Die Zeit fliegt – 3 Jahre DFJW-Juniorbotschafterin, 3 Jahre Engagement für die deutsch-französischen Beziehungen, 3 Jahre voller wertvoller Erfahrungen und Begegnungen. Gar nicht so leicht, Abschiedsworte zu finden … Abschied?! Nicht wirklich, um das gleich vorweg zu nehmen. ;-)

Aber erst einmal der Reihe nach: Ich habe das Mandat just in dem Moment angetreten, als ich meinen Job in Karlsruhe antrat. Ich hatte 2016 eine Ausbildung zur Teamerin für interkulturelle Jugendbegegnungen mit dem DFJW und seinen Partnern absolviert. Ich muss gestehen: Zuvor war mir das DFJW persönlich weniger bekannt, da ich in meiner Schulzeit (leider) nie an einem Programm teilgenommen habe. Trotzdem hat es mich während meines Studiums mehrfach ins Nachbarland verschlagen – eine Zeit, die ich nicht missen möchte. Und schließlich landete auch ich eines Tages auf der Website des DFJW. Ich war begeistert von den vielen Möglichkeiten und kam als Teamerin zum ersten Mal bewusst in Kontakt mit dem DFJW. Sprachanimationen und interkulturelle Begegnungen sind seitdem nicht mehr aus meinem Leben wegzudenken. Im Sommer 2017 wurde ich dann zufällig auf die Ausschreibung „DFJW-Juniorbotschafter*in gesucht“ aufmerksam und war sofort Feuer und Flamme. In einer Nacht- und Nebelaktion habe ich die Bewerbung abgeschickt und kurze Zeit später erhielt ich die Zusage. Das Abenteuer begann.

Ich weiß noch genau, wie ich in den Zug von Karlsruhe nach Lyon stieg und während der Fahrt Augen und Ohren offenhielt, um herauszufinden, wer alles ebenfalls DFJW-Juniorbotschafter*in sein könnte. Die Wahl viel schnell auf viele schlumpfblaue Poloshirt-Träger*innen und sich suchend umschauende Personen am Zielbahnhof. 100 Leute waren wir bei der Begrüßungsveranstaltung – fast wie in der Uni –und bei mir trat kurz leichte Panik auf: Ob ich mir alle Vornamen merken kann? Mit wem habe ich eigentlich eben schon gesprochen? Hoffentlich erzähle ich nicht das gleiche? Pas de stress, allen ging es genauso. Und spätestens ein halbes Jahr danach fielen wir uns zum Zwischenseminar fielen wir uns in die Arme. Es ist wie „nach Hause kommen“ in eine große Familie – grenzenlos, über Deutschland, Frankreich und das Mittelmeer hinweg!

Auch wenn es am Anfang viele Informationen sind, die auf dich einströmen, genieße es! Nach den ersten Monaten findest du dich zurecht, Unterstützung bekommst du von allen Seiten, vor allem aus dem DFJW-Referat „Kommunikation und Veranstaltungen“ und von den anderen Juniorbotschafter*innen. Das Netzwerk lebt von seiner Vielfalt, seinem Austausch, seiner Aufgeschlossenheit und Kreativität. Du findest Freund*innen, die gemeinsam etwas bewegen wollen, mit denen du lachst, diskutierst und die mit dir auch immer wieder neue deutsch-französische Wortschöpfungen kreieren. Du hast die Möglichkeit, alleine oder in der Gruppe tolle Projekte auf die Beine zu stellen: von Messestandbetreuung über Schulveranstaltungen, Sprachanimationen, Social-Media-Kampagnen bis hin zu Projekten anlässlich des Deutsch-Französischen Tages …

Als DFJW-Juniorbotschafterin im Bereich Kommunikation war ich insbesondere für eben solche Erfahrungsberichte zuständig wie dieser hier. Mit meinen Binômes haben wir Texte geschrieben, übersetzt, Interviews geführt, Social-Media-Kampagnen betreut, virtuelle Adventskalender geplant. Ich weiß noch, wie ich im Urlaub ‒ zum Leidwesen meiner Begleitung ‒ durch Felder sprang, um ja gute Fotos für die Vocab’Storys zu machen.

Neben leckeren Kochprojekten in Karlsruhe und dem European Youth Event war unsere Tour sans frontières, die wir 2019 im Rahmen des 10-jährigen Bestehens des DFJW-Juniorbotschafter*innen-Netzwerks gestartet haben, eines der Highlights meines Mandats. Eine Woche lang fuhren wir mit dem Fahrrad den Rhein entlang – mal auf der deutschen, mal auf der französischen Seite. Wir befragten die Einwohner*innen nach ihren Erfahrungen im Oberrheingebiet, grenzenlosen Freundschaften und zu ihren Zukunftswünschen. Die Gespräche waren für uns alle sehr bereichernd.

Ich verlasse das Netzwerk im Herbst mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Ich freue mich, als Teamerin weiterhin Begegnungen zu betreuen, denn sie sind so wichtig für ein buntes Europa! Und ich werde beim DFJW-Infopunkt in Karlsruhe arbeiten.

MERCI an alle für die tolle Zeit! Ich wünsche dem Netzwerk alles Gute und eine austauschreiche Zukunft: Jetzt seid ihr dran! Vorhang auf und Bühne frei: Werdet DFJW-Juniorbotschafter*in.

Hier könnt ihr euch bewerben.

Nina Göbeler