Das Programm dieser Gremiensitzung begann am Dienstagabend mit einem moderierten Abendessen zum Thema „Eine Bestandsaufnahme der deutsch-französischen Beziehungen“. Es diskutierten Dr. Claire Demesmay, Referentin für die bilateralen Beziehungen bei der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik e.V. (DGAP), und Niklas Mönch, Juniorbotschafter des DFJW.

Im Kontext der Erneuerung des Elysée-Vertrags durch die beiden Regierungen, die für die kommenden Wochen angekündigt wurden, stellte Demesmay den aktuellen Stand der bilateralen Beziehungen und die künftigen Herausforderungen dar. Neben den politischen Beziehungen wurden während der Diskussion immer wieder die Wichtigkeit der Zivilgesellschaft, Bindeglied der freundschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Ländern, betont. In Zeiten von Unsicherheit in Europa scheint es zudem unabdingbar, den Dialog der beiden Gesellschaften auch für andere Mitgliedsstaaten zu öffnen, und die Bemühungen, Jugendlichen mehr Zugang zu Mobilitätserfahrungen  ermöglichen, weiterzuverfolgen.

Der in diesem Jahr für die nächsten drei Jahre (2018-2020) neu ernannten Beirat hat seinen Vorsitz gewählt. Iris Nadolny von der Solidaritätsjugend Deutschlands und Emmanuel Suard, Verwaltungsdirektor und Mitglied des Verwaltungsrats von Arte G.E.I.E. stellen das neue präsidierende Tandem dar. Ihre Stellvertreter sind Jan Holze, Deutsche Sportjugend im DOSB e.V., und Bradley-Joardan Owoundi-Bilounga, Juniorbotschafter des DFJW.

Im Kontext der Krise der europäischen Integration haben alle Mitglieder die Wichtigkeit erneut betont, die deutsch-französische Zusammenarbeit zu stärken und gleichzeitig andere Mitgliedsstaaten der EU einzubeziehen.  Die Diskussion vom Vorabend über die Erneuerung des Elysée-Vertrags konnte am Mittwoch in einem Atelier fortgeführt werden.  Es wurden konkrete Vorschläge erarbeitet, die in den neuen Vertragstext einfließen sollten, darunter die systematische Anerkennung von Mobilitätserfahrungen im Werdegang der Jugendlichen, die Annäherung der beiden Bildungssysteme im Sekundarbereich, Nennung des 22. Januar als Tag der deutsch-französischen Freundschaft in die nationalen und regionalen Kalender sowie im schulischen und außerschulischen Kontext, um diese Freundschaft in der Gesellschaft sichtbarer zu machen, und die Schaffung einer gemeinsamen Plattform für das Mobilitätsangebot. Die Beiratsmitglieder haben außerdem das DFJW ermutigt, auch weiterhin neue Instrumente und Methoden zu erarbeiten, die die junge Menschen durch den Platz der politischen Bildung bei Jugendbegegnungen motivieren soll, sich stärker politisch einzubringen. Hierbei könne man beispielsweise auch auf die Städtepartnerschaften zurückgreifen. Des Weiteren wurde an die Wichtigkeit der Programme FranceMobil und mobiklasse.de appelliert. Dem DFJW wurde dazu gratuliert, dass es ein immer größer werdendes Publikum erreichen kann, vor allem sozial benachteiligte Jugendliche dank der Strategie „Diversität und Partizipation“. Die Partner unterstrichen in diesem Zusammenhang die unzureichenden Mittel. In diesem Sinne wurde der Aktionsplan 2019 diskutiert, der das letzte Jahr des dreijährigen Orientierungsplans 2017-2019 einläutet. Der deutsche Generalsekretär Dr. Markus Ingenlath, dessen Amtszeit mit dem 30. Juni beendet sein wird, hat dem Beirat für seine Begleitung bei der strategischen Entscheidungsfindung innerhalb der letzten sechs Jahre gedankt.

*Der Beirat des DFJW setzt sich aus 24 Mitgliedern aus den Bereichen Wirtschaft, Sport, schulische und universitäre Bildung und Kultur sowie Vertretern der Jugend und Zivilgesellschaft, den deutsch-französischen Institutionen sowie den Ministerien, welche für Jugendfragen zuständig sind, zusammen. Seine Aufgabe ist es, das DFJW bei seinen strategischen und inhaltlichen Entscheidungen zu begleiten sowie gegenüber des Verwaltungsrates Empfehlung auszusprechen.