 16 Jahren für Falschinformationen im Internet sensibilisieren. Die Teilnehmenden werden Methoden zum Erkennen von Fake News kennenlernen, Quellen prüfen und in ihrem kritischen Urteilsvermögen gestärkt.

Anlässlich des fünften Jahrestages der Attentate von Paris begrüßt das DFJW ist in diesem Monat die virtuelle Foto-Ausstellung #notafraid, die vom Deutsch-Französischen Bürgerfonds finanziert wird. Mit einer Fotoreportage gibt uns Boris Bocheinski einen Einblick in europäische Sensibilitäten und den unterschiedlichen Umgang mit den Folgen des Terrorismus. Seine Bilder bewegen sich zwischen staatstragendem und profanem, instrumentalisierendem und wertschätzendem Gedenken, zwischen Trauer und Katharsis.

Im Sinne der Erinnerungsarbeit setzt das DFJW das Projekt Youth for Peace fort. Am 5. November wurde mit der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP) und seiner Nachwuchs-Plattform Junge DGAP ein Webtalk über Friedensarbeit in der Nachkriegszeit aus deutsch-französischer Perspektive organisiert. Aufhänger der Konferenz war die Publikation Franco-German Relations Seen from Abroad: Post-war Reconciliation in International Perspectives. Das Buch beschäftigt sich mit den Lehren, die manche Regionen nach dem Krieg gezogen haben, um Frieden zu wahren und zu fördern. Auch der Weg, der noch vor uns liegt, wird thematisiert.

Im Rahmen des hybriden Projektes „We remember Srebrenica “, das von der DFJW-Einheit „Regionen, Europa, Nachbarschaft“ auf den Weg gebracht und von den Vereinen Une Terre Culturelle und Gwennili, dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. und der Youth Initiative for Human Rights Bosnia organisiert wurde, diskutierten 30 junge Menschen aus Deutschland, Frankreich und Bosnien über den Frieden. Sie fanden zudem neue Wege, wie dem 25. Jahrestag des Genozids von Srebrenica gedacht werden könnte. Mit seiner Südosteuropa-Initiative fördert das DFJW unterschiedliche Jugendaustauschformen rund um Erinnerung- und Friedensarbeit, friedlichen Dialog und auch zu Europa. 

Trotz der Gesundheitssituation findet der physische Austausch nach wie vor statt. Das DFJW feiert diesen Monat das 20-jährige Bestehen des Voltaire-Programms. Dieses Individualaustauschprogramm für Schüler*innen aus beiden Ländern ist ein Erfolg. Mehr als 160 junge Menschen haben sich für das Schuljahr 2021/2022 beworben. Dies ist ein Zeichen der Hoffnung und zeigt einmal mehr, dass junge Leute immer noch Lust auf Langzeitmobilitätsprogramme haben. 

Und schließlich steht das DFJW wie im vergangenen März an der Seite seiner zahlreichen Partner, deren Arbeit von den erneuten Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen und der Aussetzung physischer Begegnungen betroffen ist. Wenn wir solidarisch bleiben, wird es uns gelingen, die Verbindung zwischen jungen Menschen aus Deutschland, Frankreich und Europa aufrechtzuerhalten.

Bleiben Sie gesund.