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Das vom Deutsch-Französischen Jugendwerk und  dem Centre Français de Berlin (in Zusammenarbeit mit dem Internationalen Bund)  koordinierte Netzwerk von Fachkräften der Jugendsozialarbeit fördert seit seiner Gründung 2006 Diversität und Partizipation von Jugendlichen in der Gesellschaft und verfolgt die Ziele, Multiplikator/-innen der Jugendarbeit aus Deutschland und Frankreich zu vernetzen, Erfahrungen auszutauschen sowie Kooperationen und Dialog mit Vertreter/-innen aus Politik und Wissenschaft zu vertiefen.

Das Treffen wurde im prächtigen Senatssaal der Europäischen Universität Viadrina eröffnet. Die Teilnehmer/-innen wurden von Janine Nuyken, Vizepräsidentin für Lehre und das Collegium Polonicum an der Europa-Universität Viadrina, begrüßt, die von den Initiativen der Universität berichtete,  die Diversität und Partizipation fördern. Astrid Goethe, Vorsitzende des Internationalen Bundes Berlin/Brandenburg stellte einige der zahlreichen Projekte zur Förderung der Jugendlichen und Erwachsenen im Bereich berufliche Bildung vor. Florian Fangmann, Geschäftsführer des Centre Français de Berlin bot einen Einblick in die Arbeit der Berliner Einrichtung und Sabine Stuchlick, Gleichstellungs- und Behindertenbeauftragte der Stadt Frankfurt, betonte die Besonderheit dieses Treffens in Frankfurt (Oder).

Nach einer kurzen Einführung, die von Géraldine Gay (CFB) und Kamel Remache von der Mission Locale de Taverny moderiert wurde, setzten sich die Teilnehmer/-innen in kleinen Gruppen mit den Fragen "Was bedeutet für mich Europa?" und "Welche Rolle spielt Europa in meiner alltäglichen Arbeit?" auseinander.

Den Abschluss des ersten Tages bildete eine Podiumsdiskussion zu diesem Thema. Teilnehmer/-innen der Diskussion waren Thomas Hetzer vom Deutsch-Polnischen Jugendwerk, der unter anderem erläuterte, wie das DPJW "austauschferne Jugendliche" anhand gezielter Programme wie einem Austausch von jungen Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehr erreicht, Elisabeth Berger, Referatsleiterin des Referats für Interkulturelle Aus- und Fortbildung im DFJW, wies auf die Pflicht der Einrichtung hin, allen Jugendlichen die Möglichkeit eines Austausches zu bieten. Marlène Schmitt vom Verein "Champigny Prévention" betonte die Bedeutung des Netzwerkes für die Diskussion ganz konkreter Fragen, mit denen Mitarbeiter/-innen der Jugendarbeit  tagtäglich konfrontiert sind. Elise Le Bréquier vom Institut Français in Saarbrücken ergänzte die Debatte um die Dimension der Inklusion in der internationalen Jugendarbeit.

Die übrigen Tage des Netzwerktreffens fanden in den Räumlichkeiten des Internationalen Bundes statt. Der erste Morgen begann in drei Workshopgruppen, in denen Teilnehmer/-innen sich emsig zu folgenden Themen austauchten:

Die erste Gruppe beschäftigte sich mit dem Thema „Gender“ und dessen Bedeutung in der Jugendarbeit. Garance Thauvin führte das Thema durch kleine Übungen ein; dann berichteten die Teilnehmer/-innen von ihren persönlichen und beruflichen Erfahrungen. Besonders diskutiert wurden die Beiträge von deutschen Teilnehmer/-innen, die spezifisch mit Jungen oder Mädchen arbeiten. Die Debatte wurde von Borris Diederichs (DFJW) und Elisa Meynier (CFB) moderiert und löste viele Emotionen aus. Es herrschte Einigkeit darüber, dass die Frage vertieft werden muss, damit die Sozialarbeiter/-innen kompetenter mit dieser Frage umgehen können.

Der zweite Workshop setzte sich mit dem Thema "Inklusion und Partizipation - Barrieren und Potentiale" auseinander. Inputreferate von Rebecca Daniel (Behinderung und Entwicklungszusammenarbeit e.V.) und von Teilnehmer/-innen eines deutsch-französischen Fachkräfteaustauschs stellten die Basis für die Diskussion dar. Die Moderation übernahm Florian Fangmann (CFB). Der Begriff "Inklusion" war für viele Teilnehmer/-innen neu und eröffnete weiterführende Perspektiven zur Inklusion der verschiedenen Zielgruppen ihrer Arbeit.

Der dritte Workshop war politischer: Es ging um die europäische Identität und die politische Repräsentation in der Krise. Von  Kamel Remache moderiert, bekam die Arbeitsgruppe zunächst eine Einführung von Christine Colleville, die die Projekte des Maison de l'Europe des Yvelines vorstellte. Anschließend berichtete Boris Bocheinski von den Initiativen des Vereins "Clever internationale Bildung e.V.". Zum Abschluss brachten  die Teilnehmer/-innen ihre mehr oder weniger konkreten Vorschläge zu diesem Thema ein. Es wurde festgestellt, dass neue, bürgernähere Partizipationsformen gefunden werden müssen.

Nach einem gemeinsamen Mittagessen verteilten sich die Teilnehmer auf fünf Gruppen, um verschiedene Einrichtungen zu besuchen. Mehr Informationen sind im Programm des Netzwerkes zu finden (Link unten). Am Abend überquerten die Teilnehmer/-innen den Fluss Oder und lernten die polnische Partnerstadt von Frankfurt (Oder), Slubice und deren Gastronomie kennen.

Der dritte Tag begann mit einer Präsentation des Programms Erasmus +  von Daniel Pichert (Europa Beratung Berlin). Eine gute Nachricht war, dass die Geldmittel für die Förderung von Projekten erhöht wurden. Borris Diederichs stellte anschließend das DFJW und dessen Förderprogramme vor, besonders solche für Jugendliche mit besonderem Förderbedarf. Die Teilnehmer/-innen zeigten großes Interesse dafür.

Am Nachmittag folgten Berichte der jeweiligen Arbeitsgruppen und Projektbesuche. Von Borris Diederichs moderiert,  berichteten die Referent/-innen anhand der Fishbowl-Methode von ihren Erfahrungen. Dann startete eine Projektbörse, während der die Teilnehmer/-innen sich in kleinen Gruppen trafen, um über mögliche gemeinsame Austauschprojekte zu diskutieren.

Der letzte Abend stand unter dem Motto "Oktoberfest". Der algerische Künstler Mustapha gab Lieder über Liebe und Toleranz zum Besten. Am Ende wurde er vom Philosophen, Performer und Projektleiter (unter Anderem) Christel Gbaguidi von Initiative Arts Vagabonds Deutschland begleitet und beide improvisierten vor einem beeindruckten Publikum einen französischen Lobgesang auf das DFJW.

Anschließend ließ die Gruppe zur Musik von "Luc le truc" die Hüften schwingen.

Am Sonntagmorgen werteten die Teilnehmer/-innen das gesamte Treffen aus und  machten in drei Gruppen Vorschläge für das nächste Jahr. Dann wurde es Zeit sich zu verabschieden und viele Teilnehmer/-innen schwuren sich umarmend, auch das nächste Netzwerktreffen im Jahr 2015 nicht zu verpassen.

Podiumdiskussion während der Eröffnung

© Bocheinski

Workshop Europa

© Bocheinski

Vorstellung der Arbeitsergebnisse

© Bocheinski