Kürzlich fuhren dreißig französische Berufschüler*innen aus verschiedenen Ausbildungszweigen vom Lycée professionnel Robert Buron aus Laval in der Region Pays de la Loire nach Sachsen. Während die Bäckerlehrlinge in der Backstube des Berufsschulzentrums in Bautzen erwartet wurden, nahmen die Auszubildenden im Gaststätten- und Hotelgewerbe den Zug nach Nünchritz bei Meißen, wo sie eine Woche lang sächsische Gerichte kochten und Wissenswertes über lokale Gastronomie, Weinanbau und Tourismus erfuhren.

An beiden Begegnungsorten wurde nach Hygienekonzept und Restriktionsmaßnahmen gearbeitet, die ganze Gruppe wurde regelmäßig getestet, die allermeisten Teilnehmenden waren geimpft. In Bautzen machten sich schließlich deutsche und französische Bäckerlehrlinge daran, gemeinsam traditionelles Weihnachtsgebäck herzustellen. Zwei Tage lang wurde eifrig in der berufschuleigenen Backstube gewogen, gerührt und geknetet, gebacken und natürlich verkostet. Es war ein Wirbeln und Wuseln, ein manchmal nur bruchstückhafter Austausch auf Deutsch und auf Französisch, dazu wurden Mengenangaben ins Mehl auf dem Backtisch geschrieben, und obwohl zwei Dolmetscher zur Verfügung standen, wussten sich die Jugendlichen meist selbst irgendwie zu helfen.

Im Handwerk läuft viel über aufmerksames Beobachten, Zeigen und Nachahmen. Durch das gemeinsame Backen kommen kulturelle Traditionen zum Vorschein, die die jungen Menschen mal miteinander verbindet oder voneinander unterscheidet. Im Teamwork entsteht Vertrauen, und es werden Freundschaften geschlossen. Der gemeinsame Job verbindet über Grenzen hinweg.

Fünf Jugendliche haben ihren Aufenthalt in Bautzen verlängert und noch ein Praktikum in einer Bäckerei drangehängt, um so erworbene Erkenntnisse und Eindrücke zu vertiefen und einen richtigen Arbeitsalltag im Betrieb zu erleben.

Dass diese beiden Projektwochen unter den erschwerten Bedingungen der Pandemie stattfinden konnten, war eine glückliche Fügung und ist dem Einsatz des gesamten Teams und der Förderung durch das DFJW zu verdanken. Und wie schon Erich Kästner sagte: „Wird‘s besser? Wird‘s schlimmer?, fragt man alljährlich. Seien wir ehrlich: Leben ist immer lebensgefährlich.“