Das Präsenzformat der Tagung musste pandemiebedingt leider auf 2022 verschoben werden. Lebhaft und ausgesprochen engagiert waren jedoch die Diskussionen, die online stattfanden. Nicht nur die Corona-Pandemie, sondern auch grundlegendere Herausforderungen kamen dabei zur Sprache:

Welche Chancen stecken in digitalen Begegnungen?

Die Gesprächsteilnehmenden waren sich einig über Chancen und Schwachpunkte digitaler Formate. So bieten sie zwar die Möglichkeit, über den lokalen Tellerrand zu blicken und neue Teilnehmende oder Partnerorganisationen zu gewinnen. In manchen Städtepartnerschaften gab es gar einen echten Digitalisierungsschub und damit verbunden neue Motivation. Dennoch bleiben physische Begegnungen unersetzbar, um nachhaltige Beziehungen aufzubauen.

Welche Rolle spielen Sprachkenntnisse im deutsch-französischen Austausch?

Immer weniger Schüler*innen in Frankreich lernen Deutsch bzw. Französisch in Deutschland. Auch wenn Sprachkenntnisse keine Voraussetzung für deutsch-französisches Engagement sind, so erleichtern sie doch das Verständnis für Kultur und Gesellschaft des Nachbarlandes und sind unabdingbar für eine nachhaltige deutsch-französische Freundschaft. DFJW und Bürgerfonds können z. B. Sprachkurse oder Verdolmetschung bei Projekten fördern.

Wie kann deutsch-französisches Engagement verstetigt, vervielfältigt und verjüngt werden?

Nachhaltiges zivilgesellschaftliches Engagement braucht mehr als institutionelle Vertretungen und finanzielle Förderung. Notwendig sind vor allem persönliche Kontakte sowie Wille und Motivation bei Menschen jeden Alters. Gerade jungen Menschen muss man vermitteln, dass deutsch-französischer Austausch Spaß macht und jugendrelevante Themen aufgreifen kann. Wenn Jung und Alt, Stadtverwaltung und Zivilgesellschaft, Städtepartnerschaft und lokale Vereinslandschaft an einem Tisch sitzen, können auch neue Zielgruppen in Gegenden gewonnen werden, die weiter entfernt von der deutsch-französischen Grenze liegen.